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Nachtigallenparadies in Kinzenbach machte seinem Namen Ehre

Heuchelheim | Mehr als 20 interessierte Frauen und Männer folgten am Abend des 9. Mais der Einladung des Vereins „Grüne Lunge Bahntrasse Heuchelheim-Kinzenbach e.V.“ zu einer Nachtigallenwanderung entlang der Bahntrasse in Kinzenbach-Süd. Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Josef Kaiser, stimmte der Ortsbeauftragte für Vogelschutz, Gerhard Wiese, auf das abendliche Konzert ein und fragte die Anwesenden: „Warum wohl legen sich die Nachtigallenmännchen so ins Zeug?“ „Weil sie wie die Männer vor der Hochzeit Frauen beeindrucken wollen“, lautete eine spontane weibliche Antwort.

Aus nächster Nähe konnten Naturfreunde dem inbrünstigen Gesang der Nachtigallen lauschen, die sich an diesem Abend besonders anstrengten. Auf dem ca. 500m langen Stück vom Heimatmuseum bis zur Gemarkungsgrenze Atzbach konnten entlang der Bahntrasse sieben bis acht revieranzeigende männliche Nachtigallen gezählt werden. Obwohl einsetzender Gewitterregen die Wanderung unterbrach, ließen sich zum Erstaunen der Teilnehmer die wetteifernden Nachtigallensänger jedoch nicht vom Regen stoppen.

In diesem Jahr kam die Nachtigall früher
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als sonst aus ihrem Winterquartier zurück. Die erste wurde bereits am Karfreitag, dem 10. April an der Bahntrasse gehört. Ihr Verbreitungsgrad entlang der Bahntrasse ist unterschiedlich. Der Schwerpunkt ihres Vorkommens liegt auf dem alten Bahngelände in Kinzenbach-Süd und der angrenzenden gemeindlichen Ausgleichsfläche. Entlang des weiteren Verlaufs der Bahntrasse in Richtung Wettenberg und Lollar trifft man sie nur vereinzelt an. Von April bis August/September weilt sie bei uns, um ihre Jungen aufzuziehen, und fliegt dann zurück nach Afrika südlich der Sahara in ihr Winterquartier

„Und warum ist gerade das alte Bahngelände in Kinzenbach so attraktiv für die Nachtigall?“ wollten Teilnehmer der Wanderung wissen.
„Weil das Gelände hier recht großflächig ist, so wie 5 Fußballfelder hintereinander gelegt, und wir eine vierzügige Heckenformation haben, die bis an die Bebauungsgrenze reicht. Es ist ein Nachtigallenparadies und ein Gelände mit Nachtigallengarantie, so lange die Hecken nicht entfernt werden“, so Vogelschützer Gerhard Wiese.

„Warum kann man die Nachtigall aus nächster Nähe hier hören und trotzdem ganz selten nur sehen?“ fragten Teilnehmer. Antwort des Vogelexperten: „ Die Nachtigall ist ein sehr scheuer Vogel, kaum größer als ein Sperling. Er ist durch das unscheinbare braune Federkleid gut getarnt und brütet geschützt im dichten Unterholz.“

„Warum singt die Nachtigall im Gegensatz zu anderen Vögeln auch mitten in der Nacht?“
Antwort von Gerhard Wiese: „Das können zum Beispiel unverpaarte Nachtigallenmännchen sein, die um ein Weibchen werben. Sie singen so lange, bis sie eines gefunden haben. Wenn sie ein Revier haben, wehren sie sich gegen Eindringlinge und Störungen aller Art. Auch für die Vögel ist Partnersuche und Jungenaufzucht ein anstrengendes Geschäft.“

Obwohl einige Teilnehmer nicht zum ersten Mal an einer Nachtigallenwanderung teilgenommen haben, waren sie dieses Mal besonders beeindruckt vom Gesangswettstreit mehrerer Männchen auf engem Raum. Sie werden wiederkommen im nächsten Jahr, wenn es heißt: „Der Verein Grüne Lunge Bahntrasse lädt ein zur Wanderung durch das Nachtigallenparadies am Kinzenbacher Bahnhof“.

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