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In der Lahnaue wohnen fliegende Eichhörnchen

guten Appetit
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Heuchelheim | Gesichtet und beobachtet wurden in der Lahnaue erneut die fliegenden Eichhörnchen. Sie haben ein buntes Gefieder und können sehr laut sein. Hörprobe http://www.xeno-canto.org/112636
Der Ruf dürfte bekannt sein. Es ist der Eichelhäher. Auch der Eichelhäher ist manchmal Stimmenimitator. https://www.youtube.com/watch?v=OOmB6Eq6-sc
Warum nenne ich den Eichelhäher ein fliegendes Eichhörnchen? Nun, der Eichelhäher legt genau wie das Eichhörnchen Wintervorrat an. Das ganze Jahr über sammelt er Eicheln und anderen Nussfrüchten. Im Herbst verbringt der Singvogel aus der Rabenfamilie oft 10 bis 11 Stunden täglich mit dem Sammeln. Dabei legt er Strecken von 5 bis 8 km zurück. Bei längeren Sammelflügen werden etwa 5 bis 7, manchmal bis zu 10 Eicheln im Schlund gesammelt und in das eigene Revier transportiert. Er hat aber auch Lieblingsbäume, die er direkt anfliegt. Wer den Baum kennt, kann tolle Beobachtungen machen. Wie das Eichhörnchen versteckt er seine Beute in Spalten und an Baumwurzeln. Dort werden auch Kuhlen gehackt. Die Vorräte werden verscharrt.
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Da er oft zu viel sammelt, sorgt er so auch für das Weitertragen von Baumsamen und somit für eine bessere genetische Vielfalt unserer Eichen, Buchen, Haselnuss und co. Der Eichelhäher ist wie das Eichhörnchen kein Vegetarier. Zur tierischen Nahrung gehören Schmetterlinge und Blattwespen sowie Käfer, Raupen und Engerlinge. Bei Massenvermehrungen bestimmter Arten wird das Angebot oft ausgiebig und zeitweise nahezu ausschließlich genutzt. Im Hochsommer werden gerne an Waldrändern Heuschrecken erbeutet. Der Waldrand ist sein Zuhause. Er braucht die dichten Sträucher und Laubbäume. In entsprechend Waldähnlichen gebieten brütet er auch in Siedlungsnähe, etwa in Parks, ausgedehnten Gärten oder auf Friedhöfen. In der offenen Landschaft ist der Eichelhäher zur Brutzeit nur selten zu finden. Wie bei anderen Rabenvogelarten kommt es beim Eichelhäher im Frühjahr oft zu zeremoniellen Versammlungen, die bei dieser Art besonders häufig und lautstark ablaufen. Also jetzt ist er Laut und in großer Stückzahl in der Lahnaue zu finden. Denn die Lahnaue bietet dem Vogel noch seine dichten Sträucher und laubbedeckten Waldböden mit vielen Insekten und Raupen im Todholz. Die Eichelhäher Datingparty beginnt mit lauten, gemeinschaftlichen Verfolgungsflügen, die geradlinig, im Zickzack oder im Kreis ablaufen können. Auffällig ist, dass die Vögel sich mit seltsam kurzen Flügelschlägen fortbewegen. Im Folgenden fällt der gesamte Trupp in einer Baumkrone oder an einem anderen exponierten Ort ein und gliedert sich dann in Paare oder kleine Gruppen, die sich hüpfend oder fliegend über kurze Strecken nachjagen. Danach haben sich die Paare meist gefunden. Das Nest wird in den Wipfeln der unteren Baumschicht, in Höhen zwischen 1,5 und 8 m gebaut. Seltener finden Bruten in Halbhöhlen oder Nistkästen statt. Daher ist es so wichtig die Büsche und Sträucher zu erhalten. Diese Sträucher verdecken dem Besucher der Lahnaue zwar die Sicht auf die Seen, haben aber eine wichtige Aufgabe. Sie sind das Zuhause, der Vorratsschrank und die Kinderstube vieler Tiere, und sollen es auch bleiben.

guten Appetit
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rechts hält der Eichelhäher seine Eichel und beobachtet mich.
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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
28.302
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.02.2016 um 08:46 Uhr
Ein grausamer Nesträuber und daher mag ich ihn nicht
Nicole Freeman
10.319
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 15.02.2016 um 08:54 Uhr
genau wie die eichhörnchen holt er sich auch manchmal eier oder nestlinge. die gehören aber nicht zur hauptspeise! Wenn genügend einfache Beute, Raupen und Engerlinge im Todholz zu finden sind wird auch der Eichelhäher sich nicht mit werhaften Elternvögeln rumärgern.
Klaus Viehmann
1.323
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 15.02.2016 um 09:30 Uhr
Jeder hat einen Vogel und jeder hat einen Vogel den er nicht mag. Der Angler mag den Kormoran nicht, weil er seine? Fische frisst. Der Jäger mag den Eichelhäher nicht, weil er andere Wildtiere im Wald vor ihm warnt. Der Andere mag die Elster nicht, weil sie so diebisch ist und andere Nester ausraubt. Ich mag den Maulwurf nicht, weil er unseren schönen Rasen umpflügt. Aber jedes Lebewesen hat das Recht auf sein Dasein.
Nicole Freeman
10.319
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 15.02.2016 um 09:33 Uhr
stimmt herr viehmann. der eichelhäher ist auch die alarmanlage des waldes!
Otmar Busse
837
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 15.02.2016 um 11:07 Uhr
Wenn die Populationen zwischen Nesträuber, deren natürlichen Feinde und den beraubten im Gleichgewicht sind, dann ist der Verlust des einen oder anderen Geleges oder Nestlings sicher "von Natur aus" so gewollt und zu verschmerzen. Doch leider sind durch vielerlei menschliche Eingriffe in die komplexen Verbindungen der Natur, häufig die Gleichgewichte gestört und es kommt zu Überpopulationen auf der einen und zu extremen Verlusten auf der anderen Seite.
Aus diesen Gründen muss es oberstes Gebot sein, einigermaßen intakte Landschaften, in unserem Fall den Lebensraum Lahnaue, unbedingt zu erhalten und vor jeglichen weiteren, der Vermarktung dienenden Eingriffen, zu schützen.
Zurück zum Eichelhäher ... ich finde, er ist nicht nur ein sehr gescheiter, sondern auch sehr hübscher Vogel. Ich erinnere mich noch an die Freude, wenn ich als Kind eines der blau/schwarz schillernden Flügelfederchen gefunden hatte. Schließlich schmückten doch auch Jäger gerne ihre Hutkrempe damit.
Klaus Viehmann
1.323
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 15.02.2016 um 11:31 Uhr
Ja so ist es Herr Busse, der Eingriff des Menschen in die Natur, bringt das Gleichgewicht durcheinander.
Jenny Burger
1.753
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 16.02.2016 um 11:00 Uhr
Ich bin ganz der Meinungen der Herren Viehmann und Busse.
Schon seit bestehen der Erde, reguliert sich die Natur von selbst. Natürlich nicht nur durch "Friede-Freude-Eicherkuchen".
Auch für mich als Tierschützer ist es nicht schön mit an zusehen, wie eine Katze mit einem Vogel "spielt", bevor sie ihn tötet.
Oder wie ein Falke ein Kaninchen erbeutet.
Aber es ist ein völlig natürlicher Vorgang.

Erst das Einschreiten durch Menschen, etwas regulieren zu wollen, hat zu einem Ungleichgewicht geführt.
Um so mehr ist der Mensch jetzt vergeblich bemüht, das Gleichgewicht wieder herzustellen.
Ich denke, dieser Schuss geht nach hinten los.

Danke liebe Frau Freeman, für den interessanten Beitrag.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Nicole Freeman

von:  Nicole Freeman

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