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Reiherente macht Winterferien in der Lahnaue

Heuchelheim | Die ca. 50 cm große Reiherente macht ihren Winterurlaub in der Lahnaue. Sie sind noch da, auf den Seen in der Lahnaue. Die Männchen der Reiherente haben bereits ihr Prachtkleid angezogen. Ihr schwarzweißes Gefieder schimmert und die gelben Augen leuchten in der Frühlingssonne. Am Kopf hat er eine Strähne langer Federn die lustig im Wind spielen. Diesen Federn haben der Ente wohl auch den Namen Reiherente verpasst. Die Weibchen haben auch Schopffedern, jedoch wesentlich kürzer, kaum zu erkennen. Sie hat einen dunkelbraunen Körper mit kleinen weißen Stellen an den Seiten. Im Winterquartier frisst sie Muscheln, Krebse, kleine Fische, Larven, Frösche, Würmer und Schnecken. Dabei kann sie bis zu 4 Meter tief tauchen.
Die Reiherente lebt normalerweise in Skandinavien, Russland, Sibirien bis Ungarn. Im Winter zieht sie nach Westeuropa. Einige Reiherenten bleiben sogar das ganze Jahr an der Nordseeküste. Hier brüten sie oft zwischen Möwen, da diese ihre Nester mit bewachen. Sozusagen hält sich die Reiherente eine eigene Security in Form von Möwen. Das ist auch nötig, denn die Nester der Ente werden oft von Greifvögeln,
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Füchsen und anderen kleinen Räubern geplündert. Das Brutgebiet der Reiherente scheint sich immer mehr nach westen zu verlagern. Der Grund könnte in der steigenden wirtschaftlichen Nutzung der Seegebiete in Ungarn und Russland liegen. Der Rückgang der Schilfgürtel und das Trockenlegen von Feuchtgebieten macht der Reiherente das Leben schwer. Das Schilf benötigt sie zum Nestbau und in den Feuchtwiesen findet sie in der Brutzeit die Insekten, Würmer und Schnecken, sowie ab und an auch etwas Grünzeug.
Das imposante Aussehen hat der Reiherente auch ein Leben in Gefangenschaft eingebracht.
Der französische Sonnenkönig Ludwig XIV holte die Reiherente in die Parkanlagen rund um Versailles.
Die Königshäuser England, Spanien, und Niederlande hielten ebenfalls die Reiherente. Natürlich durfte die Reiherente auch in den kaiserlichen Gärten Wien und Berlin nicht fehlen. Das Halten der Reiherente galt als schick. Sie wurde zum Ziervogel der Schönen und Reichen des 17. und 18. Jahrhunderts.
Die wildlebenden Reiherenten in der Lahnaue werden uns wohl mit dem einziehenden Frühling, Richtung Nordost verlassen. Also Jacke an und raus zum Entenschauen. Bitte kein Brot füttern! Den Wasservögeln schadet es mehr als es satt macht.

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Kommentare zum Beitrag

Jutta Skroch
13.043
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 22.03.2018 um 08:55 Uhr
Am Schwanenteich sind sie schon heimisch geworden.
Martin Wagner
2.415
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 24.03.2018 um 10:24 Uhr
Stimmt Jutta S. - Gestern habe ich ein Prachtexemplar auf einem Stein in der Wieseck (die sind da mit Absicht drin um die Fliessgeschwindigkeit zu regulieren) auf Höhe der ehemaligen Stadtbibliothek (jetzt Lit. zentrum) gesehen. Bis meine Begleiterin ihr Handy mit Fotofunktion aus der Tasche draussen hatte war er aber leider in Richtung Schwanenteisch weitergeflogen. Auf der Wieseckbrücke stehend konnte ich aber sehen, dass der Vogel sich auf die Steine direkt neben dem Rathaus wieder niedergelassen hat.

Mich wundert schon etwas, wie wenig diese Vögel der Stadtlärm stört.
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