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Pilgern im Epirus

Die Reisegruppe - im Hintergrund Sivota
Die Reisegruppe - im Hintergrund Sivota
Grünberg | 24 Interessierte waren mit Dekan Norbert Heide und Dekanatsjugendreferent Günther Semmler in Griechenland unterwegs

Nach den erlebnisreichen Tagen in Nordengland und Nordwales im letzten Jahr organisierten Dekan Norbert Heide und Dekanatsjugendreferent Günther Semmler eine Pilgerfahrt in den Epirus im Nordwesten Griechenlands. Epirus grenzt westlich ans Ionische Meer und nördlich an Albanien. 24 Interessierte starteten am Frankfurter Flughafen nach Korfu, um von hier aus mit der Fähre nach Igoumenitsa auf das griechische Festland zu gelangen. Mit dem Bus fuhren die Reisenden nach Sivota ins Hotel Hellas mit einer freundlichen und familiären Atmosphäre. Sivota ist ein idyllisches kleines Fischerdorf mit ca. 1000 Einwohnern, ungefähr 24 km südlich der Hafenstadt Igoumenitsa. Mit seinen kleinen Gassen und den alten, wildwachsenden Oliven- und Eukalyptusbäumen auf den umgebenden Hängen sowie den vielen kleinen Badebuchten mit türkisem, kristallklarem Wasser gilt Sivota als Geheimtipp für einen erholsamen Urlaub.

Nach Informationen über die geplanten Ausflüge wurde Sivota erkundet – beim Rundgang zum Hafen und Strand, zu den alten Oliven- und Zitronenbäumen hatte man herrliche Ausblicke auf das Meer. Ein Grillabend mit leckeren griechischen Köstlichkeiten bildete den Abschluss des Tages.

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Pilgern im Epirus (1)Griechenland (98)DJR Günther Semmler (1)Dekan Norbert Heide (170)
Die Anfahrt zu den Meteora-Klöstern, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören und ein bedeutendes Zentrum der byzantinischen Kunst sind, war sehr beeindruckend - eine einzigartige Felslandschaft, glatt geschliffene, senkrechte Felswände aus Sandstein, bis zu 300 Meter hoch, darauf sind die Orthodoxen Klöster gebaut. Wenn Nebel herrscht, scheinen die Klöster in der Luft zu schweben. Bereits im Jahr 1344 begannen Mönche, die ersten Gebäude des Klosters Megala Meteora zu errichten. Sämtliche Baumaterialien wurden mit Hilfe von Seilwinden und Netzen nach oben befördert und noch bis ca. 1930 erreichten die Mönche und ihre Gäste nur auf diesem Wege ihre Behausungen. Die byzantinischen Kunstwerke in den Klöstern gehören zu den ganz großen Schätzen der Orthodoxen Kirche in Griechenland. Die ersten Eremiten kamen im 11. Jahrhundert oder noch früher in die Gegend von Meteora. Sie schufen erste Behausungen auf den Felsen; dort konnten sie sich voll und ganz ihrem Glauben widmen. Die Klöster Megala und Mekora, ein Nonnenkloster, wurden besucht, die Wandmalereien bestaunt und die atemberaubenden Panoramablicke auf das "Felsenmeer" genossen.

Fluß Acheron mit seinen vielen Quellen
Fluß Acheron mit seinen vielen Quellen
Eine Bootstour rund um die vorgelagerten Inseln zu herrlichen Buchten verlief zunächst sehr ruhig, im klaren Wasser konnte man die Fische beobachten. Weiter im offenen Meer wurde es etwas stürmisch, aber der Anblick der blauen Grotte mit dem vorgelagerten Sandstrand entschädigte dafür. Nach einem kleinen Wasserspaziergang von nur 20 Metern durch knietiefes Meerwasser wurde ein sonniger Badestrand erreicht, der zur Abkühlung einlud.

Die Stadt Parga, ein idyllischer Urlaubsort, hat venezianischen Einfluss und ist terassenförmig um die ganze Bucht gebaut. Die hoch über der Stadt gelegenen Ruinen einer venezianischen Festung sind Reste der alten Burg von Parga, die zum Schutz der Bewohner gegen Angriffe von Land und See gebaut wurde. Der etwas mühsame Aufstieg wurde mit einem fantastischen Blick über die Stadt, den Hafen sowie einen Großteil der Küste mit seinen unzähligen Badebuchten belohnt.

Beim Wandern über den Bergrücken von Sivota (850 m) konnte man die Bergwelt des Epirus betrachten. Umgeben von absoluter Stille waren weit entfernt die Glocken der Ziegen oder Kühe zu hören. Reste eines alten byzantinischen Dorfes, in dem noch ein Haus
Hafen in Sivota
Hafen in Sivota
bewohnt ist, waren interessant anzusehen. Hier boten sich fantastische Ausblicke auf die ionischen Inseln und die albanischen Bergrücken. Ein Picknick mit griechischen Köstlichkeiten erwartete die Pilger hier oben. Dekan Norbert Heide hielt in der kleinen Kapelle eine Andacht und erzählte die Geschichte von Hanna, einem kleinen Mädchen, das ihrer singenden Mutter andächtig zuhörte. Das Wort „Halleluja“ fand sie besonders schön. Nachdem ihr die Mutter erklärte, dass man damit Gott lobt und ehrt, und dass alle Menschen dieses Wort verstehen, sprach sie fremde Menschen an und stellte fest, dass sie mit „Halleluja“ jeden erreichen konnte, auch wenn er oder sie andere Sprachen sprach.

Die Vikos-Schlucht (mit 1000 m Tiefe laut Guiness-Buch der Rekorde die tiefste Schlucht der Welt) befindet sich im Vikos-Nationalpark im Pindos-Gebirge. Sie erstreckt sich über knapp zehn Kilometer. Ein Abstecher führte in traditionelle Zagori-Dörfer - Eine alte Steinbrücke aus der Türkenzeit bei dem Dorf Kipi wurde vor Jahrhunderten errichtet und ist bis heute erhalten.

Sehr idyllisch war die Wanderung zum Acheron-Fluß bei Glyki. Er ist auch bekannt als der Totenfluß. In der Antike war man in dem Glauben, dass der Acheron der Grenzfluß in das Totenreich
Parga
Parga
wäre. Auf riesigen weißen Kieseln schlängelt er sich hier bei Glyki glasklar und blau durch ein tief in die Berge des Epirus eingeschnittenes Tal, gesäumt von den aus alten knorrigen Platanen bestehenden Auwäldern und unzähligen plätschernden Quellen – auf 500 Metern gibt es 50 Quellen. Wer sich für die Flusswanderung entscheidet, braucht, schon aufgrund der Beschaffenheit des Flussbettes, einen guten wassertauglichen Trekkingschuh und eine wasserdichte Verpackung für Kamera und andere Utensilien. Anfangs nur knietief, geht der Wasserstand später bis auf Halshöhe. Als Gebirgsfluss ist das Wasser des Achéron naturgemäß eiskalt, deshalb riskierten nur wenige der Gruppe ein paar Schritte im Fluß.

Faszinierende Landschaften mit knorrigen Olivenbäumen, Zitronenbäume mit vielen Früchten, orthodoxe Kirchen und Klöster, Ziegen und Kühe auf der Straße, das leckere griechische Essen, die Gastfreundschaft und die herrlichen Sandstrände hinterlassen bleibende Eindrücke von unvergesslichen Tagen in Griechenland, die Dekan Norbert Heide täglich mit kurzen Geschichten, Gebeten und gemeinsam gesungenen Liedern bereicherte. So ging der kleine Jakob vor dem Schlafengehen durch den Garten und dankte Gott für den schönen Apfelbaum, die duftenden Rosen und die leckeren Erdbeeren. Als die Großmutter ihn zum Gebet aufforderte, sagte er, ich habe schon gebetet.

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Fluß Acheron mit seinen vielen Quellen
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Hafen in Sivota
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Parga
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Altes Dorf bei Sivota
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Meteora Kloster
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