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Adventskalender 2018 Tür 1

Heuchelheim | Es ist wieder so weit. Es weihnachtet wieder. Wie in den letzten Jahren habe ich auch dieses Jahr wieder den Adventskalender für Euch.
Im heutigen Adventskalendertürchen steckt die Geschichte des Adventskalenders. Seit wann gibt es den Adventskalender und wer hat ihn erfunden? Nun, erfunden haben ihn christlich geprägte Eltern für Ihre Kinder. In der Adventszeit wurden früher jeden Tag in den katholischen Familien in die Messe gegangen, in den protestantischen Gebieten wurde im familiären Rahmen Adventslieder gesungen und Bibeltexte gelesen. In beiden Glaubensrichtungen werden die Kinder immer wieder gefragt haben; Wie lange noch bis Weihnachten?
Eltern erfanden so in verschiedenen Gegenden verschiedene Adventskalender. Im Jahr 1902 veröffentlichte eine evangelische Buchhandlung in Hamburg den wohl ersten gedruckten Adventskalender. Die ersten Adventskalender hatten noch keine Türchen zum Öffnen. Es waren farbig bedruckte Pappen. Die Kinder konnten jeden Tag ein Bildchen ausschneiden und auf einen freien Platz in Ihrem Kalender kleben. Bevor es den ersten gedruckten Adventskalender gab haben manche Familien
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24 bunte Bilder an eine Wand gehängt. In einigen Familien gab es den Strichkalender. 24 Kreidestriche an der Tür. Jeden Tag durfte einer weggewischt werden. Manche hatten auch eine Weihnachtsuhr. Diese frühen Adventskalender hatten nur christliche Motive. Den ersten Adventskalender mit Türchen gab es wohl um das Jahr 1920. Während der Zeit des Nationalsozialismus änderte sich der Adventskalender stark. Es wurde versucht, die christlichen Weihnachtsbräuche durch einen nationalsozialistische Weihnachtskult zu ersetzen. Die germanisierte Ausdeutung der Weihnacht war Thema der Propaganda. Statt biblische Motive gab es nun Holzfiguren für den Weihnachtsbaum. Das waren Motive aus der Natur, Berufsbilder, Holzsoldaten oder Stadtansichten. Später kamen auch Motive mit Runen, Standarten und Waffengattungen hinzu. Weihnachten sollte das „Fest der Volksgemeinschaft unterm Lichterbaum“ werden. Nach dem Krieg gab es dann wieder biblische Motive, aber eben nicht nur biblische Motive. Unser mit Schokolade gefüllten Adventskalender kam übrigens 1958 auf den Markt. Die Adventskalender von heute haben oft Spielzeug hinter den Türen. Es gibt den Adventskalender in unzähligen Varianten, für Kinder, Erwachsene und Tiere. Er ist in der heutigen Zeit, genau wie das Weihnachtsfest oft sehr auf Konsum ausgerichtet.
Fehlt der religiöse Bezug, ist es tatsächlich nur noch das
„Fest der Volksgemeinschaft unterm Lichterbaum“.

Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
27.969
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.12.2018 um 07:58 Uhr
Danke Nicole. Auch wenn es eher navh Herbst oder schon Frühling ausschaut vermittelst du Vorweihnacht.
Jutta Skroch
13.402
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 03.12.2018 um 12:08 Uhr
Danke, über die Entstehung des Adventskalenders habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Bei uns im Kinderhort gab es damals auch eine Weihnachtsuhr. Sie bestand aus einem quadratischen Karton, auf den 24 goldene Nüsse aufgeklebt waren, plus einem Zeiger, der jeden Tag eine Nuss weiter wanderte. Am Karton war eine Kordel befestigt und es hingen 24 kleine Päckchen dran. Meist mit Nützlichem wie ein Bleistift und anderer kleinen Dingen, so genau habe ich das nach 65 Jahren nicht mehr in Erinnerung, wohl aber die Idee nicht vergessen und für meine Kinder, als sie klein waren, mal so einen gebastelt. Jeden Tag durfte dann ein anderes Kind die Uhr weiterdrehen und sich das Päckchen mit der entsprechenden Zahl nehmen.
Schade ist, dass der Kommerz so sehr in den Vordergrund gerückt ist.
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Nicole Freeman
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