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Gans oder Ente ?

Heuchelheim | Beim gestrigen Spaziergang, durch die winterliche Lahnaue, hatte ich das Glück eine Rostgans bewundern zu können. Auf dem abgedeckten Silo, zwischen Tauben und Rabenvögeln, schaute diese Rostgans auf mich herab. Ihr aussehen lässt einen fragen, Gans oder Ente?
Nun, die Rostgans ist wie die Brandgans oder die Nilgans eine Halbgans. Sie zeigt Merkmale von Gänsen und Enten. Sie lebt normalerweise in den Steppen Zentralasiens, in Griechenland, der Ukraine und Teilen der Türkei. Durch die Haltung in Parkanlagen und erfolgreiche Flucht aus der Gefangenschaft, gibt es die Rostgans jetzt auch in der Schweiz, Österreich und Deutschland. In der Lahnaue habe ich bisher jedoch noch nie Rostgänse gesehen. Da es sich um ein einzelnes Tier handelt, gehe ich nicht von einer Überwinterung, sondern von einer erfolgreichen Flucht aus. Der kräftige dunkle Schnabel eignet sich gut zum Gründeln, wie es Enten machen, als auch zum Gras zupfen, wie es Gänse machen. Die Rostgans hat einen weißen Kopf und einen rostroten Körper. Die Handschwingen und der Schwanz sind schwarz. Männchen und Weibchen sind nur im Prachtkleid zu unterscheiden.
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Um der Damenwelt zu gefallen, trägt das Männchen dann einen schwarzen Halsring. Der Kopf ist dann auch eher cremefarbig. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Rostgänse sind nur wenig größer als unsere Stockenten. Für eine Gans echt klein. Rostgänse sind während der Brut streng territorial und dulden keine anderen Enten in ihrem Revier. Sie sind Höhlenbrüter. Alte Fuchsbauten werden genauso genutzt wie hohle Bäume, Vertiefungen im Boden und auch Brutkästen von Schleiereulen und Turmfalken werden besetzt. Die Rostgans kann aber auch selbst ihre Bruthöhle graben. Die Weibchen legen 8 bis 16 Eier und brütet diese auch alleine aus. Das Männchen hält sich jedoch in der Nähe des Nestes auf und hält Wache. Das aggressive Verhalten in der Brutzeit macht die Exotin in Europa zum Problem. Einheimische Vögel werden durch sie verdrängt. Da die Rostgans in der Lahnaue alleine unterwegs ist, wird sie wohl nicht zur Brutzeit bleiben. Rostgänse fressen meist Pflanzen. Nur selten ist auch mal ein kleiner Fisch oder ein Insekt dabei. Die Rostgans gilt als "nicht gefährdet".

 
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Kommentare zum Beitrag

Ilse Toth
36.292
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 20.03.2018 um 12:07 Uhr
Sehr interessant! Habe noch nie von einer Rostgans gehört.
Nicole Freeman
9.501
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 20.03.2018 um 12:22 Uhr
bis gestern habe ich die in deutschland nur im zoo gesehen.
in der schweiz ist sie oft zu sehen. basel und zürich sind voll. so wie bei uns die nilgans ist die rostgans in der schweiz überall.
die rostgans war beim bauer klug auf dem silo und dann am silbersee unterwegs.
Elke Jandrasits
935
Elke Jandrasits aus Buseck schrieb am 25.03.2018 um 10:04 Uhr
Schön erwischt!

Wenn keine zweite Rostgans vorhanden ist, sucht sie sich vielleicht unter den zahlreichen Nilgänsen einen Partner.
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von:  Nicole Freeman

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Interessensgebiet: Heuchelheim
Nicole Freeman
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