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Sprachkultur

Grünberg | Wetzlar (kmp). Mit Interesse las ich heute morgen einen Artikel von Peter Speier, München, mit der Überschrift “Ischwör, Alter!” in unserer Lokalpresse. Herr Speier führt sarkastisch aus, wie die Potsdamer Germanistin Prof. Heike Wiese ein “Kiez-Deutsch”, einen “grammatikfreien Straßensprech mit türkischem Akzent” der deutschen Sprache gleichstellen möchte. Laut Speier (Zitat Wiese?) sei jeder, der auf korrektem Deutsch beharre, ein Rassist.

Befremdend wirkt der (geschürte?) Polarismus: “Rassismus” auf der einen und “Kiez-Deutsch” auf der anderen Seite. Die Assoziation “ich werde als Rassist gesehen, wenn ich gepflegtes Hochdeutsch spreche und einfordere” beginnt im eigenen Kopf und Denken. Natürlich sind wir Deutschen durch unsere Geschichte vorbelastet, doch gibt es keinen Grund solch unlogische und unrichtige Rückschlüsse zu ziehen. Das Schüren einer Meinung, man müsse ein “Kiez-Deutsch”, einen Szenejargon einführen und haben, um aus anderen Nationen Eingebürgerten Rechnung zu tragen, ist nicht nur unserer Sprachkultur ein Schlag ins Gesicht, sondern eine empfindliche Beleidigung der großen Zahl hier
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aus anderen Nationen (eben auch der Türkei) eingebürgerten Personen, die hier auf hohem Niveau leben und arbeiten und oft ein besseres Hochdeutsch beherrschen als mancher hier Geborene. Und genau diese Personen führen die von Herrn Speier erwähnten Tendenzen und Ansichten der Potsdamer Germanistin Frau Prof. Heike Wiese ad absurdum. Die hier angeführten Beispiele, deren es seit Jahrzehnten auch genügend im rein deutschsprachigen Raum gibt, zum einen unter pubertierenden Jugendlichen, die nun mal ihren eigenen “Slang” haben, zum anderen in ländlichen und dörflichen Dialekten, können bei all ihrer Berechtigung nicht als Maßstab einer Sprachkultur gelten. Die Jugendlichen reifen und werden im Eigeninteresse, schon um einen Arbeitsplatz erhalten zu können, ihre Sprachkultur pflegen, die “Platt-Schwätzer” können in der Regel sehr gut differenzieren, ob sie im Büro oder auf dem Bolzplatz sind, und je nach Anlass die richtige Sprache einsetzen. Vor allem ist aber das Sprachniveau letztendlich das Resultat des jeweiligen Milieus der betreffenden Person. Samy Molcho bezeichnet in seinem Lehrbuch über Körpersprache und Kommunikation den Unterschied zwischen dem “elaborierten Code” z.B. von Akademikern und dem “restringierten Code” der Fabrikarbeiter. Wobei sich zumindest in unseren Industrienationen in den letzten Jahren viel bewegt hat und sich auch das Bildungsniveau und der Sprachschatz der Fabrikarbeiter.... erheblich erweitert haben. Gepflegte Kommunikation ist zugleich Grundrecht wie Grundpflicht eines jeden Bürgers, völlig unabhängig seiner Herkunft!

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Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.510
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 03.08.2014 um 01:45 Uhr
Du Opfa, pass mal auf du Otto. Ich schwör du bist voll der Nazi Opa. Deutschländer Kartoffeln müssen das ebn lernen auch wegn Interkrazion weißt du? Isch schwöre, ich weiß wo dein Haus wohnt. Laber doch net, mit Arbeit und so. Was kann isch dafür wenn mein Schev mich net verstehen tut? Altaaa.
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von:  Michael Poths

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Interessensgebiet: Grünberg
Michael Poths
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