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Testlauf bestanden: Kartoffelernte anno dazumal

Ein Hauch von Nostalgie bei der "Kartoffelernte anno dazumal".
Ein Hauch von Nostalgie bei der "Kartoffelernte anno dazumal".
Grünberg | Der Herbst naht mit großen Schritten und der Deutschen liebstes Nahrungsmittel - die Kartoffel - ist erntereif.

Im April diesen Jahres hatten die zwei Technik- und Traktorfans, Nico Schröder (11) und Vincent Spamer (10) aus Stangenrod, ihren lang gehegten Plan in die Tat umgesetzt und einen verrosteten, defekten Kartoffelroder aus den 60er Jahren ohne fremde Hilfe innerhalb von drei Monaten restauriert und wieder zum Leben erweckt.

Edwin Theiß, der mit seiner Familie einen Biohof und drei mobile Hühnerparadiese in Grünberg-Lumda betreibt, erfuhr in der Presse von dem Projekt "Kartoffelroder". Begeistert griff dieser zum Telefon und nahm Kontakt mit den beiden Jungs auf. Auf seinen Vorschlag, die Einsatzfähigkeit des Roders bei einer Kartoffelernte auf seinem Acker zu testen, gingen Nico und Vincent sofort ein und diese Woche war es nun so weit:
Der historische Kartoffelroder LANZ LK 20 bestand seinen ersten Testlauf mit Bravour und innerhalb von zwei Stunden konnten rund zehn Zentner Kartoffeln geerntet werden.

Wozu noch vor wenigen Jahrzehnten viele Helfer und mühevolle Handarbeit nötig waren, erledigen heute moderne Kartoffel-Vollernter in kürzester Zeit.
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Vincent Spamer (2)Stangenrod (206)Nico Schröder (2)Kartoffelroder (1)Kartoffeln (14)Grünberg (2055)Ernte (43)
Einst wurden per Pferde- oder Ochsengespann die Erdäpfel Reihe für Reihe gerodet und ganz selbstverständlich mussten alle Kinder in ihren Ferien Kartoffeln lesen und in Körbe einsammeln.
Kräftige Männer beförderten die schweren Körbe dann in Ackerwagen. Von dort ging es dann in die Kartoffelsortiermaschine, die von den Kindern per Hand betrieben wurde. Große Kartoffeln wurden als Speisekartoffeln in Säcke abgefüllt, die weniger schönen und kleinen Knollen wurden gekocht und dienten meist als Schweinefutter.

Gespannt verfolgten Nico und Vincent wie ihr Kartoffelroder bei dieser "Kartoffelernte anno dazumal" die Erdäpfel aus der Erde beförderte. An die eigene Kindheit zurückerinnert und mit einem Hauch von Nostalgie sammelten die Eltern und Großeltern der beiden Jungs gemeinsam mit Familie Theiß dem Roder folgend die Kartoffeln ein.

Nach getaner Arbeit wurde im Anschluss - ganz traditionell - das gemeinsame, deftige Essen direkt auf dem Feld eingenommen.

Als schöne Zugabe, zu einem ohnehin tollen und erlebnisreichen Tag, gab es als Arbeitslohn noch frisch geerntete Biokartoffeln.




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Abschiedsworte an Pellka



Jetzt schlägt deine schlimmste Stunde,
Du Ungleichrunde,
Du Ausgekochte, du Zeitgeschälte,
Du Vielgequälte,
Du Gipfel meines Entzückens.
Jetzt kommt der Moment des Zerdrückens
Mit der Gabel! – Sei stark!
Ich will auch Butter und Salz und Quark
Oder Kümmel, auch Leberwurst in dich stampfen.
Musst nicht so ängstlich dampfen.
Ich möchte dich doch noch einmal erfreun.
Soll ich Schnittlauch über dich streun?
Oder ist dir nach Hering zumut?
Du bist so ein rührend junges Blut.
Deshalb schmeckst du besonders gut.
Wenn das auch egoistisch klingt,
So tröste dich damit, du wundervolle
Pellka, dass du eine Edelknolle
Warst, und dass dich ein Kenner verschlingt.

(Joachim Ringelnatz)

Ein Hauch von Nostalgie bei der "Kartoffelernte anno dazumal". 1
Ein Hauch von Nostalgie... 
Erster Test für den restaurierten, historischen Kartoffelroder LANZ LK 20.
Erster Test für den... 
Nico und Vincent auf Opas Oldtimertraktor Kramer KL 200. Dahinter der Kartoffelroder Lanz LK 20 2
Nico und Vincent auf... 
Testlauf bestanden! Der Roder macht seine Arbeit mit Bravour.
Testlauf bestanden! Der... 
Das geht ins Kreuz: Eltern und Großeltern helfen bei der Kartoffellese.
Das geht ins Kreuz:... 
Karoffeln lesen....
Karoffeln lesen.... 
Zufrieden und stolz auf ihren Kartoffelroder: Nico Schröder (links) und Vincent Spamer (rechts). 1
Zufrieden und stolz auf... 
Traditionell gibt es nach der Kartoffelernte ein gemeinsames Essen direkt auf dem Feld. 1
Traditionell gibt es... 

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
10.828
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 23.08.2014 um 08:29 Uhr
Eine super Sache das die Familie so hinter den beiden Tueftlern steht. Klasse ist das essen auf dem Acker. Daran erinnere ich mich auch gerne.
Das der Kartoffelroder so einwandfrei funktioniert spricht fuer das Talend der beiden.
Christine Stapf
8.236
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 23.08.2014 um 10:25 Uhr
Ein toller Bericht der mich an meine Kindheit erinnert.

Wir halfen damals auch bei der Kartoffelernte, und das Kartoffelfeuer später war der Höhepunkt :-)
123
Stefanie Arnheiter aus Grünberg schrieb am 23.08.2014 um 20:43 Uhr
Birgit Hofmann-Scharf
10.363
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 23.08.2014 um 21:11 Uhr
Toller Beitrag, tolle Bilder, hervorragende Aktion !
Margrit Jacobsen
8.928
Margrit Jacobsen aus Laubach schrieb am 24.08.2014 um 10:45 Uhr
Nach der Ernte das Kartoffelfeuer, das ist der krönende Abschluss. Letztes Jahr wegen schlechtem Wetter ausgefallen hoffen wir auf dieses Jahr.
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von:  Stefanie Arnheiter

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