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Warum immer Dirndl und Weißwust ?

Heuchelheim | Diese Frage stelle ich mir, wenn ich den Veranstaltungskalender anschaue. Immer mehr Oktoberfeste im bayrischen Stil werden gefeiert. Dirndl und die bayrische Lederhose darf genauso wenig fehlen wie Brezel, Weißwurst und Grillhaxe. Wohnen wir nicht in Hessen? Haben wir keine eigene Tracht? Doch wir haben eine eigene Tracht. Nur kann die eben nicht einfach im Supermarkt billig gekauft werden. Wir Hessen haben sehr unterschiedliche Trachten. Je nach Gegend und Religion unterscheidet sich die Tracht. In Marburg erkennt man auf den ersten Blick, wer evangelisch ist und wer katholisch. https://www.youtube.com/watch?v=4wIInw1MM6s
Die evangelische Frau trägt dunkle Farben. Ihr Haar ist oben in der Mitte zu zwei Zöpfen geflochten, die dann zum Schnatz (ähnlich wie ein Knoten) gebunden und gesteckt werden. Davor kommt ein kleines Stülpchen. Dieses ist meist im oberen Bereich bestickt. Die katholische Frau aus Marburg mochte es bunt aber gut abgestimmt. Auffällig sind die Kappen. Rot und aufgefächert mit einem Kinntuch. Es ähnelt einem Kopftuch mit integrierter Mütze. Die Zöpfe wurden am Hinterkopf geflochten und dann um den Kopf gewickelt. Auffallen ist auch die Schwälmer Tracht. Unzählige Röcke, jeder hat eine Bedeutung. Dazu das rote Käppchen wodurch auch die Brüder Grimm inspiriert wurden. https://www.youtube.com/watch?v=X6ryiDGEvJU
Mehr über...
Trachten (8)Hessen (394)
Oder die Hüttenberger Tracht. Hier gibt es auch den Schnatz. Die Kopftücher haben eine breite Schleife, die auf der Brust getragen wird. Sehr auffällig und groß. Die Unterröcke sind in den Farben grün und das rot nur bis zur Hochzeit. Die Oberröcke waren grün, blau, lila und schwarz. Immer viel Stickerei. Auf diese waren und sind die Hüttenberger Stolz. Die Hüttenbergerin trug gerne Tücher. Diese waren dann aber sehr farbenfroh. https://www.youtube.com/watch?v=HBkj-UQ1fC8
Auch die Männer hatten tolle Trachtenbekleidung. Es gibt da graue Strickjacke mit dunkler Hose oder den blauen Hessenkittel. Die Marburger Männer hatten kurze Jacken und in Hüttenberg trug Mann den Dreispitzhut und Gehrock. Unsere Trachten sind doch wirklich vorzeigbar! Warum spielen wir Bayern?
Ok, unsere Trachten kann man nicht billig nachschneidern. Ist das nicht ein Zeichen dafür, das wir eben nicht so leicht zu kopieren sind. Wir Hessen sollen doch so stur sein. Warum lassen wir es zu das wir im Herbst zu Bayern werden? Statt Weißwurst und Haxe einfach mal Rippchen mit Kraut und Meerrettichsoße. Statt Brezel den Salzekuchen oder Handkäs mit Musik.
Einfach mal Hesse sein!

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Kommentare zum Beitrag

Andrea Allamode
809
Andrea Allamode aus Buseck schrieb am 10.10.2017 um 09:00 Uhr
Ganz Ihrer Meinung! Genau DAS denke ich auch, wenn ich diese ganzen Ankündigungen für die Oktoberfest-Veranstaltungen lese! Doch das gilt auch für die "Alm-Abtriebe" die im Landkreis stattfinden. Wie aberwitzig, oder?

Wir brauchen viel mehr Hessenfeste mit Handkäs und Äppelwoi!
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.10.2017 um 09:02 Uhr
Es liegt in der Hand der Hessen.
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 10.10.2017 um 09:09 Uhr
stimmt. wir hessen müssen wieder hessenfeste feiern. sowas wie eine echte kirmes.
almen gibt es in hessen nicht. also auch keinen traditionellen almabtrieb. kein wunder das wir deutschen im ausland immer als lederhosen und dirndl träger gesehen werden, wenn wir uns das selber antun.
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.10.2017 um 09:20 Uhr
Ist ja auch mit dem Essen so. Es gibt überall alles. Nur echt hessisch Essen ? Wo finde ich das wirklich noch.
Margrit Jacobsen
8.748
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 10.10.2017 um 09:40 Uhr
In einer Gaststätte im Laubacher Wald....und nicht nur dort...
Andrea Allamode
809
Andrea Allamode aus Buseck schrieb am 10.10.2017 um 11:29 Uhr
Hier auch :-) Hawwerkasten in Gießen
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 10.10.2017 um 11:37 Uhr
die gaststätten mit echter hessischer küche sind schon geheimtips.
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.10.2017 um 12:14 Uhr
"Mutter Schmidt" Kleinlinden ?
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 10.10.2017 um 12:18 Uhr
na ja. aber eigendlich gehts ja auch um diese dirndl und lederhosen partys die hier überschwappen.
Thorsten Lux
903
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 10.10.2017 um 12:24 Uhr
"Warum immer Dirndl und Weißwust?"
Weil Drogensucht "Tradition" heißt, sobald die Droge Alkohol heißt.

Weshalb sonst sollte auch irgendein Nichtbayer, der sich auch nicht in Bayern aufhält, ein bayrisches Fest feiern, wenn es nicht um ein unkompliziertes Alibi ginge, die eigene Drogensucht im Kreise Gleichgesinnter ungeniert auszuleben?

Zu direkt? Vielleicht: aber ich glaube nicht, dass ich damit weit vom Realismus entfernt bin.

Eigener Bezug? Durchaus: auch ich habe mehr als einmal in irgendeinem Festzelt bei gruseliger "Musik" gestanden und mir das ein oder andere Bier einverleibt - einerseits um "dazu zu gehören", andererseits um die grausige "Musik" irgendwie wohlgelaunt zu ertragen.
Man kann viele Dinge im Leben tun, die nicht richtig oder vertretbar sind. Das Gute: vieles davon ist folgenlos und wenn man hinterher was daraus gelernt hat, dann mag es auch irgendwie angehen.
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.10.2017 um 12:25 Uhr
Dabei sind die Dirndl anscheinend meist sehr freizügig im oberen Teil und mit kurzen Röcken
Sehr frei und hat m. E. mit Tracht nicht mehr viel gemein. Dann zu den kurzen Röcken modische, Bergstiefeln nachempfundenen Stiefelchen ;-(
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.10.2017 um 12:36 Uhr
@ Herr Lux, ich war 30 Jahre in Bayern. Aber nicht sehr oft auf der Wiesn. Meist nur um die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Gutscheine aufzubrauchen und da waren ja Plätze reserviert.
Meist ging ich erst mal mit Familie in den Biergarten außerhalb des Zeltes und machte nur einen lurzen Besuch innen bei den Kollegen.
Ab und zu ging ich auf die Wiesn in der Aufbauzeit.
Geheimtipp der Münchner. Dort konnte man im Freien mit in der quasi Kantine der Aufbauleute sitzen. Eine Maß trinken und dazu etwas essen.
Das war bayrisch gemütlich ohne den ganzen Rummel.
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 10.10.2017 um 13:54 Uhr
die wiesen gehört nach münchen und nicht nach hessen. so einfach sehe ich das. etwas mehr bewusstsein für die eigene kultur wäre toll. hessen ist schön und hat auch tolle traditionen. warum leben wir die nicht? warum spielen wir die bayern nach?
Ingrid Wittich
19.962
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 10.10.2017 um 14:35 Uhr
Nicole, ich stimme Dir voll zu. Ich kann über diese Wiesn- und Almabtriebfeste hier bei uns in Hessen nur den Kopf schütteln.
Rainer Arnheiter
54
Rainer Arnheiter aus Gießen schrieb am 10.10.2017 um 20:53 Uhr
Nichts gegen unsere bayrischen Nachbarn. Ich habe eine zeitlang in München gelebt - und einmal auch das Oktoberfest besucht. Das hat mir genügt ;-)

An einem Import-Event gleicher Provenienz hier im Hessenland habe ich noch nicht teilgenommen. Und werde es gewiß auch in Zukunft vermeiden... ;-)
2.135
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 11.10.2017 um 13:21 Uhr
Als ich in Salzböden lebte (vor 28 Jahren) gab es dort noch eine echte Kirmes, und es gab sogar eine Volkstanzgruppe.
Möglich, dass auch dort die Kirmes inzwischen zu einer Veranstaltung geworden ist, bei der es vor Allem um Besäufnis und Profit geht, wie beim Münchner Oktoberfest ja auch.
Was die Trachten angeht, so sind die hier angebotenen Dirndl nur geschmacklose Karikaturen einer echten Tracht, bei denen frau den Busen
wie auf einem Präsentiertablett vor sich her tragen kann.
In Österreich und Bayern gibt es auch schöne Trachten, traditionell oder
neu gestaltet, und sie haben sogar noch eine Funktion: Einerseits als Arbeitskleidung für Beschäftigte im Tourismussektor, aber auch als eine Möglichkeit für sehr traditionsgebundene und konservative Personen, ihre
Weltanschauung deutlich sichtbar zur Schau zu stellen.
Deshalb trage ich schon seit langem nie mehr ein Dirndl, obwohl ich einige sehr schöne hatte.
Hessische Küche gibt es übrigens an vielen Orten. Wahrscheinlich in diversen Dorfgasthäusern, aber auch in Frankfurt in Sachsenhausen.
Otmar Busse
447
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 11.10.2017 um 14:07 Uhr
Man darf sogar behaupten, die Welle der Oktoberfeste schwappt mittlerweile bis hin zu den hanseatisch "kühleren" Hamburger, denn auch in Hamburg kann man mittlerweile bei Bier, Blasmusik und bayerischen Schmankerln Wiesn- Atmosphäre erleben.
Ich glaube, auf die Frage ... warum immer mehr Oktoberfeste im bayrischen Stil gefeiert werden, gibt es mehrere Antworten.
Es scheint so, dass eine Menge Menschen Gefallen am "sich Verkleiden" zu haben scheint. Lassen wir meinetwegen Fasching, wegen bestehender Tradition, außen vor, dann stehen in Kürze Helloween-Partys im Veranstaltungskalender und Menschen verkleiden sich . Oder, was voll im Trend liegt ... Manga-Partys bei denen sich erwachsene Menschen in Kostüme japanischer Comic-Figuren hüllen.
Nicht viel anders ist es bei den Oktoberfesten. Der Müllmann, der Anwalt von nebenan oder der Geschäftsmann aus der Führungsetage schlüfen eben mal schnell in ein rot oder blau/weiß kariertes Hemd und sie alle übertreiben nicht, wenn sie das bis dahin noch schlichte Outfit mit einer "Krachledernen" kombinieren und komplettieren. Und nach der zweiten Maß Bier scheint es als fühlten sie sich von Schlips und Kragen, oder dem Arbeitsoverall, der alltäglich notwendigen Ver/Bekleidung, wie befreit. Der Geschäftsmann ist optisch nun vom Müllmann nicht mehr zu unterscheiden. Jeder hat plötzlich die gleiche Chance den Dirndl, dem weiblichen Pendant zu gefallen.
Selbstverständlich tragen weibliche Festbesucher ein Dirndl und diese sind, Frau will ja gefallen, wie Herr Herold in seinem Kommentar schon schrieb "im oberen Teil" sehr großzügig und es wird aus einem B-Cup auch schon schnell mal ein D-Cup gepusht. Es soll ja was hermachen, es soll sexy aussehen.
Selbst manch eine solide und mit guten Inhalten versehene Zeitung kommt nicht auf die gewünschten Auflagezahlen wenn nicht ein Covergirl im sexy Outfit die Titelseite ziert.
Oder nehmen wir den "Tatort" vom letzten Wochenende, es ging von Anfang bis Ende um Sex ... er hatte eine deutlich höhere Einschaltquote als die Übertragung des etwa zeigleich laufenden Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft.
Vielleicht ist diese, wie auch im Fasching vorzufindende Freizügigkeit, in Kombination mit der Legitimation ... bei einem Oktoberfest darfst du saufen und du bist ja verkleidet, ein Grund für die zunehmende Beliebtheit dieser Veranstaltungen.
2.135
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 11.10.2017 um 14:22 Uhr
Den Vergleich mit Halloween-Partys finde ich sehr zutreffend.
Außerdem hat der Name "Oktoberfest" gerade für Menschen, die weit davon entfernt zu Hause sind, eine besondere Aura, einen exotischen Reiz, von dem dann die Veranstalter dieser rustikalen Besäufnisse profitieren
können.
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.10.2017 um 15:27 Uhr
Ich habe mir damals in München auch eine Tracht gekauft. Lederne Kniebundhosen, weiße Kniestrümpfe mit Zopfmuster, Haferlschuhe und ein sündhaft teures (100 DM) weißleinenes Trachtenhemd mit Riegel, in den eine Bekannte meine Initialen gestickt hat. Nur ich musste mir manchmal anhören, die Preußen verkleiden sich.
Dabei habe ich von der Mutter her bayrisches Blut in den Adern.
Kurt Wirth
1.408
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 11.10.2017 um 17:29 Uhr
Das, womit die Besucher da zum Oktoberfest in München strömen, hat mit bayrischer Tracht wenig zu tun. Wie Frau Freeman das in ihrem Beitrag für Hessen beschriebt, war das auch in Bayern: es gab zu verschiedenen Zeiten in den verschiedenen Regionen Bayerns ganz unterschiedliche Moden und Kleidungen. Zumal es ja ganz verschiedene Volksstämme (Bayern, Schwaben, Franken) gab.

Mit der Gründung des Königreichs Bayern 1805 von Napoleons Gnaden förderten die staatlichen Instanzen sog. "Gebirgstrachtenerhaltungsvereine", um damit die Herausbildung einer bayrischen Identität zu unterstützen. Das Dirndl war eine keine Kleidung der bäuerlichen und kleinstädtischen Bevölkerung, sondern der betuchten Städterinnen, die es sich leisten konnten, damit in die Sommerfrische zu fahren. Eine Lederhose konnte sich "das einfache Volk" kaum leisten. Sie wurde populär gemacht durch Adlige und höfische Kreise. Ein eifriger Förderer der Lederhose war Prinzregent Luitpold, der sie stets in der kurzen Form, vor allem bei der jagd, trug. Auch im Winter, wovon es Fotos gibt, darunter eine dicke lange weiße Unterhose.

So wurde eine sich nicht aus ihren Ursprüngen entwickelte "Kunstracht" geschaffen, eben die "bayrische Gebirgstracht". Auch im Allgäu ist diese bei den Heimatabenden für die Touristen das vorgeschriebene Kostüm, obwohl das Allgäu bekanntlich zu Schwaben gehört und eine ganz andere Historie und Kleidungsgeschichte hat (als ursprünglich wird die Tracht des Kleinwalsertals angesehen, aber da gibt es keine Hosenträger mit Edelweiß und kein Dirndl mit Dekollete und keinen Gamsbart.)
Kurt Wirth
1.408
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 11.10.2017 um 17:31 Uhr
Das, womit die Besucher da zum Oktoberfest in München strömen, hat mit bayrischer Tracht wenig zu tun. Wie Frau Freeman das in ihrem Beitrag für Hessen beschriebt, war das auch in Bayern: es gab zu verschiedenen Zeiten in den verschiedenen Regionen Bayerns ganz unterschiedliche Moden und Kleidungen. Zumal es ja ganz verschiedene Volksstämme (Bayern, Schwaben, Franken) gab.

Mit der Gründung des Königreichs Bayern 1805 von Napoleons Gnaden förderten die staatlichen Instanzen sog. "Gebirgstrachtenerhaltungsvereine", um damit die Herausbildung einer bayrischen Identität zu unterstützen. Das Dirndl war eine keine Kleidung der bäuerlichen und kleinstädtischen Bevölkerung, sondern der betuchten Städterinnen, die es sich leisten konnten, damit in die Sommerfrische zu fahren. Eine Lederhose konnte sich "das einfache Volk" kaum leisten. Sie wurde populär gemacht durch Adlige und höfische Kreise. Ein eifriger Förderer der Lederhose war Prinzregent Luitpold, der sie stets in der kurzen Form, vor allem bei der jagd, trug. Auch im Winter, wovon es Fotos gibt, darunter eine dicke lange weiße Unterhose.

So wurde eine sich nicht aus ihren Ursprüngen entwickelte "Kunstracht" geschaffen, eben die "bayrische Gebirgstracht". Auch im Allgäu ist diese bei den Heimatabenden für die Touristen das vorgeschriebene Kostüm, obwohl das Allgäu bekanntlich zu Schwaben gehört und eine ganz andere Historie und Kleidungsgeschichte hat (als ursprünglich wird die Tracht des Kleinwalsertals angesehen, aber da gibt es keine Hosenträger mit Edelweiß und kein Dirndl mit Dekollete und keinen Gamsbart.)
Kurt Wirth
1.408
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 11.10.2017 um 17:35 Uhr
Das, womit die Besucher da zum Oktoberfest in München strömen, hat mit bayrischer Tracht wenig zu tun. Wie Frau Freeman das in ihrem Beitrag für Hessen beschreibt, war das auch in Bayern: es gab zu verschiedenen Zeiten in den verschiedenen Regionen Bayerns ganz unterschiedliche Moden und Kleidungen. Zumal es ja ganz verschiedene Volksstämme (Bayern, Schwaben, Franken) gab.

Mit der Gründung des Königreichs Bayern 1805 von Napoleons Gnaden förderten die staatlichen Instanzen sog. "Gebirgstrachtenerhaltungsvereine", um damit die Herausbildung einer bayrischen Identität zu unterstützen. Das Dirndl war keine Kleidung der bäuerlichen und kleinstädtischen Bevölkerung, sondern der betuchten Städterinnen, die es sich leisten konnten, damit in die Sommerfrische zu fahren. Eine Lederhose konnte sich "das einfache Volk" auch kaum leisten. Sie wurde populär gemacht durch Adlige und höfische Kreise. Ein eifriger Förderer der Lederhose war Prinzregent Luitpold, der sie stets in der kurzen Form, vor allem bei der Jagd, trug. Auch im Winter, wovon es Fotos gibt, darunter eine dicke lange weiße Unterhose.

So wurde eine sich nicht aus ihren Ursprüngen entwickelte "Kunsttracht" geschaffen, eben die "bayrische Gebirgstracht". Auch im Allgäu ist diese bei den Heimatabenden für die Touristen das vorgeschriebene Kostüm, obwohl das Allgäu bekanntlich zu Schwaben gehört und eine ganz andere Historie und Kleidungsgeschichte hat (als ursprünglich wird die Tracht des Kleinwalsertals angesehen, aber da gibt es keine Hosenträger mit Edelweiß und kein Dirndl mit Dekollete und keinen Gamsbart.)
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.10.2017 um 17:36 Uhr
Entschuldigung Herr Wirth. Das Tracht in meinem letzten Kommentar hätte ich eventuell in " " setzen können. Ich weiß was Trachten sind und mein Outfit könnte man als Kleidungsstück für alke Möglichkeiten bezeichnen.
Kurt Wirth
1.408
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 11.10.2017 um 17:45 Uhr
Mein durch einen technischen Hänger nun dreimal dastehender Kommentar (der letzte mit vorgenommenen Korrekturen) sollte sich nicht nur auf Ihren Kommentar, Herr Herold, beziehen, sondern auf den Ursprungsbeitrag und die bisherige Diskussion.
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 11.10.2017 um 18:05 Uhr
Wenn Sie schneller gewesen wären als ich mit meinem Kommentar ;-) hätten Sie 2 von den dreien los werden können. Nur statt der Kommentare 2 kurze Sätze schreiben.können.
Ich fühlte mich ja auch nicht direkt angesprochen. Wollte nur zum Ausdruck bringen, es ist keine Tracht in dem Sinn von Volkstum und -brauch.
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 11.10.2017 um 18:50 Uhr
ja die technik ist manchmal gemein. der kommentar auf jedenfall richtig herr wirth.
2.135
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 13.10.2017 um 12:26 Uhr
Dieses Wochenende steht auch in Gießen wieder ein Oktoberfest auf dem Programm.
Beim Lesen des Artikels darüber in meiner Tageszeitung fiel mir noch ein Grund für die Durchführung solcher Feste ein: Sie bieten Politikern beim Fassanstich Gelegenheit, zu zeigen, was sie können, oder dass sie überhaupt etwas können!
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.10.2017 um 12:28 Uhr
Eher nicht
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 13.10.2017 um 12:39 Uhr
den fassanstich gab es auch bei der kirmes und gibt es auch auf dem gallusmarkt. dafür brauchen wir doch keine blau weissen fahnen usw
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.10.2017 um 12:44 Uhr
Rot Weiße ja
2.135
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 13.10.2017 um 13:22 Uhr
Wieso Rot-Weiß? Sind das jetzt die hessischen, die österreichischen oder die polnischen Farben? Sollten solche Feste wie Kirmes etc. patriotische Veranstaltungen sein, oder eben nur Feste?
Die Fahnen gleich welcher Farbe veranschaulichen jedenfalls, wie leicht Volksfeste und Volkstrachten immer wieder für politische Zwecke missbraucht werden können!
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.10.2017 um 13:32 Uhr
Rot wird ja vielfach benutzt. Auch bei Dirndln.
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 13.10.2017 um 14:42 Uhr
frau barthel fahnen gehören zu allen folksfesten. sei es die fahne des sportvereins, der stadt oder des landes.
2.135
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 13.10.2017 um 14:53 Uhr
Sicher, eine Tradition. Man muss sie auch hinterfragen können. Und warum immer Politiker das Fass aufmachen sollen.
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 13.10.2017 um 15:01 Uhr
weil es eine möglichkeit ist im gespräch zu bleiben. man spendet 50 liter und macht den anstich und alle jubeln. aber das ist nicht nur bei diesen oktoberfesten so, die einfach nicht hier her passen!
2.135
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 13.10.2017 um 15:09 Uhr
So ist es. Aber ich glaube, die Zeiten, wo man auf diese Weise Wähler hinter sich bringen konnte, sind glücklicher Weise vorbei. Sogar in Bayern.
2.135
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 13.10.2017 um 15:09 Uhr
So ist es. Aber ich glaube, die Zeiten, wo man auf diese Weise Wähler hinter sich bringen konnte, sind glücklicher Weise vorbei. Sogar in Bayern.
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.10.2017 um 15:56 Uhr
warum Bayern so betonen. Ich dachte wir sind hier in Hessen und somit lassen wir es gut sein. Feste soll man feiern und nicht darüber reden.
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 13.10.2017 um 16:27 Uhr
wären die zeiten vorbei müsste man nicht auch noch das oktoberfest nachspielen. solche gelegenheiten lassen sich die politiker nie entgehen. das funktioniert immer und bei jeder gelegenheit. wer gesehen wir bleibt im gespräch und in den köpfen. sei es positiv oder negativ.
2.135
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 14.10.2017 um 09:15 Uhr
Schade. Aber ich glaube doch, dass die Medien einen viel größeren Einfluss auf die Menschen haben.
Ich frage mich auch oft, ob nicht irgendwann bei der Vielzahl der Feste ein Zustand von Übersättigung und Überdruss einstellt. Bei mir jedenfalls schon lange.
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.10.2017 um 09:41 Uhr
Ende Michael - The never ending Story. Der Noch Innenminister möchte einen muslimischen Feiertage für die BRD ;-(
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 14.10.2017 um 10:23 Uhr
peter das hat aber mit dem oktoberfest nichts zu tun.
meiner meinung nach sollte jede religion ihre feiertage haben und nur der frei bekommen der mit dem feiertag auch was am hut hat.
aber das ist ein ganz anderes thema. hat mit oktoberfest nix zu tun!
Peter Herold
26.332
Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.10.2017 um 10:26 Uhr
Bezog sich auf den letzten Kommentar von Frau Barthel. Der war dann auch nicht mehr auf das Oktoberfest bezogen -:( Ach ja. Tag der Einheit wird ja gefeiert
2.135
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 14.10.2017 um 15:01 Uhr
Wie Frau Freeman sagt: Da geht es nicht um ein Fest, sondern um einen zusätzlichen Feiertag.
Nicole Freeman
8.646
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 15.10.2017 um 07:10 Uhr
wobei man festhalten sollte, als wir die pflegeversicherung bekamen wurde dafür ein kirchlicher feiertag abgeschaft. mit der begründung die pflege müsse bezahlt werden. Warum plötzlich wieder geld für einen zusätzlichen feiertag da sein soll ist mir schleierhaft. Aber das ist ein anderes thema, das durchaus besprochen werden sollte, nur nicht im bierzelt. Und um die Bierzelte in denen sich bei uns in hessen die dirndl und lederhosen tummeln geht es in dem bericht.
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