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Donnerstag 22. Juni: Schlimmes Unwetter über dem Landkreis

Der Rand des aufziehenden Unwetters bedeckt die Sonne
Der Rand des aufziehenden Unwetters bedeckt die Sonne
Heuchelheim | Schon seit Tagen wurde von den Wetterdiensten davor gewarnt:
"Es kommt eine brisante Unwetterlage!"
Und sie kam. Auch wurde darauf schon hingewiesen das weniger schwere Regenfälle; sondern Sturm und Hagel das Problem schlechthin sein werden.
Am Donnerstag Nachmittag schoben sich von Westen her die ersten Eisschirme ferner Gewitter über Westdeutschland in Richtung Mittelhessen vor und überzogen noch in den frühen Nachmittagsstunden den Himmel. Dadurch wurde auch der Temperaturanstieg gedämpft. Bei 34 Grad blieb die Quecksilbersäule stehen. Es hätte noch heißer werden können.
Kurz nach 16 Uhr war es, da tauchte dann nordwestlich des Gießener Beckens eine dunkele Wand auf, die stetig näher rückte. Ganz verhalten donnerte es hin und wieder. Im Verlaufe fielen die ersten Tropfen. Kaum hatte die dunkele Wolkenwalze den Zenit erreicht, setzte mit brutaler Gewalt ein Regensturm ein.
Das gewaltige Brausen war in der Ferne schon Minuten zuvor zu hören.
In immer heftiger wütenden Sturmböen kam die Wand aus Regen und zunehmend auch Hagel heran und lies die Sichtweite für Minuten unter 100 Meter sinken.
Unter der Wucht der fast Orkanstärke erreichenden Winde brachen unzählige Äste in allen Größen von den Bäumen. Sehr viele Obst - und Laubbäume wurden abgeknickt, entwurzelt oder sogar richtig zersplittert, Gärten verwüstet.
Mehr über...
Nach nur einem Jahr: Neue Unwetter-Kalamität (1)
Einige Dächer wurden beschädigt. Auf den Feldern bot sich ein trostloses Bild: Niedergewalztes Getreide. Die Maisfelder sind ebenso stark betroffen worden. Viele Stängel wurden niedergedrückt oder abgeknickt.
Der Hagel durchlöcherte das Laub von Blumen und Sträuchern, sorgte vielerorts für Dellen an Autos und durchschlug sogar Wellblechdächer.

Überaus beeindruckend auch die Parameter:
In den ersten fünf Minuten fielen in Heuchelheim 13 mm Niederschlag. Es folgten weitere schwächere Schauer. Insgesamt brachte hier das Unwetter 19,8 mm. Weiter östlich war es wesentlich mehr. Der überaus brachiale Sommersturm verstärkte sich vor allem östlich der Lahn vorübergehend noch.
Kleinere Bäche schwollen rasch an; doch ein größeres Hochwasser blieb aus. Am Abend sanken die Wasserstände wieder.
Bei den Windgeschwindigkeiten kann man von mindestens Böen der Stärke 10 bis 11 ausgehen. Lokal wurde gewiss volle Orkanstärke erreicht.
Das lässt sich anhand des Schadens Ausmaßes in dieser sehr kurzen Zeit bestätigen.
Selbst die schlimmsten Winterstürme haben kaum derartige Zerstörungen hinterlassen.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr - am 24. Juni 2016 - wurde unsere Region von einem ähnlichen Unwetter heimgesucht. Zwar war der Sturm nicht so heftig; doch die Wassermassen die vom Himmel kamen waren lokal etwas größer als gestern.
Der Hagel war in beiden Fällen etwa ähnlich mit Korngrößen zwischen ca. 1 und 3 cm; vereinzelte 4er waren auch dabei.

Sommer mit großer Hitze beherbergen stets Unwettergefahr. Mit zunehmender Klima-Erwärmung können sich solche Ereignisse tatsächlich häufen.
So sind schwere Sommerstürme seit ca. 10 Jahren in der Region auffallend häufiger geworden.

Der Rand des aufziehenden Unwetters bedeckt die Sonne
Kein Entrinnen mehr: Das Unwetter kommt!
Jeden Augenblick geht es los
3
Gespentische Wolkenformationen
Wie eine Wand kommt die Unwetterwalze
Der Sturm biegt Bäume gnadenlos zur Seite
Der starke Regen setzt die Sicht jäh herab
Dicke Hagelsteine bedecken den Boden
2
Wie Edelsteine anmutend: Die Hagelkörner
Die Struktur der Hagelkörner war gut zu sehen
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Umgestürzter Baum: Kein Einzelfall an diesem Tag
Schlimm sieht es auch in der Lahnaue aus: Überall liegen armdicke Äste
In der Bachstraße in Heuchelheim
In der Nähe der Kinzenbacher Mühle
Die Gewalt des Hagels wird hier eindrucksvoll sichtbar
1
Auch den Alten Friedhof in Heuchelheim hat es schlimm erwischt
Die Maisfelder sehen schlimm aus

Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
10.764
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 23.06.2017 um 18:30 Uhr
das war wirklich extrem. kurz aber heftig
Jutta Skroch
13.688
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 23.06.2017 um 19:33 Uhr
Gießen war ja ziemlich stark betroffen. Der Botanische Garten ist erstmal geschlossen. Am Schwanenteich sieht es ebenfalls bitterböse aus, ich war nur an der Eichgärtenallee, da hat es die Kastanien ziemlich gebeutelt.
Friedel Steinmueller
3.884
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 24.06.2017 um 12:19 Uhr
Habe noch ein paar Bilder ergänzt!
H. Peter Herold
29.030
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.06.2017 um 14:08 Uhr
Bin gespannt was der Einsatz des Dachdeckers - zwei Ziegel hatten sich gelöst, davon rutschte einer in die Dachrinne und blieb ganz - kostet. Es war der Einsatz einer Arbeitshubbühne erforderlich.
War ein Glück, dass es dann in der Nacht relativ ruhig blieb, sonst hätte weiterer Wind das Dach aufgerissen und abgedeckt. In der Nachbarschaft wenige hundert Meter entfernt ist ein Dach schwer beschädigt worden.
Friedel Steinmueller
3.884
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 06.07.2017 um 11:00 Uhr
Auch heute am 6. Juli heißt es wieder aufgepasst!
Da kommt was auf uns zu. Man kann daher nur hoffen, das es nicht so schlimm wird wie am 22. Juni.
Die Vorwarnungen laufen bereits!
H. Peter Herold
29.030
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.07.2017 um 13:44 Uhr
Hoffe es kommt nicht wieder aus Nordwest und auch Südwest wäre nicht ganz so gut. Vor allem keine heftigen Böen mit über Windstärke 10.
Friedel Steinmueller
3.884
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 06.07.2017 um 20:28 Uhr
Es sind wieder Bäume umgestürzt. Regen war kaum dabei und auch keinen Hagel; zumindest hier in Heuchelheim nicht.
H. Peter Herold
29.030
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.07.2017 um 20:50 Uhr
So war es hier nicht. In Kleinlinden regnete es ziemlich stark und auch länger als am 22. Juni.
Der Wind nicht ganz so stark, aber sicher auch in Spitzenwerten. Ich mach mal ein Foto. Es grummelt aus Richtung Innenstadt.
Während ich das schreibe grummelt es wieder. Der Himmel nach Süden ist hell. Doch direkt über mir bewegt sich eine dunkle Wolke fast gar nicht. Kein Wind ist zu spüren. Sie müsste bis nach Heuchelheim reichen. Mit gewaltigem Aufbau nach oben. Sie löst sich auf. Im Westen zeigt sich ekn Sonnenuntergang.
H. Peter Herold
29.030
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.07.2017 um 20:56 Uhr
Gerade fuhr ein großer Feuerwehrwagen durch die Heide und bog in Frankfurter Straße ab Richtung Innenstadt.
Friedel Steinmueller
3.884
Friedel Steinmueller aus Heuchelheim schrieb am 07.07.2017 um 00:06 Uhr
Kurz vor dem Dunkelwerden zog eine giftige Gewitterzelle über Heuchelheim. Einige schwere Blitzschläge und kurzzeitig Starkregen. Bilder und Bericht folgen!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Friedel Steinmueller

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Friedel Steinmueller
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