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Mit dem Fahrrad auf Tornado-Chasing

Seltener Anblick: Ein Tornadoschlauch über dem Gießener Becken
Seltener Anblick: Ein Tornadoschlauch über dem Gießener Becken
Heuchelheim | Diese Überschrift ist kein Witz; sondern Realität!
Letzte Woche Samstag war in Teilen des Landkreises wieder der Bär los. Ab den frühen Nachmittagsstunden bildeten sich wiederholt Gewitterschauer, die vornehmlich südlich des Gießener Beckens aus dem Raum Wetzlar kommend von West nach Ost wanderten und sich dabei verstärkten. Unterhalb der ersten Gewitterzelle, es blitzte nur gelegentlich, konnte man an der sehr dunklen Wolkenbasis immer wieder Fetzen beobachten, die leicht rotierten. Das war wieder für mich Anlass mit dem Fahrrad mal schnell in Richtung Oberwiese zu fahren. Blitzschlaggefahr bestand nicht mehr, da sich das Gewitter bereits in sicherer Entfernung befand.
Um 14:34 Uhr MESZ machte ich dann eine Beobachtung die mir kurzzeitig den Atem stocken lies.
An der Wolkenbasis - es muss etwa in Höhe zwischen Gießener Weststadt und der Lahnaue gewesen sein - entstand urplötzlich, wie von Geisterhand geschaffen, dieser Wolkenschlauch. Er reichte wohl weit hinab.
Leider versperrte eine Baumreihe die vollständige Sicht auf den Rüssel. Ich schließe nicht aus, das er Bodenkontakt hatte.
Der auskondensierte Schlauch muss dabei keinesfalls zwangsläufig bis zum Erdboden reichen.
Vielleicht haben andere Bürger diesen Wolkenrüssel noch gesehen.
Nachdem ich diese Bilder schoss, musste ich mich wieder rasch nach Hause begeben; denn das nächste Gewitter aus dem Wetzlarer Raum war im Anmarsch und hielt nun - ganz im Gegensatz zu seinem beeindruckenden Vorgänger - Kurs auf Heuchelheim.
Kaum zuhause angekommen, ging ich nochmal schnell in den Garten und habe unterhalb der neuen, noch im Aufzug begriffenen Gewitterlinie einen weiteren Wolkenschlauch sehen und ablichten können. Dann allerdings musste ich schnell das sichere Haus aufsuchen. Die Blitzschläge kamen immer näher und ein Risiko wollte ich keinesfalls eingehen.
Hier ein paar Fotos dieser beeindruckenden Trichterwolken.

Seltener Anblick: Ein Tornadoschlauch über dem Gießener Becken 6
Seltener Anblick: Ein... 
Bodenkontakt durchaus wahrscheinlich 1
Bodenkontakt durchaus... 
Ein weiterer Rüssel unterhalb der nachfolgenden Gewitterlinie
Ein weiterer Rüssel... 

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Tornadoverdacht Samstag 22. Juli 2017 über dem Gießener Becken (1)
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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
10.752
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 29.07.2017 um 19:30 Uhr
ne oder?! Andere sehen zu das sie weg kommen und da radelt unser wetterfrosch mal eben hin. tolle fotos
Friedel Steinmueller
3.872
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 29.07.2017 um 20:47 Uhr
@Nicole!
Die Kunst beim Chasen besteht darin, richtig die Lage einzuschätzen. Das kann auch mal in die Hose gehen. Aber dieser Rüssel wird gewiss keine Mähdrescher hochgehoben haben. Das hätte spätestens am Montag in der Zeitung gestanden!
Andrea Mey
10.946
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 30.07.2017 um 00:24 Uhr
Interessante Bilderserie mit klasse Kommentaren von Euch beiden!
Meine Freundin war in Gießen unterwegs und hat den Rüssel auch gesehen!
Ilse Toth
38.591
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 30.07.2017 um 16:43 Uhr
Und ich wusste noch nicht mal, dass es Rüssel gibt, die nicht am Elefanten hängen! Hoch interessanter Bericht, Friedel!
Bernd Zeun
11.643
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 01.08.2017 um 09:45 Uhr
Wenn schon vom Blitz erschlagen werden, dann am liebsten auf dem Fahrrad. Bei meinem ersten Radurlaub vor 40 Jahren bin ich mal an der Mosel kurz vor Trier oberhalb der Weinberge in ein Gewitter geraten. Keine Bäume weit und breit, ich höchster Punkt in der Landschaft, das wurde der schnellste Abschnitt in den zehn Tagen. Aber in einen Tornado zu geraten, ginge mit Sicherheit weniger glimpflich aus.
Friedel Steinmueller
3.872
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 01.08.2017 um 10:12 Uhr
@Herr Zeun!
Man muss die aktuelle Lage richtig einschätzen. Aber genau dies kann ich an Niemanden weiter geben. Das erfordert langjährige Wetterbeobachtungs-Erfahrung; insbesondere richtig abzuschätzen ab wann ein Gewitter in gefährlicher Nähe ist.
Und selbst dann - da stimme ich Ihnen zu - kann sowas auch schief gehen.
An diesem Samstag war ich mir sicher, das zu dem Zeitpunkt als ich diesen Wolkentrichter in der Heuchelheimer Gemarkung beobachtete, keine Gefahr bestand. Die kam aber - siehe Bericht! - mit dem nächsten aufziehenden Gewitter. Da bin ich selbstverständlich unverzüglich nach Hause.

Auch heute am 1. August besteht große Gefahr für Jeden der draußen unterwegs ist.
Die Gewitter ziehen bei der aktuellen Wetterlage sehr schnell.
Sobald es in Richtung Süden/Südwesten schwarz wird, bleibt einem nur noch wenig Zeit sich in Sicherheit zu bringen.
Also:
Heute besonders gut aufpassen und sich über die aktuellen Warnungen der Wetterdienste informieren!
Hallo Lieber Leser
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von:  Friedel Steinmueller

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Friedel Steinmueller
3.872
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