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Dezember 2010 - Ein Wintertraum

Bilderbuchwinter 2010
Bilderbuchwinter 2010
Heuchelheim | Für richtige Winterfans war er gewiss ein besonderes Erlebnis: Der schneereiche Dezember 2010.
Lange schon ist das her! 7 Jahre!
An solchen Ereignissen wird Jedem schnell bewusst, wie rasch die Zeit verfliegt.
Angefangen hatte es Ende November 2010. Nachdem dieser Monat fast alle Wärmerekorde eingestellt hatte, mit Temperaturen von bis zu 18 Grad um Mitte des Monats, stieß nach dem 26. November arktische Kaltluft auf direktem Wege bis nach Mittel - und teilweise Südeuropa vor und brachte uns den kältesten Dezember seit dem Jahr 1969 und den schneereichsten seit mindestens 1981!
Und das während einer der wärmsten Klimaphasen die je von Menschen aufgezeichnet wurde.
Auch in Warmphasen sind also starke Kälteperioden möglich. Umgekehrt geht das genau so.
Während der sogenannten "Kleinen Eiszeit" - eine Klimaepoche in Mitteleuropa mit besonders niedrigen Durchschnittstemperaturen - hatte es ebenfalls im Gegenzug zu den sehr kalten Wintern, auch ausgeprägte Hitzesommer gegeben.
Diese Epoche dauerte etwa von Mitte des 15. Jahrhunderts bis Mitte des 19. Jahrhunderts und klang anschließend allmählich aus.
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Schnee satt: Dezember 2010 (1)
Seit Ende der 80er Jahre befinden wir uns in einer ungewöhnlichen Klimawarmphase. Der Verfasser ging auf dieses Thema bereits mehrfach ein.
Im Dezember 2010 beherrschte fast den gesamten Monat über kalte Luft aus Nordeuropa das Geschehen.
Diese Kaltluft war meist sehr feucht; so das immer wieder teils ergiebige Schneefälle ausgelöst wurden.
Den Höhepunkt der Schneefälle - vom 1. bis 20. Dezember schneite es beinahe täglich - bildeten die starken Schneefälle vom 19. Dezember. An diesem Tage wuchs die Schneedecke im Gießener Land auf 20 bis 25 cm Höhe an. So viel Schnee im Tiefland gab es insgesamt seit mindestens dem Winter 1981/82 nicht mehr. Im Lahntal bei Marburg erreichte die Schneedecke sogar ungewöhnliche 30 bis 35 cm Höhe.
In den Mittelgebirgen lag naturgemäß noch mehr Schnee von zum Teil über einen halben Meter Mächtigkeit.
Dieser Dezember bescherte uns somit auch das winterlichste Weihnachtsfest seit dem Jahr 1981.
Nach Weihnachten kündigte sich damals aber schon die große Umstellung der Wetterlage an.
Zwar kam an den Weihnachtstagen nochmals Schnee hinzu; doch bereits gegen Jahresende begann die Schneedecke zunächst langsam zu schrumpfen.
Der Neujahrstag 2011 war noch tief verschneit. Aber nach dem 5. Januar brach eine markante Südwestwetterlage durch und es setzte bis in die Hochlagen des Berglandes starkes Tauwetter ein.
Glücklicherweise ging die Schneeschmelze ohne größere Regenfälle einher. Das hätte sonst eine schlimme Hochwasserkatastrophe geben können.
Aber die Schneeschmelze reichte diesmal alleine schon für ein gut 10-jähriges Hochwasser-Ereignis an vielen Bächen und Flüssen in weiten Teilen West - und Mitteleuropas.
Hier zur Erinnerung ein paar Impressionen!

Bilderbuchwinter 2010 1
Bilderbuchwinter 2010 
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Am Marburger Bahnhof:... 
Tief verschneit: Die Heuchelheimer Gemarkung
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Mitte Januar 2011: "Finnische Seenplatte" im Gießener Becken
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Ein reissender Fluß: Die Salzböde Mitte Januar 2011 1
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Kommentare zum Beitrag

Otmar Busse
929
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 04.12.2017 um 18:48 Uhr
Interessant zu lesen. Erkennbar, dass das Wetter eigentlich schon seit vielen Jahren nicht kontinuierlich gleich ist und "verrückt" spielt.
Die Fotos der Hochwasser erinnern mich an die Jahre als es nicht ungewöhnlich war wenn die Lahn als Fluß micht mehr erkennbar war und die Lahnaue einer riesigen Seenplatte glich.
Gab es, nachdem das Hochwasser zurückgegangen war, aber noch Flächen überflutet blieben, noch einmal Frost, dann hatten wir als Kinder die schönsten Eislaufflächen.
Friedel Steinmueller
3.873
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 04.12.2017 um 19:01 Uhr
Danke für Ihre Stellungnahme Herr Busse!
"Das Wetter spielt verrückt!"
Eine Aussage die mir schon in meiner Kindheit ( Ende der 50er bis Anfang der 60er Jahre aufgefallen ist )
Der Mensch vergisst schnell was einmal war.
Seit 1971 notiere ich täglich die Wettererscheinungen. Und mir fällt im Vergleich zu früheren Jahrzehnten auf, das das Wetter eher immer gleichmäßiger wird, weil richtige strenge Kältewellen im Winter kaum noch auftreten und auch im Sommer gibt es die langen kühlen Regenphasen der 60er Jahre fast gar nicht mehr.
Aber die Gefrornis der Lahnauen im Winter war auch für mich immer ein interessantes Phänomen.
Ein Fall ist mir besonders im Gedächtnis geblieben.
Januar 1982.
Nach dem reichlichen Schnee im Dezember, gab es in der ersten Januarwoche sehr milde Temperaturen. Dabei fiel kräftiger Regen und dann kam das Hochwasser. Während die Wasserstände ihrem Gipfel zustrebten erfolgte ein gewaltiger arktischer Kälteeinbruch und dann gefror die Lahnaue zu einer riesigen Eisfläche. War sehr beeindruckend damals.
Es setzten im Verlauf Schneefälle ein und anschließend wurde es bitterkalt. Am 14. Januar sank hier die Quecksilbersäule auf knapp unter minus 25 Grad.
Von derartigen Extremen sind wir seit Jahrzehnten weit entfernt.
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