Bürgerreporter berichten aus: Heuchelheim | Überall | Ort wählen...

Starke Frauen und die scheinbar schwachen Männer an ihrer Seite

Heuchelheim | Jetzt werde ich wohl von einigen böse auf die Mütze bekommen. Meine Beobachtung, es gibt immer mehr starke Frauen im verborgenen. Starke Frauen mit noch stärkeren ,, schwachen Männern,, an ihrer Seite.
In den jüngeren Generationen haben wir sehr gut ausgebildete und willensstarke Frauen. Diese Frauen haben es verstanden ihre Stärken zu konzentrieren und einen Weg auf der Karriereleiter oft ohne Umwege zu gehen. Wenn man sich diese Frauen anschaut, haben sie oft im privaten genauso hohe Ansprüche. Ansprüche wie selbstbestimmt zu agieren, diskutieren, durchsetzen. Immer etwas auf Spannung und das Ziel fest im Blick. Oft geht das in Beziehungen dann schief.
Viele dieser Powerfrauen bleiben lange Single. Warum? Meiner Meinung nach liegt das ein bisschen daran, das viele Männer regelrecht Angst haben neben einer solch starker Frau als ,, Weichei,, da zu stehen, zu versagen. Angst vor den Stammtischgesprächen.
In unserer Gesellschaft ist das eben so, das die Frau die Kinder erziehen soll. Männer, die ihre Elternzeit in Anspruch nehmen wollen, werden immer noch belächelt. Hinter vorgehaltener Hand kommt dann
Mehr über...
Powerfrau (1)Familie und Beruf (5)Eltern (45)
oft,, Na da hat sie die Hosen an,, . Dabei möchte Mann doch nur auch etwas Zeit mit seinem Nachwuchs. Macht ihn das gleich zum,, Weichei,, ? Jungen Vätern die Teilzeit arbeiten wollen um bei Ihren Kindern sein zu können wird unterstellt, das sie Faul sind. Oft ist es aber so, das gerade die gut ausgebildete Frau in der Familie tatsächlich gut verdient. Teilweise sogar der heimliche Hauptverdiener der Familie ist. Dass die Frau weniger verdient, davon gehen alle aus. Daher ist es doch ,,Normal,, dass die Frau auf Teilzeit geht, solange die Kinder klein sind. Warum ist es nicht ,, Normal,, wenn der weniger verdienende Mann dann Teilzeit arbeiten geht. Diese Männer werden sehr oft belächelt.
Es gibt immer mehr Frauen die im Handwerk oder der Industrie arbeiten. Nicht weil sie es müssen, sondern weil es Ihr Traumberuf ist. Was wird dem Mann unterstellt, dessen Traumberuf Nageldesigner, Frisör oder Kindergärtner ist? Werden diese Männer nicht hinter vorgehaltener Hand belächelt? Warum sollte ein Mann nicht auch als ,,echter Kerl,, Kosmetikprodukte verkaufen können, Kinder erziehen und Kranke Pflegen können? Männer die ihren Traumberuf unter den typischen Frauenberufen finden werden immer noch nicht für voll genommen. Genau wie Frauen in Männerberufen oder Führungspositionen oft als Emanzen und Kariere geil beschimpft werden. Selbst bei der Steuer ist es immer noch so, das der Mann gefälligst als erster im Formular steht und Frau der Mitverdiener ist. Auch, wenn die Tatsache meines Empfindens nach in der jungen Generation immer öfter genau andersrum ist. Männer als ,,schwacher,, Partner an der Seite einer starken Frau gibt es immer öfter.

Für mich sind diese ,,Weicheier,, die echten Starken in der Gesellschaft.

Sie nehmen sich die Freiheit nicht der Hauptverdiener sein zu müssen.
Sie nehmen sich die Freiheit ihre Kinder zu betreuen.
Sie kümmern sich um Haushalt und co.
Sie helfen ihren starken Frauen ihren Traum von Kariere und Familie zu meistern.

Diese ,, schwachen,,starken Männer ertragen bewusst
viele Erniedrigungen der Gesellschaft. Diese ,,schwachen,, starken Männer haben keine Angst vor starken Frauen, sie respektieren sie.

Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft die gut ausgebildete, im Beruf erfolgreiche Frau auch nach Außen so sein darf. Das irgendwann die starke Frau Familie und Beruf wirklich auch unter einen Hut bringt ohne das dem Mann gleich ein Versagen unterstellt wird. Ich hoffe, dass es bald so sein wird, das es keine Männer-Frauenberufe mehr gibt, sondern nur noch Berufe!
Frauen werden erst dann vermehrt in Führungspositionen kommen können, wenn es genug Männer gibt, die neben einer Starken Frau auch in der Gesellschaft bestehen können.

Dieser Artikel spiegelt meine Gedanken, meine persönliche Beobachtung wieder. Ich habe hier keine Tabellen oder Studien, die ich bieten kann. Welche Beobachtung oder Erfahrung habt ihr zu diesem Thema gemacht? Ich bin auf eure Reaktion gespannt.

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Pippi Langstrumpf ist nicht allein!
Wie die Figur aus den Geschichten von Astrid Lindgren, sehen sich...
Kahlschlag auf dem Gartengelände der Kita Kinderland
Kinderland Gießen: durch Eigeninitiative und Muskelkraft entsteht neues Gartengelände
Ein riesiger Erdwall, mehrere Wagenladungen Astwerk und Kleinholz...

Kommentare zum Beitrag

374
Kai Wittgen aus Lich schrieb am 18.01.2018 um 11:16 Uhr
Danke für diesen wichtigen Artikel!
Klaus Viehmann
1.510
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 18.01.2018 um 11:54 Uhr
Hallo Nicole, ich habe in meinem beruflichen Wertegang viele Frauen erlebt, die im Lebensmittel-Großhandel mit Sicherheit mindestens genauso gut waren als das sogenannte starke Geschlecht. Ich habe die Frauen als Auszubildende bis hin zur Abteilungsleiterin begleitet und komme zum Entschluss, dass solche alte Weisheiten heute nicht mehr stimmen. Frauen stehen im heutigen Arbeitsleben genauso stark da wie ihre männlichen Kollegen. Sie sollten auch das gleiche Geld verdienen.
Nicole Freeman
8.797
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 18.01.2018 um 12:12 Uhr
welche alte weisheiten meinen sie denn herr viehmann?
danke herr wittgen. Was macht den Artikel für sie wichtig?
Klaus Viehmann
1.510
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 18.01.2018 um 13:48 Uhr
Frau Freeman, mit alten Weisheiten meinte ich was früher auf dem Land üblich war, der Spruch: „Frauen gehören hinter den Herd und sind für die Kinder zuständig“. Bei uns in der Familie war das schon zu Großvaters Zeiten nicht der Fall, meine Großmutter war in der Frankfurter Großmarkthalle eine von aller geschätzten Geschäftspartnerin. Ihr Artikel ist mir deshalb so wichtig, weil das Geschlechter Denken endlich abgeschafft werden muss. Gleicher Lohn und gleiche Anerkennung für alle.
Birgit Hofmann-Scharf
10.083
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 18.01.2018 um 13:56 Uhr
Ich kann aus Erfahrungen eines laaangen Berufsleben berichten und finde Deinen Beitrag als nicht mehr so aktuell, worüber ich sehr froh bin ( Bis auf die Tatsache, dass auch heute noch einige Frauen, für die gleiche Arbeit wie ihre männlichen Kollegen, weniger verdienen. )
Die Frau kann heute ebenso studieren wie der Mann, die Frau führt heute ebenso den Stadtbus wie auch der Mann etc, zumindest in der westlichen Welt.
Ich kenne keinen Fall des Spottes, wenn ein Mann Elternteilzeit nimmt.

Was aber Fakt ist, worin die Frau ihre Stärke zeigt, ist, dass das weibliche Geschlecht ihre Stärke in der Doppelbelastung ( Beruf und Familie ) wesentlich besser bewältigt, als der Mann.

Ich finde Deine Gedankengänge gut und richtig!
In der Erziehung des männlichen Nachkommens unbedingt mit einbeziehen. Denn meistens kam dieses Denken und Handeln aus der Kinderstube.
Otmar Busse
482
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 18.01.2018 um 14:11 Uhr
Ihre Beobachtungen, Frau Freeman, sind auch ohne Zurhilfenahme von Statistiken völlig richtig und die Veränderung der einstigen Meinung ... "die Frau gehört an den Herd" ist weitesgehend passé.
Das ist auch gut so und es ist absolut zu befürworten wenn Mann oder Frau das macht was sie oder er am besten kann. Es gibt z.B. viele Männer die besser kochen als ihre Frau, also gehört in dem Fall "der Mann an den Herd". Und so ist das selbstredend auch auf die Berufe zu übertragen. Ich sehe darin sogar einen großen Vorteil, denn macht jemand das, was er gerne macht und gut kann, dann macht es ihm oder ihr Freude und was mit Freude gemacht wird, wird in der Regel auch besser gemacht. So profitieren letztendlich Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Kunde, Patient , die Omi im Seniorenheim, die Kinder im Kindergarten und nicht zuletzt die Familie davon. Was ich persönlich allerdings nicht mag, ist, wenn "starke Frauen" der Karriere wegen am liebsten schon ihr Kind, wäre es kein Säugling und bräuchte nicht die Mutter, in eine Einrichtung abgeben würden.
Peter Herold
26.581
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.01.2018 um 14:20 Uhr
Gut Birgit, aber ich weiß aus eigener Erfahrung dass ein Mann genauso im Haushalt und Beruf seinen Mann steht und seine berufstätige Frau soweit wie möglich entlastet. Stillen können wir nicht, aber Flasche geben und Windeln wechseln das geht sehr wohl.
@ Herr Busse volle Zustimmung.
Birgit Hofmann-Scharf
10.083
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 18.01.2018 um 16:08 Uhr
Peter, so meinte ich es. Deswegen schrieb ich von " nicht mehr ganz zeitgerecht" - es hat sich schon so Einiges getan in unserer Gesellschaft - darf aber noch mehr werden!
Peter Herold
26.581
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.01.2018 um 16:10 Uhr
Bei mir wird sich da nichts mehr ändern. Bin Alleinunterhalter:-)
Nicole Freeman
8.797
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 18.01.2018 um 19:07 Uhr
danke für die kommentare.
@ Herr Busse, sie schreiben ,, Was ich persönlich allerdings nicht mag, ist, wenn "starke Frauen" der Karriere wegen am liebsten schon ihr Kind, wäre es kein Säugling und bräuchte nicht die Mutter, in eine Einrichtung abgeben würden. ,, genau das meine ich. man versucht den frauen ein schlechtes gewissen zu machen. warum nutzt der vater nicht die elternzeit? Wird die Elternzeit genutzt braucht das kind einer Karrierefrau nicht früh in eine Einrichtung.

,,Der Anspruch auf Elternzeit besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Pro Kind kann die Dauer der Elternzeit also bis zu 36 Monate betragen. Die nachgeburtliche Mutterschutzfrist wird auf die Elternzeit angerechnet, der Mutterschutz führt also nicht zu einer Verlängerung der Elternzeit über die dreijährige Gesamtdauer hinaus. Für bis zum 30. Juni 2015 geborene Kinder kann ein Anteil von bis zu zwölf Monaten der Elternzeit auf den Zeitraum zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes übertragen werden, wenn der Arbeitgeber zustimmt. Für Geburten ab dem 1. Juli 2015 können bis zu 24 Monate Elternzeit auf die Zeit zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes übertragen werden, ohne dass es der Zustimmung des Arbeitgebers bedarf. Der Arbeitgeber kann eine Übertragung der Elternzeit in diesen Zeitraum nur aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen.,,

Meist sind es Alleinerziehende Elternteile, die aus finanziellen Gründen die Kinder früh in die Betreuung geben müssen.

In der Gesellschaft werden lieber die Mütter zu Rabenmüttern abgestempelt als der Vater als vollwertiges betreuendes Elternteil akzeptiert.
Nicole Freeman
8.797
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 18.01.2018 um 19:10 Uhr
@ Birgitt
es wird in Kneipen und Vereinen teils offen teils hinter vorgehaltener Hand gespottet. Selten in Betrieben, denn das kann teuer werden. Väter haben ein Recht auf Elternzeit!
Der Zug fährt schon in die richtige Richtung, nur werden die Männer oft am bahnsteig vergessen.
Nicole Freeman
8.797
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 18.01.2018 um 19:12 Uhr
@ Herr Viehmann
ich danke für ihre Erläuterung. der letzte Satz gefällt mir besonders gut.
Nicole Freeman
8.797
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 18.01.2018 um 19:19 Uhr
wer mehr infos zur elternzeit haben möchte kann einmal diese seite besuchen
https://www.elternzeit.de/
Peter Herold
26.581
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.01.2018 um 20:01 Uhr
Ich habe damals erreicht, dass der Kindergarten eine Nachmittagsgruppe im Kindergarten eingerichtet wurde. Si konnten einige Frauen, darunter auch meine ein Halbtagsarbeitsverhältnis eingehen und dadurch den Anschluss in ihrem Beruf halten. Ich hatte gleitende Arbeitszeit, konnte rechtzeitig Schluss machen und die Tochter abholen.
Otmar Busse
482
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 18.01.2018 um 20:24 Uhr
na ja Frau Freeman, jetzt legen Sie den Finger aber tief in die Wunde ..."In der Gesellschaft werden lieber die Mütter zu Rabenmüttern abgestempelt als der Vater als vollwertiges betreuendes Elternteil akzeptiert." So ist das ja auch nicht und was nicht ausgeblendet werden darf, ist nun mal die Tatsache, dass die Mutter-Kind-Bindung die erste und wahrscheinlich wichtigste Beziehung im Leben eines Menschen ist ... und die beginnt bereits im Mutterleib. Und das hat nichts damit zu tun, dass ein Vater als betreuendes Elternteil völlig selbstverständlich Anerkennung und Akzeptanz verdient hat.
Peter Herold
26.581
Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.01.2018 um 20:26 Uhr
Gut Herr Busse.
Nicole Freeman
8.797
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 18.01.2018 um 20:47 Uhr
richtig. die mutter kind bindung besteht zweifellos schon vor der geburt. der vater kann erst nach der geburt wirklich eine bindung aufbauen. diese möglichkeit sollte er auch bekommen.
Peter Herold
26.581
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.01.2018 um 00:03 Uhr
Ich war bei der Entbindung dabei ich war der erste Mensch dessen Hand meine Tochter fasste. Diese Bindung hält immer noch.
Nicole Freeman
8.797
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 19.01.2018 um 06:25 Uhr
kein zweifel, ich mag meinen papa auch sehr, obwohl er nicht die möglichkeit hatte in den ersten 3 jahren ganz für mich da zu sein. die elternzeit gab es damals noch nicht. nach dem kindergarten hatte ich oma, bis meine eltern von der arbeit kamen. dieses familienmodell gibt es aber immer weniger. die elternzeit ermöglicht es nun auch vätern sich intensiv um ihre kleinen zu kümmern. tun sie es, nach der elternzeit durch arbeitszeitverringerung? Nur die wenigsten trauen sich das. genau diese wenigen ermöglichen ihrer partnerin den weg in die führungsebene eines unternehmens. Teilzeit in der Führungsebene habe ich noch nicht gesehen. Viele gut ausgebildete Frauen müssen sich entscheiden , Familie oder Karriere. Viele finden eben keinen starken Mann an ihrere Seite und bleiben solo oder kinderlos. Wenn wir mehr Frauen in Führungspositionen haben wollen brauchen wir keine Quote sondern starke Männer die an der Seite der Frau den Haushalt und die Kinderbetreuung übernehmen. Sie können es testen, in der Elternzeit. Ob sie dem negativdruck in der Gesellschaft standhalten ist eine andere sache. Nur die Starken werden es durchstehen.
Peter Herold
26.581
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.01.2018 um 10:16 Uhr
Zu meiner Zeit gab es diese Errungenschaften noch nicht. Aber man kann das nicht alles über einen Kamm scheren und bei vielen Frauen eventuell Frust auslösen. Nicht jede Frau will in eine Führungsposition und nicht jeder Mann ist dafür geeignet diese Vaterrolle in der Familie zu übernehmen, bzw nicht jedem ist es möglich.
Ich mag das einfach nicht dieses Gerede von starken Geschlechtern. Jeder ist so stark oder schwach wie er kann. Es ist nicht erlernbar. Ein Macho ist nicht stark, genauso wenig wie eine Emanze. Emanzen sind für mich Frauen die Männer nicht akzeptieren können so wie sie sind.
Nicole Freeman
8.797
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 19.01.2018 um 10:25 Uhr
genau so sehe ich das auch. man sollte nur einfach auch mal darüber nachdenken das diese quotenregeln nichts bringen. die geschlechterrolle sollte es einfach nicht geben. der mensch kann nur gute leistung bringen wenn er spass bei der arbeit hat. sei es im haushalt, bei den kindern, auf der baustelle oder im altenheim.
lasst doch dem jungen mann eine ausbildung in der altenpflege oder der pädagogik machen ohne seine entscheidung zu hinterfragen.
Peter Herold
26.581
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.01.2018 um 10:31 Uhr
Gut nur schade, dass hier fast nur ein Dialog und keine Diskussion stattfindet.
Wo sind denn die Männer und Frauen? Haben sie keine Meinung zu diesem Thema :-( wurde immerhin über 200 mal gelesen.
Christine Stapf
6.323
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 19.01.2018 um 14:04 Uhr
Starke Frauen waren die Trümmerfrauen !!

Eine starke Frau war meine Oma mütterlicherseits, die alleine für fünf Kinder sorgte, bis mein Opa als Spätheimkehrer wieder zur Familie kommen konnte.

Starke Frauen agierten im Widerstand, kämpften für Menschenrechte bessere Arbeitsbedingungen.
Es gibt eine große Liste der Frauen die immer ihren „Mann“ standen.

Als ich 1972 meinen Arbeitsvertrag unterschrieb, war es schon so, dass wir Frauen in der Hauptsache an der Schreibmaschine saßen. Im Laufe der Jahre gab es doch Schritt für Schritt Veränderungen. Es wurde keine Seltenheit das Frau auch Abteilungsleiterin wurde und wenige aber sie gab es, die Männer, die Kinder zuhause versorgten.
Natürlich sollte es im privaten wie auch im beruflichen ein gleichberechtigtes Miteinander sein. Schaue ich ein paar Jahre zurück, so kann ich doch sagen, dass in meiner Umgebung nicht wenige Männer sich die Erziehungszeiten mit der Frau teilten.

Man sollte aber auch bedenken, das es Familien gibt, die ganz bewusst auf den alten Wegen wandeln wollen. Papa fährt morgens zur Arbeit, Mama ist für die Kinder da.

Ungeplant wurde ich auch zu einer starken Frau, berufstätig und alleinerziehend. Ich bin heute noch stolz auf das, was ich als Mensch mit Handicap, im Rollstuhl, ohne die vielfältige Kinderbetreuung, die es heute gibt, auf den Weg gebracht habe.
Martin Wagner
2.378
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 29.01.2018 um 11:11 Uhr
Als Maurer war ich bis vor gut ein Dutzend Jahren im Bauhauptgewerbe beschäftigt. Dort gab es auf den Baustellen wenig Frauen, wenn dann als Vorgesetzte auf einer höheren Ebene (Bauingenieurinnen und so). Laut Gewerkschaftszeitung hat sich das drastisch geändert. Ob das Verhältnis zwischen Frauen und Männern (auf gleicher Hierarchiestufe) an der Baustelle von Vorurteilen geprägt war kann ich nicht beurteilen, da es eben keine Praxis dazu gab.

Vor über 15 Jahre habe ich mich für zwei Jahre bei der Firma beurlauben lassen um die Pflege der Mutter zu übernehmen. Da waren die Schwester und Schwägerin so emanipiert (gesellschaftliche Entwicklung seit den 70er-Jahren die ich befürworte), dass sie (zu Recht) sagten, diese Aufgabe sollte aus dem Kinderkreis derjenige übernehmen, dem es am Besten in den Kram passte und nicht automatisch die Frauen im Kinderkreis. Da war dann ich gefragt, denn ich lebte zu der Zeit in keiner Beziehung, eigene Kinder habe ich immer abgelehnt und meine Firma beurlaubte mich "gerne" (damals Auftragsflaute).

Ich finde: Immer genau in die einzelne Situation rein schauen und keinesfalls schematische Antworten geben. So ist meistens Allen geholfen.
Christine Stapf
6.323
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 29.01.2018 um 15:45 Uhr
Herr Wagner, als ich Ihren Kommentar las, dachte ich an meinen Ehemann. Er pflegte seine Mutter drei Jahre nach einem Schlaganfall. Nachdem sie verstorben war kehrte er nicht zum ursprünglichen zurück, er hatte Geographie und Anglistik studiert, sondern machte mit Ende vierzig eine qualifizierte Ausbildung. Er arbeitet seit vielen Jahren im ambulanten Pflegedienst.

Was Ihren letzten Satz betrifft, so finde ich es doch interessant die unterschiedlichen Sichtweisen in Kommentaren zu lesen. Das Wiederkäuen anderer Kommentare finde ich unangebracht, schematische Antworten wie Sie es nennen, gibt es für mein Verständnis nicht.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Nicole Freeman

von:  Nicole Freeman

offline
Interessensgebiet: Heuchelheim
Nicole Freeman
8.797
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Was verbindet Grünberg mit indigenen Völkern des Amazonasgebietes?
Wenn man vor dem Rathaus in Grünberg steht, stellt man sich als nicht...
Lachmöwen bei der ,,Wattwanderung,, in der Lahnaue
Wattwanderung in der Lahnaue? Lachmöwen machen Ferien in der Lahnaue
Wer jetzt durch die Lahnaue wandert, wird sicherlich überrascht...

Veröffentlicht in der Gruppe

Rätsel und Gedanken

Rätsel  und Gedanken
Mitglieder: 24
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
Ein Spaß für jedes Alter
Wer hätte gedacht, daß man solche Bilder noch einmal in unserer...
Was verbindet Grünberg mit indigenen Völkern des Amazonasgebietes?
Wenn man vor dem Rathaus in Grünberg steht, stellt man sich als nicht...

Weitere Beiträge aus der Region

Jetzt kommt Leo!
Ist der kleine Kerl nicht zum verlieben? Er zaubert den Menschen ein...
Prachtkater Donald!
Donald ist ein "gestandenere Kerl" von sechs Kilo mit liebenswertem...
Blick auf den Bahnhof
Spaziergang durch Bad Nauheim im Februar
Durch einen längeren Aufenthalt in Bad Nauheim habe ich die...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.