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Lars Burkhard Steinz - Sportler, Oberhesse, Politiker mit "C"

Lars Burkhard Steinz.
Lars Burkhard Steinz.
Heuchelheim | Er hat zwar mit Claudia Schiffer auf einen Tag Geburtstag, hat aber - im Gegensatz zu ihr keine langen, blonden Haare. Lars Burkhard Steinz, Bürgermeis-terkandidat der CDU für die Wahl in Heuchelheim ist sportbegeistert. Er engagiert sich als Übungsleiter im Turnbereich, hat früher aktiv Fußball gespielt, geht noch immer Skifahren, Radeln, Mountainbiken und Laufen - und das gern mal über eine längere Distanz. Stolz erzählt er, dass er sich 650 Kilometer von Bayern bis nach Italien gequält hat – auf dem Rennrad! Und man muss kein Erdkundegenie sein, um zu wissen, dass dazwischen die Alpen liegen, die überwunden werden mussten. Dies zeigt: Der 38-jährige Hesse ist zäh, einer, der sich durchbeißt. Das gilt nicht nur für den sportlichen Bereich, auch politisch habe er "die Ochsentour absolviert." Aus einem sozialdemokratischen Elternhaus stammend, ist der damals 23-Jährige in die CDU eingetreten. Zu diesem Zeitpunkt habe er erkannt, "dass immer nur meckern nicht hilft und dass der Wunsch gewachsen sei, selbst zu gestalten."
Von 1998 bis 2002 war Steinz Kreisvorsitzender der Jungen Union, er saß auch im Kreistag
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und im Stadtparlament. 2007 ist er ausgeschieden, um eine Interessenskollision zu vermeiden. Steinz ist inzwischen persönlicher Referent des Oberbürgermeisters Heinz-Peter Haumann. Auf die Frage, warum er in die CDU eingetreten sei, betont Steinz, dass diese Partei seine Themen und Einstellungen vertrete, er habe sich aber auch für das "C" in CDU entschieden. Keine so große Überraschung, weiß man, dass er in Gießen Geschichte, Politikwissenschaften und evangelische Theologie auf Lehramt studiert und abgeschlossen hatte. Doch dann ging er nach dem 1. Staatsexamen nicht ins Lehramt, sondern – zur Polizei nach Frankfurt, wo er nach einigen anderen Stationen 2006 zum Kriminaloberkommissar ernannt wurde.
Aber woher kam die Idee, sich in Heuchelheim als Bürgermeisterkandidat aufstellen zu lassen? Er erläutert, dass er das Geschehen in Heuchelheim schon immer verfolgt habe. Er sei dort einkaufen und zum Sport gegangen. Parallel dazu kristallisierte sich bei ihm immer stärker ein Interesse an kommunalen Aspekten heraus, denn "Kommunalpolitik ist lebensnäher und Ergebnisse sind unmittelbarer sichtbar." Und dann kam eins ins andere: Er wurde von Heuchelheimern gefragt, ob er für die Kandidatur zur Verfügung stehe, habe sich dann in
einem internen Bewerbungsverfahren durchgesetzt. Der Gemeinde Heuchelheim attestiert er gute Zukunftsaussichten, eine Gemeinde, in der man etwas bewegen könne. Wenn sein Wahlkampf erfolgreich verlaufe, werde er auch auf jeden Fall nach Heuchelheim ziehen. Dann wird er auch in Heuchelheimer Vereinen zu finden sein, er bezeichnet sich selbst als "Vereinsmeier". Aber bei aller Heimatverbundenheit: In die Oper geht er dennoch lieber in Frankfurt; denn das erinnert ihn an seine Zeit in der Mainmetropole, aber auch das Gießener Theater besucht er. Wäre er nicht der, der er ist, dann wäre der Dipl. Verwaltungswirt „gern ein Schwede in den Schären“, die Eintracht Frankfurt bleibt in der 1. Liga, weil "sie eine solide Führung habe, die die Formschwächen der vergangenen Jahre in den Griff bekommen habe." Seine Freundin hat er zuletzt am Valentinstag mit Blumen überrascht. Die ist zwar nicht besonders glücklich darüber, dass ihr Lebensgefährte momentan wenig Zeit hat, aber zum einen ist sie selbst beruflich stark eingebunden und zum anderen weiß sie, dass dies zeitlich begrenzt ist. Sicherlich hilft dabei auch, dass er im Januar sein letztes freies Wochenende mit ihr in Berlin verbracht hat. Wenn der Kandidat das Wort Bürgermeister definieren soll, sagt er sofort, dass es kein Beruf, sondern eine Berufung sei. Eben kein Job, der um 18 Uhr endet, denn der Bürgermeister habe schließlich die Verantwortung für seine Gemeinde. Auf die Frage, was ihm seine Mutter mit auf den Weg gegeben habe, bezieht er sich auf seine Kindheit: Bei drei Geschwistern habe er gelernt, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, bescheiden und dennoch strebsam zu sein.
Diese Sätze vervollständigte er so:
Wann waren Sie zuletzt …
im Heimatmuseum, „in 2008 mehrfach und am kommenden Sonntag wieder.“ an den Lahn-auen? „Fast täglich!“ auf dem Lahnradweg? „Im Sommer 2008 sehr häufig, weil ich für die Alpenüberquerung trainiert habe.“ auf dem Dünsberg? „Im Sommer 2008, in 2009 hatte ich leider keine Zeit mehr dafür.“
Säße ich jetzt …
auf einem Zahnarztstuhl „hätte ich etwas falsch gemacht, da ich im Herbst erst einen Komplettcheck habe machen lassen.“ im Flugzeug nach New York, „ würde ich mich auf die schöne Zeit in Amerika freuen.“ in einer Kirche, „würde ich mich fragen, warum ich schon wieder in der Kirche sitze, da ich Sonntag zweimal in der Kirche war.“ im Stau im Auto, „würde ich mich sehr ärgern, da ich für weitere Strecken die Bahn nutze, eben um Staus zu umgehen." in einer Almhütte, „wäre es schon Herbst, denn ich plane für den September eine Fahrt in die Berge.“ am Strand, „wäre an diesem Strand ein Gebirgssee, denn ich bin kein Strandtyp.“ Seine letzte Reise führte ihn nach Amerika, sein Lieblingsland besteht aus mehreren: Skandinavien und sein Traumland, welches er unbedingt mal besuchen möchte, ist Neuseeland. Auf die Frage nach seinen Stärken nennt er sofort die Fähigkeit, zuhören zu können. Ein Können, was er gerne hätte: Druckreif formulieren können aus dem Stehgreif. Würde er im Juni zum Bürgermeister gewählt, möchte er das Leben für junge Familien in der Gemeinde noch attraktiver machen. Er denkt dabei an den Ausbau von Kitaplätzen, aber auch an das kulturelle Angebot. Er möchte sich dafür einsetzen, die Generationen zusammenzuführen und die Wirtschaftsförderungspolitik steht ganz weit oben auf seiner Agenda. Im Verwaltungsbereich soll dafür eine spezielle Stelle geschaffen werden. Gefragt nach einem besonders einschneidenden Erlebnis, glaubt er, für eine ganze Generation zu sprechen: Für ihn sei dies der 11. September 2001 gewesen.

Lars Burkhard Steinz.
Lars Burkhard Steinz. 
 

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