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Unterwegs an der Havel und im Havelland

Havelquelle / Radler der 1. Tour
Havelquelle / Radler der 1. Tour
Grünberg | Von der Mecklenburgischen Seenplatte bis an die Elbe

In diesem Jahr bot Dekan Norbert Heide zwei Radtouren an der Havel und im Havelland an. Radler aus Grünberg und Umgebung fuhren im Kleinbus mit Anhänger – hier wurden auch die Fahrräder transportiert - bzw. mit der Bahn nach Waren an der Müritz, dem Ausgangspunkt der Radtour. Hier kamen noch zwei Teilnehmerinnen aus der näheren Umgebung hinzu.

Von Waren an der Müritz fuhr die Gruppe auf ruhigen Nebenstraßen zum Ursprung der Havel, den Havelquellseen. Von hier aus fließt sie mehr als 300 Kilometer bis sie die Elbe erreicht. Durch den Müritz Nationalpark und an vielen blauen Seen vorbei erreichten die Radler Ankershagen mit seiner frühgotischen Feldsteinkirche. Über die Entstehung des Namens Ankershagen geht folgende Sage um: Ein armer Schiffer schloss aus Verzweiflung einen Pakt mit dem Teufel. Dieser jagte ihn mit dem Sturm und seinem Fahrzeug hoch in die Wolken. Als der Schiffer dies leid war, warf er seinen Anker aus und dieser im Gebälk eines Kirchendaches landete, wurde das Dorf in Erinnerung daran Ankershagen genannt. Wesenberg war Ziel der ersten Etappe.

Der Stechlinsee gehört zu den saubersten Seen in Deutschland. Rund 97 Millionen Kubikmeter Wasser verteilen sich auf eine Fläche von 4,25 Quadratkilometern – mit Recht darf das Gewässer daher als „Großer Stechlinsee“ bezeichnet werden. Bei der Umrundung musste eine Strecke von gut 16 Kilometern über schmale Wege mit vielen Wurzeln überwunden werden. Eine Fischerhütte am See lud zu einer Pause mit leckeren Fischspezialitäten ein.

Nach einer Andacht in der ev.-luth. Kirche in Strasen kamen die Radler zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, die auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers errichtet wurde.

Himmlisch schön - so muss die Landschaft rund um Himmelpfort schon vor rund 700 Jahren auf die Zisterziensermönche gewirkt haben, die sich schließlich an der „Pforte des Himmels“ ansiedelten und ihre Klosteranlage auf der Landzunge zwischen vier Seen errichteten. Hier befindet sich die ehemalige Klosteranlage mit der mit Efeu bewachsenen Ruine der Klosterkirche und der evangelischen Dorfkirche. Besonders bei Kindern ist Himmelspfort bekannt, da es hier das Weihnachtspostamt gibt.

Die Fachwerkkirche in Bredereiche entstand 1689, nachdem die Feldsteinkirche im Krieg zerstört wurde. Etappenziel war Zehdenick mit seinem Zisterzienserinnen-Kloster nahe der Havel, das im Jahr 1250 gegründet wurde. Die Zugbrücke (Dammhastbrücke) ist das Wahrzeichen der Stadt. Die einstige Holzbrücke wurde 1992 durch eine zweiflügelige Eisenbrücke ersetzt.

Stechlinsee
Stechlinsee
Im Havelland, eingebettet in eine herrliche Parklandschaft, in Groß-Behnitz, liegt das Landgut Borsig. Borsig gilt als Vater der Mobilität – die Maschinenbauanstalt war Europas größter Eisenbahn und Lokomotivhersteller. Wer durch das imposante rote Backsteinportal mit alten Sandsteinskulpturen geht, betritt einen besonderen Ort voller Atmosphäre und Geist. Er erzählt von Niedergang und Aufbruch, von Gründergeist und Innovation, von technischer Revolution und Fortschritt, von Gemeinsinn, sozialer Verantwortung und Widerstand. Ein besonderer Ort zum Übernachten.

Von hier aus fuhren die Radler nach Ribbeck. Fontanes Gedicht vom Birnbaum des „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ machte den Ort bekannt. Sehenswert waren das Schloss mit dem deutschen Birnengarten, die Kirche und das alte Waschhaus. Die alte Dorfkirche bildet das Zentrum des Ortes. Rathenow

Nach einer Abschlussrunde nach dem Frühstück erhielt jeder Teilnehmer Ribbecker Fruchtgummi-Birnen zur Erinnerung und die Gruppe fuhr nach Hennigsdorf, wo die Radler der zweiten Tour eintrafen, um die Havelgegend von Hennigsdorf bis zur Mündung in der Nähe von Wittenberge zu erkunden.

An der Havel entlang bei herrlichem Sonnenschein erreichte man den seit 1999 denkmalgeschützten Grenzturm, der für die Öffentlichkeit als Dokumentationszentrum zugänglich ist. Am durch das Lied „Pack die Badehose ein …“ bekannten Wannsee vorbei kam man zur idyllisch an der Havel liegenden Sacrower Heilandskirche. Seit 1961 lag sie im Bereich der Berliner Mauer und erlitt in dieser Zeit erhebliche Schäden. Nach der Wende wurde sie in den 1990er-Jahren restauriert. Am idyllischen Templiner See vorbei, erreichte man Potsdam. Übernachtung im Domkonvikt in Brandenburg. Der Dom zu Brandenburg, den Aposteln Petrus und Paulus geweiht, ist das älteste erhaltene Bauwerk und Ausgangspunkt der Geschichte der Stadt Brandenburg an der Havel. Die Grundsteinlegung erfolgte 1165 durch den Mönchsorden der Prämonstratenser. Es entstand zu Beginn eine einfache kreuzförmige Saalkirche im romanischen Stil.

Als weithin sichtbares Wahrzeichen thront der imposante Dom St. Marien über der Hansestadt Havelberg, 1170 als romanische Basilika geweiht. Von 1280 – 1330 erfolgt der gotische Umbau. Von Havelberg
Schloss Ribbeck
Schloss Ribbeck
fuhr man am Schleusenkanal entlang, dann die letzten Kilometer bis zur Mündung der Havel in die Elbe zwischen den beiden Flüssen auf einer malerischen Insel. Bei Gnevsdorf mündet die Havel in die Elbe, ein wunderbarer Anblick. Somit endet hier der Havel-Radweg.

Am Elberadweg liegt Rühstädt, das storchenreichste Dorf Deutschlands. Hier konnte man von einem Aussichtspunkt auf über 30 Storchennester blicken.

Wittenberge war das Ziel der von Dekan Norbert Heide sehr gut organisierten Radtour:
Tägliche Andachten und kurze Geschichten, gemütliche Übernachtungsmöglichkeiten, ausgiebiges Frühstück, Etappen zwischen 50 und 80 km, weite Felder mit Korn- und Mohnblumen, jeden Abend leckeres Essen und ein Storch aus Rühstädt, der an die schöne Radtour im Havelland erinnern soll. Ein herzliches Dankeschön geht auch an Roland Heide, der das Gepäck und die Fahrräder mit Sorgfalt und Ruhe transportierte. Alle Teilnehmer freuen sich schon auf die nächste Tour.

Havelquelle / Radler der 1. Tour
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Stechlinsee
Stechlinsee 
 
Schloss Ribbeck
Schloss Ribbeck 
Radler der 2. Tour
Radler der 2. Tour 
Mündung Havel in die Elbe
Mündung Havel in die Elbe 
Havelberg
Havelberg 
Storchendorf Rühstädt
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Kommentare zum Beitrag

Irmgard Dechert
996
Irmgard Dechert aus Grünberg schrieb am 29.06.2014 um 23:20 Uhr
Das freut mich, wenn es so ankommt.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Irmgard Dechert

von:  Irmgard Dechert

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Interessensgebiet: Grünberg
Irmgard Dechert
996
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