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Tolle Aktion: Mechanikernachwuchs im Grundschulalter

Ehre, wem Ehre gebührt: Vincent Spamer (10) links und Nico Schröder (11) rechts vor ihrem Kartoffelroder Lanz LK 20.
Ehre, wem Ehre gebührt: Vincent Spamer (10) links und Nico Schröder (11) rechts vor ihrem Kartoffelroder Lanz LK 20.
Grünberg | Wenn die zwei Freunde aus Stangenrod, Nico Schröder (11 Jahre) und Vincent Spamer (10 Jahre), von ihrem Projekt "Kartoffelroder" berichten, dann leuchten bei beiden Traktor- und Technikfans die Augen.
Während gleichaltrige Jungs mit Spielekonsole und Internet beschäftigt sind oder ihre Freizeit auf dem Fußballplatz verbringen, haben Nico und Vincent ein lang gehegtes Projekt in die Tat umgesetzt und einen verrosteten und defekten Kartoffelroder aus den 60er Jahren restauriert und wieder zum Leben erweckt.

Schon seit vielen Jahren gammelte der alte Kartoffelroder von Nicos Onkel vor sich hin auf dem Grundstück hinter der Stangenröder Grillhütte. Alle Jugendlichen im Ort kannten den Kartoffelroder und immer wieder mal wurde daran "rumgebastelt". Dass das alte landwirtschaftliche Gerät immer noch am Fundort stand lag daran, dass ein Baum mittig durch den Roder gewachsen war und sich niemand die Mühe gemacht hat, das schwere, defekte Gerät von Baum und Buschwerk zu befreien.

Nico und Vincent haben alle Phasen ihres Projekts in Wort und Bild festgehalten und es ist kaum zu glauben, dass zwei Grundschüler mit so viel Ehrgeiz, Fleiss und Durchhaltevermögen in drei Monaten so ein Projekt ohne fremde Hilfe umgesetzt haben.

Selbst die Eltern und Großeltern beider Jungs waren überrascht über deren Ankündigung im April, dass sie nun den Kartoffelroder nach Hause holen und restaurieren wollten.

Auf die Frage von Nicos Oma "Was er denn mit so nem ollen Ding wolle", kam sofort die überzeugte Antwort "Oma, so was kann man doch nicht verrotten lassen. Auch wenn heute niemand mehr so etwas benutzt, dann restaurieren wir den Roder eben und erfreuen uns daran, wenn er wieder funktioniert!" (Originalzitat!)

"Dass die beiden dieses schwere Ding alleine bis auf den Hof bringen und es tatsächlich restaurieren wollen, haben wir anfangs als fixe, jugendliche Idee abgetan" berichtet Marlene Queckbörner über das Projekt ihres Enkels Nico und dessen Freund Vincent.

"Den Baum aus dem Kartoffelroder zu sägen war dann doch schwieriger als wir anfangs dachten, aber nachdem wir alle Äste abgesägt und die Büsche entfernt hatten, konnten wir das schwere Ding rausziehen und Opa hat uns dann mit seinem Anhänger geholfen den Roder nach Hause zu fahren" erklärt Nico und zeigt dabei ein Foto, das er vom Fundort gemacht hat.

Auf einer Projektskizze haben die beiden Jungs, die beide mal einen technischen Beruf erlernen möchten, alle Fakten zu ihrem Projektverlauf handschriftlich festgehalten.
Die Natur holt sich alles zurück: ein Baum ist mittig durch den Kartoffelroder gewachsen (Fundort des Kartoffelroders).
Die Natur holt sich alles zurück: ein Baum ist mittig durch den Kartoffelroder gewachsen (Fundort des Kartoffelroders).
Am 26.04.2014 haben Nico und Vincent mit der Restauration des Kartoffelroders begonnen. Nach genau drei Monaten konnte das Projekt mit einem schön restaurierten und funktionstüchtigen "Kartoffelroder Lanz LK 20" abgeschlossen werden.

Man muss nun noch hinzufügen, dass für Nico auch das Motto "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" zutrifft, denn Opa Rudolf Queckbörner ist gelernter Landmaschinenmechaniker.
Im Vorfeld des Projekts "Kartoffelroder" hatte sich Nico mit seinem Opa einen lang ersehnten Traum erfüllt. Im Frühjahr 2013 hatte Opa Rudi einen Oldtimertraktor Kramer KL 200 in einer Zeitungsannonce gefunden, der dann in Folge gekauft und gemeinsam in einem "Opa-Enkel-Projekt" innerhalb von zwei Monaten restauriert und zugelassen wurde.
Zu einem tollen Traktor gehören natürlich auch passende Anbaugeräte und somit wurde der Wunsch, den Kartoffelroder zu restaurieren und wieder funktionstüchtig zu machen, noch verstärkt.

Wer nun glaubt, dass Opa Rudi den beiden Jungs bei der Restauration des Kartoffelroders tatkräftig geholfen hat, der irrt gewaltig.

Die beiden durften für ihre Arbeiten lediglich Opas Werkzeug benutzen und am Ende montierte Rudi nur einen neuen Balken mit Griff an den Kartoffelroder.
Um den Kartoffelroder zu schieben, braucht es schon 2 Personen: Nicos Großeltern Marlene und Rudolf Queckbörner
Um den Kartoffelroder zu schieben, braucht es schon 2 Personen: Nicos Großeltern Marlene und Rudolf Queckbörner
Ansonsten hatten die beiden Freunde überhaupt keine Hilfe bei ihrer Restauration. Die nötigen Infos zu den Reparaturen, der Funktionsweise und zum Originalzustand des Kartoffelroders erfuhren die beiden Traktor- und Technikfans aus dem Internet.

"In jeder freien Minute haben wir an dem Kartoffelroder gearbeitet und am anstrengendsten war das Abschleifen" erläutert Vincent zum Zeitbedarf.

Im Herbst soll auf einem kleinen Kartoffelacker in Stangenrod der Kartoffelroder bei der Kartoffelernte zum Einsatz kommen.
Außerdem plant man, den Kartoffelroder während des diesjährigen Gallusmarktes in Grünberg vorzustellen oder ihn sogar als befristete Leihgabe dem Grünberger Museum "Haus der Zünfte" zur Verfügung zu stellen.


TRAKTOR GESUCHT
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Gerne würden die beiden Freunde in Kürze mit einem neuen Technikprojekt starten und einen alten Traktor restaurieren und wieder zum Leben erwecken.
"Egal, wie alt oder kaputt der Traktor ist, wir würden ihn gerne für geschenkt oder kleines Geld nehmen" schildern die beiden Jungs ihren großen Wunsch und Nico fügt noch lächelnd hinzu "Groß ist des Schlossers Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft!".

Falls jemand Nico und Vincent deren großen Wunsch erfüllen möchte, würden sich die beiden riesig über einen Anruf (06401- 6263) freuen.

Ehre, wem Ehre gebührt: Vincent Spamer (10) links und Nico Schröder (11) rechts vor ihrem Kartoffelroder Lanz LK 20.
Die Natur holt sich alles zurück: ein Baum ist mittig durch den Kartoffelroder gewachsen (Fundort des Kartoffelroders).
Um den Kartoffelroder zu schieben, braucht es schon 2 Personen: Nicos Großeltern Marlene und Rudolf Queckbörner
Vincent und Nico demonstieren die Funktionsweise des Kartoffelroders
Der Kartoffelroder LANZ LK 20 hinter dem Oldtimertraktor KRAMER KL 200 (Vincent im roten Shirt, Nico im blau-weissen Shirt)
Nico (Fahrersitz) und Vincent (Beifahrersitz) auf dem Oldtimertraktor KRAMER KL 200
So fing alles an...noch lässt sich nicht erkennen, um was es sich hier handelt.
In der Werkstatt....
Technik-Brocken....
Ordentlich in Kisten sortiert, damit keine Einzelteile verloren gehen.
Rostiger Urzustand
Schleifarbeiten....Arbeit für vielen Stunden.
Vincent schleift und schleift....
Die Lakierarbeiten...
Das Herzstück ist fast fertig...
Gestrichen....
Montagearbeiten...
Streichen...
Schrauben...
Montieren...
Nach 3 Monaten....zurecht stolz...
Fertig: Kartoffelroder LANZ LK 20

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
6.819
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 08.08.2014 um 06:35 Uhr
super sache die sich die kinder da ausgedacht haben. klasse ausfuehrung und schoener bricht.
Bernd Zeun
9.146
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 08.08.2014 um 22:41 Uhr
Gute Arbeit, von den Jungs. Viel zu schade zum Kartoffelroden, aber im Museum macht er sich bestimmt gut.
Jutta Skroch
11.333
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 08.08.2014 um 23:15 Uhr
Die beiden können zu Recht stolz auf ihr Werk sein. Da werde ich auf jeden Fall den Grünberger Gallusmarkt besuchen, das tolle Teil muss ich sehen.
Helmar Hoch
3.184
Helmar Hoch aus Grünberg schrieb am 11.08.2014 um 19:31 Uhr
klasse mit welchem Durchhaltevermögen die zwei das gemacht haben-habe vorher nicht mal gewusst dass es so was gibt
Hallo Lieber Leser
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Herzlichst, Ihr(e) Stefanie Arnheiter

von:  Stefanie Arnheiter

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Interessensgebiet: Grünberg
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