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Peter Prüfer - der kontinuierliche Heuchelheimer

Peter Prüfer.
Peter Prüfer.
Heuchelheim | Er ist ein Sammler, ein Krimifan, ein „Einfach-mal-so-Verschenker“. Die Rede ist von dem Heuchelheimer SPD-Bürgermeisterkandidaten Peter Prüfer. Doch der Reihe nach: Der 54-jährige SPD-Politiker ist gebürtiger und überzeugter Heuchelheimer. Beruflich hat er schon sehr unterschiedliche Stationen hinter sich: Nach seinem Studium des Bauingenieurwesens arbeitete er viele Jahre zunächst in einem Coop- und danach in HL-Märkten. Mit 39 beschloss er, nochmal etwas ganz Neues zu beginnen:
Er macht eine weitere Ausbild-ung, diesmal zum geprüften Versicherungsfachmann und ist aktuell Bezirksleiter des Bereichs Wetterau. Prüfer ist verheiratet, Vater von drei Kindern und Besitzer zahlreicher Haustiere. Doch für das alles hat er im Moment wenig Zeit. Es gab ein einziges freies Wochenende und das hat er genutzt, um mit seiner Frau nach Amsterdam zu reisen. Hier erklärt sich auch, was mit „Einfach-mal-so-Verschenker“ gemeint ist. Er macht nicht gerne Geschenke zu Terminen wie Weihnachten. Aber er schenkt gern mal einfach so und diese Reise war ein solches Geschenk an seine Frau. Mit ihr hat er auch seine Kandidatur
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vorher besprochen und sie habe es akzeptiert, dass er nun für eine gewisse Zeit eben keine Zeit mehr habe. Die Wahltermine sind auch dafür verantwortlich, dass er für den Sonntagabend an seinem DVD-Player immer häufiger auf die „Aufnahme-Taste“ drücken muss, um den Sonntagabendkrimi aufzunehmen, er ist nämlich ein echter Krimifan. Hier nennt er als Autoren Andreas Franz und Jacques Berndorf.
Auf die Frage, warum er 1972 in die SPD eingetreten ist, schaut Prüfer ein wenig verwundert. Für ihn sei nie eine andere Partei in Frage gekommen. Aber von zu Hause kommt das nicht, denn er stamme aus einem eher unpolitischen Elternhaus. Dort hat er anderes mitbekommen: Seine Mutter hat ihm den Rat gegeben, ehrlich zu sein, Wahrheiten auszusprechen, auch wenn diese nicht gut ankommen. Aber zurück zum Politischen: 1979 wurde er Gemeindevertreter und ist seitdem ohne Unterbrechung im Parlament. Seit 1997 ist er Vorsitzender der Gemeindevertretung. Das Wort Bürgermeister zu definieren, findet er schwierig, weil viele die Kompetenzen des Bürgermeisters überschätzten. Und die Kandidatur hat er angetreten, weil er die Tradition der SPD-Bürgermeister in Heuchelheim fortsetzen wolle, aber auch, weil es sich um eine Gemeinde handele, die gut gewirtschaftet habe und diesen guten Stand möchte er erhalten. Und er bekräftigt, dass er niemals auf der Kandidatenliste einer anderen Gemeinde zu finden sein würde.
Prüfers großes Vorbild ist Willy Brandt. Für ihn ebnete Brandt mit seinen Ostverträgen schon den Weg zur deutschen Einheit. Seine Begeisterung für diesen Politiker geht soweit, dass er auch auf die Frage „Wenn Sie nicht Sie wären – wer wären Sie dann?“ mit der Einschränkung „leider ist er aber schon tot!“ ebenfalls Willy Brandt als Wunsch nannte. Das verbindende Element Brandts würde Prüfer auch bei seinem Ziel helfen, was er, würde er zum Bürgermeister gewählt, verwirklichen möchte: Er möchte das Zusammenspiel zwischen Heuchelheim und Kinzenbach verbessern. Dafür will er die Menschen, vor allem die in Vereinen engagierten, an einen Tisch holen. Weitere offene Aufgaben sind in seinen Augen die Struktur der Gemeindeverwaltung ändern, auch baulich. Er strebt einen Service-Point für Bürger an. Und die ehemalige Kinzenbacher Schule möchte er zu einem „Haus der Begegnung“ machen, wohl wissend, dass dieses Gebäude dem Kreis gehört. Aber er geht davon aus, dass sich ein Weg finden ließe, um diese Pläne zu verwirklichen, nicht zuletzt auch als Anlaufstelle für bislang sich in räumlicher Not befindender Vereine.
Apropos Vereine: Ein Vereinsmensch ist er auch und hier sind die Interessen breit gestreut: Sie reichen von der Arbeiterwohlfahrt, über den Karnevals- und Gesangverein bis zum Turn- und Sportverein. Und selbst für die Pflege der Beziehungen zu den beiden Partnerstädten in Frankreich und Polen bleibe noch ein wenig Zeit. Die Partnerschaft mit Gémenos begleitet er von Beginn an. Eine Reise nach Frankreich sei für ihn 1970 noch etwas Besonderes gewesen, eine Gelegenheit, mit einer fremden Kultur in Berührung zu kommen.
Schließlich vervollständigte er noch diese Sätze:
Eintracht Frankfurt bleibt in der 1. Bundesliga, weil … „sie schon zu viele Punkte haben und das ist gut so. “ Ich lebe in Mittelhessen, weil … „ich hier geboren, weil ich Mittelhesse bin.“ Deutschland sucht den Superstar. Ich suche … „Gesundheit und Zufriedenheit für meine ganze Familie.“

Wann waren Sie zuletzt …
in der Gemeindebücherei? „Das weiß ich nicht mehr genau. Aber ich finde die Einrichtung nützlich und unterstützenswert." im Heimatmuseum? „Gestern.“ im Stadttheater Gießen? „Da war ich noch nie!“ an den Lahnauen? „Vor einer Woche.“
Säße ich jetzt ...
auf einem Zahnarztstuhl, „säße ich eben auf einem Zahnarztstuhl“ in einer Kirche, „wäre ich sehr ruhig.“ in der Oper, „hätte man mich vorher gefesselt und dort hinein bugsiert.“ im Flugzeug nach New York, „würde ich verkrampft die Sitzlehne umklammern.“ im Auto im Stau, „würde ich meinen Termin verschieben und mich entschuldigen.“
am Strand, „würde ich mich langweilen und überlegen, was ich jetzt machen kann.“
Denn Prüfer ist kein Strandfan. Seine letzte Reise ging nach Frankreich. Das ist auch sein Lieblingsland. Sein Traumland, das er gerne irgendwann mal bereisen möchte, ist Australien.
Roger Willemsen beschreibt in seinem Buch „Der Knacks“ Situationen im Leben, nach denen nichts mehr so ist, wie es vorher war. Auf der Suche nach seinem persönlichen „Knacks“ räumt der Politiker ein, dass es solche Situationen auch in seinem Leben gegeben habe, aber er sei eigentlich immer der Gleiche geblieben, egal was ihm widerfahren sei. Und zu dieser Kontinuierlichkeit passt auch eines seiner Hobbys: Er ist ein begeisterter Sammler.

Peter Prüfer.
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