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Schönen Ausblick auf das Marburger Land von der Burg Mellnau genossen

Burg Mellnau
Burg Mellnau
Grünberg | Pilger um Dekan Norbert Heide auf den Spuren von Otto Ubbelohde unterwegs

Ausgangspunkt der fünften Pilgertour auf den Spuren der Brüder Grimm war der Bahnhof Sarnau. 20 Pilger erreichten gemeinsam mit Dekan Norbert Heide auf Wiesenwegen die Evangelische Kirche in Unterrosphe. Der Chorraum, der noch von der in 1291 gebauten Kirche stammt, war ursprünglich komplett mit spätgotischen Fresken verziert, die Szenen des Neuen Testaments darstellten. Szenen aus der Passionsgeschichte sind noch vorhanden. In die Nordwand wurde 1525 das „Sakramentshäuschen“ eingebaut, auch der Altar ist noch aus vorreformatorischer Zeit. 1610 wurde das jetzige Kirchenschiff erbaut, aus dieser Zeit stammt auch der Taufstein. Im Jahre 1685 kam die Kanzel dazu.
Dekan Heide hatte das Märchen „Die Bienenkönigin“ der Brüder Grimm in die Andacht einbezogen. Während zwei der Brüder nur Unsinn im Kopf hatten und Ameisen, Enten und Bienen ärgern wollten, gebot der jüngste Bruder Einhalt und rettete so die Tiere, die sich später erkenntlich zeigten und ihm bei verschiedenen Aufgaben halfen. Erde, Wasser und Luft sind wichtige Bestandteile
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Pilgern auf den Spuren der Brüder Grimm (14)Ev. Kirche Unterrosphe (1)Ev. Kirche Oberrosphe (1)Ev. Kirche Mellnau (1)Dekan Norbert Heide (203)Burg Mellnau (3)
unseres Lebens und müssen wie auch die Tiere geschützt werden. Wie die Helden in dem Märchen sind auch die Pilger unterwegs, um ihr Glück zu suchen – eine gute Beziehung zu sich selbst und zu anderen zu finden und die Schöpfung als ein Geschenk Gottes zu sehen.

Auf der „Rosphestraße“ am ehemaligen Backhaus vorbei, auf Wegen, die von Kornblumen und Ginsterhecken gesäumt waren, entlang der Rosphe erreichte man Oberrosphe. Leicht erhöht und mitten im Ort steht die Kirche als Symbol der Nähe und Größe Gottes, ist Versammlungsort für Menschen, die hier göttliche Nähe suchen und finden. Betritt man die Kirche, fällt die wuchtige Kanzel rechts vom Chorraum auf. Sie wurde von Meister Josias Wolrat Brützel aus Korbach im Jahre 1713 im sogenannten „Bauernbarock“ gefertigt. Die vier Evangelisten in den Feldern des Kanzelkorbs sind bäuerliche Männer.
Auf dem Burgwaldpfad führte der Weg nach Mellnau. Mit Utznamen heißen die Mellnauer auch die „Kuckucke“. Der Kuckucksweg führt durch den Wald hinauf zur Burg Mellnau. Von der fast ovalen mittelalterlichen Kernburg ist heute noch weitestgehend die Ringmauer vorhanden. Der runde Bergfried – erbaut um 1329 – befindet sich freistehend im Ostteil der Kernburg. Er hat einen Durchmesser von 9,5 Metern bei bis zu 3 Meter dicken Mauern, und dient heute als Aussichtsturm. Von der Burg konnte man einen schönen Ausblick über das Marburger Land genießen.

Blick ins Marburger Land
Blick ins Marburger Land
Die Kirche Mellnau wurde im Jahre 1883 auf dem alten Friedhof in der Dorfmitte errichtet. Der im neugotischen Stil erbaute Sandsteinbau wurde innerhalb eines Jahres komplett mit Sandsteinen aus der näheren Umgebung gebaut. Blickfang ist, besonders bei Licht- und Sonneneinfall, das blumenartige, farbenfrohe Glasfenster. Das im Jahre 1965 von Erhard Jakobus Klonk aus Oberrosphe entworfen und gefertigte Fenster interpretiert den in Lukas 8, Vers 22 beschriebenen Seesturm.

Vorbei an der Wüstung Kehna erreichten die Pilger auf nur spärlich ausgeschilderten Wegen nach 20 km den Bahnhof Wetter.

Immer noch auf den Spuren der Brüder Grimm und Otto Ubbelohde’s, der die Skizzen zu deren Märchen anfertigte, soll der Chorraum der Kirche in Unterrosphe für das Märchen „Der Grabhügel“ und der Blick durch das Tor der Burgruine Mellnau für „Der Eisenhans“ als Vorlage gedient haben. Interessant, in diesem Zusammenhang auch die nicht so bekannten Märchen der Brüder Grimm kennen zu lernen.
Die sechste Etappe auf den Spuren der Brüder Grimm führt nach der Sommerpause am 17. August auf der Rapunzel-Route von Wetter nach Simtshausen (ca. 13 km).

Burg Mellnau
Burg Mellnau 
Blick ins Marburger Land
Blick ins Marburger Land 
Biblische Szenen / Ev. Kirche Unterrosphe
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Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.126
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 24.06.2013 um 13:30 Uhr
Zu Rapunzel und Mellnau habe ich zwei Berichte von Motorradtouren in der Zeitung veröffentlicht.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Irmgard Dechert

von:  Irmgard Dechert

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Irmgard Dechert
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