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Die Innendämmung ist sogar für eine Wandheizung geeignet

Der Spezialist für Dämmungen, Martin Großekathöfer (re) und Jürgen Engelhardt, HENEF (li) freuen sich über das große Interesse
Der Spezialist für Dämmungen, Martin Großekathöfer (re) und Jürgen Engelhardt, HENEF (li) freuen sich über das große Interesse
Heuchelheim | Der Vortrag über »Richtig Innen dämmen« im Heuchelheimer Energieeffizienz-Forum (HENEF) zeigte wie man Energie spart, Bauschäden vor allem Schimmel vermeidet und behaglich wohnt.

Es schien, als ob mit dem Vortragsthema ein Nerv getroffen wurde. Der Organisator des HENEF, Jürgen Engelhardt, freute sich, dass er gut achtzig Interessenten im vollbesetzten Sitzungssaal zu dem Vortrag begrüßen konnte darunter auch Bürgermeister Steinz und den ersten Beigeordneten, Dr. Ehlers.

Was ist das beste Mittel für warme Füße? fragte der Referent, Dipl. Ing. Martin Großekathöfer eingangs in die Runde: „nun, ein warmer Raum. Und den erhält man auch mit einer richtig überlegten Innendämmung“

Wohlfühlen möchte man sich in der Wohnung. Wenn man sich vor eine kalte Altbauwand stellt, so der Referent, fühlt man den Kaltluftstrom von Decke zu Boden und spürt die Abstrahlung des menschlichen Körpers zur Wand. Gerade diese beiden Effekte verschwinden wenn die Mauer innen oder außen gedämmt wird. Die Temperatur ist wand-innenseitg höher und führt damit zu einem deutlich angenehmeren Wohnklima. ‚Automatisch dreht man dann das Heizkörper-Thermostat herunter‘ so der Experte.

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In welchen Situationen ist eine innen liegende Dämmung angeraten? Dazu hatte Großekathöfer etliche Beispiele parat: wenn das Haus über eine hübsche oder denkmalgeschützte Fassade verfügt, wenn kein Platz für eine Außendämmung gegeben ist oder wenn es ein selten genutzter Raum ist, der im Bedarfsfall schnell aufgeheizt werden soll. Vorteilhaft ist die Innendämmung bei Schimmelschaden oder dessen Vorbeugung. Auch das do-it-yourself-Verfahren und das raumweise Vorgehen ist bei dieser Dämmvariante günstig, bei der zudem kein Außengerüst gebraucht wird.

Die Frage nach der Dämmstärke kann per Diagramm abgelesen werden: bei 6 cm werde bereits 54% Energie eingespart. „Ich würde bis zu 8 oder 10 cm empfehlen, mit feuchtevariabler Dampfbremse auch darüber“ berichtet der Referent.

„Berücksichtigt werden muss, dass die Außenwand kühler wird und an der Grenzschicht hinter der Dämmung kann auch schon mal Frost entstehen“. Die Innenseite der gedämmten Wand wird hingegen deutlich wärmer was das Wohlbefinden fördert und die Schimmelentstehung verhindert.

Der Referent empfiehlt zwei Wege zur Realisierung. Entweder Dämmplatten, die an die Wand geklebt und -je nach Herstellerangaben- evtl. zusätzlich angedübelt werden. Das Anbringen per Klebebatzen ist passé sondern großflächig kleben sei die Devise damit die Feuchteübertragung richtig funktioniert. Die Platten können aus mineralischen Materialien, Holzweichfaser oder Lehm bestehen. Zusätzlich gäbe es Formelemente für eine Wandheizung mit der ein besonders angenehmes Wohnklima erzielt wird. Die Fensterlaibungen dürfen nicht vergessen werden.

In besonderen Sanierungsfällen, in denen sehr viel Feuchte anfällt sind Calciumsilikat-Platten die beste Wahl da sie zwar nicht so gut dämmen, vielmehr sind sie alkalisch was den Schimmel verhindert und sie können sehr viel Kondenswasser aufnehmen. Das gespeicherte Wasser muss allerdings irgendwann einmal wieder austrocknen können.

Der zweite Weg ist ein Ständerwerk vor der Innenwand welches mit den Dämm-Matten ausgefüllt wird sagt Großekathöfer. Auch Zellulose- oder mineralische Einblasfüllungen seien sehr gut möglich.
In beiden Varianten empfiehlt der Referent eine feuchtevariable Dampfbremse raumseitig anzubringen, die im Sommer viel Feuchte diffundieren lässt und im Winter die Feuchte sperrt. Damit wird auch die sehr wichtige Luftdichtheit hergestellt um Feuchte- oder Schimmelschäden zu verhindern. Luftdichtheit erzielen und erhalten bedeutet auch, dass Elektroinstallationen am sinnvollsten vor die Dampfbremse oder gar an reinen Innenwänden eingebaut werden.
Die raumseitige sichtbare Schicht kann mit Gipskarton, Holz, Tapeten, Putz etc. dekorativ gestaltet werden. Am sinnvollsten wird alles diffusionsoffen ausgeführt so das Credo des Fachmannes.

Einige Überlegungen zur Außenwand müsse man sich schon machen. So sei der Schlagregen aus der Mauer fernzuhalten denn der müsse später wieder weg-getrocknet werden. Folglich seien Risse oder Löcher im Außenputz besonders an der Wetterseite zu vermeiden. Der vorhandene Innenputz solle möglichst ein kalkhaltiger Putz aber kein Gipsputz sein.

Zur Verdeutlichung der Effekte musste die Bauphysik ein weiteres Mal herhalten: eine mit Schlagregen belastete Wand muss im Sommer auch nach innen leicht austrocknen können. In diesem Fall ist die Dampfbremse auf „Durchgang geschaltet“.
Da Polystyrol dampfsperrend ist wird jetzt klar, dass die sommerliche Austrocknung bei diesem Dämmstoff behindert wird. Im Winter hingegen, soll kein Diffusionsstrom vom warmen Inneren zur kalten Mauer erfolgen. Dann sperrt die feuchtevariable Dampfbremse automatisch ab.

Zwei Gründe nannte der Experte die eine Innendämmung nicht ratsam erscheinen lassen: erstens wenn ein schadhafter, wasserdurchlässiger Außenputz insbesonders an der Wetterseite vorliegt und zweitens, wenn Feuchte von unten aus dem Fundament in der Wand hochsteigt.

Im Anschluss an den Vortrag konnte der Referent viele praktische Fragen der Interessanten beantworten.

Der nächste Vortrag im HENEF findet am 25. Januar um 19:00 Uhr statt über das Thema: „Der sinnvolle Fahrplan zur energetischen Sanierung“.

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von:  Jürgen Engelhardt

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