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Der "Blanke Hans" der kann´s!

Sonntag früh am Seedeich in Cuxhaven
Sonntag früh am Seedeich in Cuxhaven
Heuchelheim | Seit Tagen schon wurde von den Meteorologen verkündet:
Ein neuer Sturm zieht auf!
Diesmal mit dem Namen Herwart. Er sollte der dritte schwere Sturm in dieser Saison werden und damit gehört der Herbst 2017 schon für weite Teile des nördlichen Mitteleuropas zu den sturmreichsten Herbsten überhaupt. Denn seit Jahrzehnten hatte es so früh schon bis Ende Oktober keine derartige Sturmfolge mehr gegeben. Das lies selbst die Fachwelt aufhorchen, werden doch die heftigsten Stürme erfahrungsgemäß eher im Spätwinter beobachtet; also etwa in der Zeit von Ende Januar bis Anfang März. Die schwere Orkanserie von 1990 fiel genau in diese Zeit.
Die Energie für diese eher unzeitgemäßen Stürme war in der Atmosphäre schon lange vorhanden. Die schweren Tropenstürme in der Karibik und in den Südstaaten Nordamerikas waren vielleicht sogar der Vorreiter auch für unsere Stürme; denn erstmals seit Beginn von Wetteraufzeichnungen schaffte es ein Tropensturm bis an die Westküste Europas, respektive Irland und Schottland, ohne nennenswerte Abschwächung vorzudringen.
Den Unwetterprognosen zum Trotz, hieß es daher für mich:
Samstag früh nix wie los in Richtung "Blanker Hans" (Nordsee)
Mehr über...
Der dritte schwere Herbststurm im Norden (1)
Das war eine Herausforderung.
Noch schnell habe ich eine Unterkunft gefunden und gebucht. Das war angesichts der zahlreichen Stornierungen kein Problem. Viele Urlauber sind aufgrund der "Erfreulichen Wettervorhersagen" erst gar nicht angereist und somit gab es kaum Probleme noch ad hoc eine adäquate Unterkunft direkt am Seedeich in Cuxhaven zu finden. Das ersparte mir mühe - und gefahrvolle Wege an den Strand für den Zeitpunkt wo es dann wirklich ernst wurde.
Am Sonntag morgen wurde ich mit Getöse geweckt. Ein erster Blick nach draußen: Die Bäume bogen sich gnadenlos im Wind. Ein erster Versuch zum Deich zu laufen war natürlich unter größter Vorsicht und dem Respekt der tobenden Elemente gezollt; aber hier standen keine hohen Bäume in der Nähe die umzustürzen drohten. Auf dem Deich oben angekommen, musste man sich gegen den Wind stemmen. Das Gehen war bei diesen heftigen Böen erschwert. Ebenso war es problematisch die Kamera ruhig zu halten; und man musste darüber hinaus noch aufpassen, das sich kein Salzwasser oder winzige Sandkörnchen auf Objektiv und Kamera absetzen.
Die Luft war ohnehin erfüllt von Gischtwolken welche die Sicht direkt über dem Meer leicht trübten.
Sonntag Nachmittag: Noch immer tobte die See
Sonntag Nachmittag: Noch immer tobte die See
Die Sturmflut erreichte hier zwischen ca. 5 und 7 Uhr ihren Höhepunkt um dann rasch wieder abzufallen. Man sah später aber noch an dem angeschwemmten Treibgut, wie hoch das Wasser während der frühen Morgenstunden gewesen sein muss.
Die Windstärke erreichte in der Frühe zeitweise in Böen Bft. 10 bis 11. An der Wetterstation in Cuxhaven wurde auch eine 12er Böe gemessen.
Im Verlaufe des Vormittags lies der Sturm zwar nach; doch den ganzen Tag über wehte der Wind immer noch mit Stärken von 6 bis 8 dahin. Dazu war der Himmel vielfach klar mit wenigen Quellwolken und hervorragenden Sichtweiten.
Tagsüber waren die Feuerwehren im Einsatz um umgestürzte Bäume und herunter gewehte Dachpfannen zu beseitigen. Das erforderte die vorübergehende Sperrung einiger Straßen. Am Abend war aber wieder Ruhe eingekehrt.
Nach dem totalen Stillstand des Bahnverkehrs am Sonntag, rollten die Züge im Verlaufe des Montags wieder. Einige Fernzüge fielen aber noch aus. Auf den Bahnhöfen herrschte weniger Betrieb als gewohnt; die Züge waren auch nicht so voll als sonst. Daher war die Rückreise gestern trotz Sturmfolgen eher angenehm als lästig. Aber man war ja auf alle Unwägbarkeiten eingestellt. Viele Reisende traten ihre Fahrten erst gar nicht an.
Jedenfalls - und das muss abschließend erwähnt sein:
Keine Risiken eingehen bei derartigen Stürmen und vor allem weg von hohen Bäumen! Auch sollte man sich während eines Sturmes nicht in der Nähe von Gebäuden und vor allem im Bereich von Baugerüsten aufhalten.
Auf einem Deich ist man hingegen sicher.

Bleibt abschließend noch die bange Frage:
Kommen neue Stürme?
Wann, wo und wie heftig, kann zur Zeit nicht beurteilt werden.
Aber: "Nach dem Sturm ist vor dem Sturm!"

Sonntag früh am Seedeich in Cuxhaven
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Sonntag Nachmittag: Noch immer tobte die See
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Zeugen vergangener Sturmfluten am Alten Seedeich in Cuxhaven
Zeugen vergangener... 
Für Sturmjäger!
Für Sturmjäger! 

Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
8.438
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 01.11.2017 um 09:45 Uhr
Mutig, wer bei so einem Wetter dort hin fährt, dadurch haben wir aber einen direkten Beitrag über dieses Sturmtief an der Nordsee!

Ich denke das es noch mehr zunehmen wird, mit diesen Stürmen, denn die Temperaturen sind teilweise zu unterschiedlich und das birgt solche Gefahren!
Friedel Steinmueller
3.883
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 01.11.2017 um 14:54 Uhr
Stimmt - Herr Heuser!
Die Gefahr scheint dieses Jahr daher besonders groß zu sein, das sich schlimme Stürme in noch kürzeren Zeitfolgen ereignen könnten; so wie während der Winterhalbjahre 1989/90 oder 1999/2000 z.B.
Bis jetzt hatten wir in der Mitte noch Glück und sind davon ausgespart worden. Das kann sich aber auch ändern.
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von:  Friedel Steinmueller

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Interessensgebiet: Heuchelheim
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