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Besuch bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

an der Havelquelle
an der Havelquelle
Grünberg | Auf 310 km einen Teil der Havel und den Havelland-Radweg erkundet

Zu einem Besuch bei Herrn von Ribbeck hatte Dekan Norbert Heide eingeladen. 23 Radler aus Grünberg und Umgebung fuhren im Kleinbus mit Anhänger – hier wurden auch die Fahrräder transportiert - bzw. mit der Bahn nach Waren an der Müritz, dem Ausgangspunkt der Radtour.

Dekan Heide, der wegen Krankheit nicht als aktiver Radler, sondern "nur" als aktiver Organisator und Bus-Beifahrer teilnehmen konnte, sandte die Radler mit einem Reisesegen auf den Weg: die Radtour im Miteinander zu erleben, aufeinander zu achten, Ballast des Alltags abzuwerfen und zur Ruhe zu kommen.

Von Waren an der Müritz fuhr die Gruppe auf ruhigen Nebenstraßen zum Ursprung der Havel, den Havelquellseen. Von hier aus fließt sie mehr als 300 Kilometer bis sie die Elbe erreicht. Durch den Müritz Nationalpark und an vielen blauen Seen vorbei erreichten die Radler Ankershagen mit seiner frühgotischen Feldsteinkirche. Über die Entstehung des Namens Ankershagen geht folgende Sage um: Ein armer Schiffer schloss aus Verzweiflung einen Pakt mit dem Teufel. Dieser jagte ihn mit dem Sturm und seinem Fahrzeug hoch in die Wolken. Als der Schiffer dies leid war, warf er seinen Anker aus und dieser im Gebälk eines Kirchendaches landete, wurde das Dorf in Erinnerung daran Ankershagen genannt.
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Herr von Ribbeck auf Ribbeck (1)Havelradweg (1)Havellandradweg (2)Dekan Norbert Heide (170)
Nach einer Andacht in der ev.-luth. Kirche in Strasen kamen die Radler zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, die auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers errichtet wurde.
Himmlisch schön - so muss die Landschaft rund um Himmelpfort schon vor rund 700 Jahren auf die Zisterziensermönche gewirkt haben, die sich schließlich an der „Pforte des Himmels“ ansiedelten und ihre Klosteranlage auf der Landzunge zwischen vier Seen errichteten. Hier befindet sich die ehemalige Klosteranlage mit der Efeu bewachsenen Ruine der Klosterkirche und der evangelischen Dorfkirche. Besonders bei Kindern ist Himmelspfort bekannt, da es hier das Weihnachtspostamt gibt. In der Adventszeit wird hier die eintreffende Weihnachtspost von vielen fleißigen Helfern des Weihnachtsmannes beantwortet. Die Fachwerkkirche in Bredereiche entstand 1689, nachdem die Feldsteinkirche im Krieg zerstört wurde. Sie wird als Musterbeispiel des märkischen Fachwerkbaues immer wieder erwähnt. Der Ziegeleipark Mildenberg entwickelte sich gegen Ende des 19.
Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Orte der Ziegelproduktion in Europa. Hier wurden bis auf kurze Unterbrechungen während der Weltkriege bis zur Wende im Jahr 1990 Ziegel produziert. Etappenziel war Zehdenick mit seinem Zisterzienserinnen-Kloster nahe der Havel, das im Jahr 1250 gegründet wurde und bis zur 1541 in der Mark Brandenburg eingeführten Reformation bestand. Die Gebäude wurden im Dreißigjährigen Krieg bis auf einige Reste zerstört. Die erhaltenen Bauten beherbergen heute kirchliche und kulturelle Einrichtungen. Die Zugbrücke (Dammhastbrücke) ist das Wahrzeichen der Stadt. Die einstige Holzbrücke wurde 1992 durch eine zweiflügelige Eisenbrücke ersetzt. Zum Abschluss des Tages standen allerlei Grillspezialitäten in der Pension am Stadtpark bereit.

Die dritte Etappe mussten die Radler in Regenkleidung absolvieren. Erster Halt war die Stadtkirche in
Liebenwalde. Dekan Heide erzählte „von einem Freund, dessen Namen ich nicht kenne“: Er taucht unvermittelt auf, um zu beschützen, zu helfen und Mut zu machen und ist genauso schnell wieder verschwunden. Jeder hat solch einen Freund, es ist der Andere, der Unbekannte, der unerwartet neben dir ist und sich bemerkbar macht. Das Lied „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“, durchzog die Radtour, die in der Gruppe mehr Spaß macht als alleine zu fahren, wie ein roter Faden.

die Havel
die Havel
Ziemlich durchnässt erreichte man Hennigsdorf, an der nordwestlichen Stadtgrenze von Berlin gelegen, die hier zum großen Teil durch die Havel gebildet wird. Nach einem Gottesdienstbesuch in der Ev. Kirche am Sonntagmorgen führte die Tour jetzt auf dem Havelland-Radweg weiter. Eine beeindruckende Landschaft mit weiten Wiesen und Feldern, blühenden Rhododendron- und Fliederhecken, Störchen, Vogelgezwitscher und Kuckucksrufen. In einem Cafe gab es die erste Bekanntschaft mit Herrn von Ribbeck – leckere Birnentorte.

Im Havelland, eingebettet in eine herrliche Parklandschaft, in Groß-Behnitz, liegt das Landgut Borsig. Borsig gilt als Vater der Mobilität – die Maschinenbauanstalt war Europas größter Eisenbahn und Lokomotivhersteller. Wer durch das imposante rote Backsteinportal mit alten Sandsteinskulpturen geht, betritt einen besonderen Ort voller Atmosphäre und Geist. Er erzählt von Niedergang und Aufbruch, von Gründergeist und Innovation, von technischer Revolution und Fortschritt, von Gemeinsinn, sozialer Verantwortung und Widerstand. Ein besonderer Ort zum Übernachten.

Die letzte Etappe führte nach Ribbeck.
vor Schloss Ribbeck
vor Schloss Ribbeck
Fontanes Gedicht vom Birnbaum des „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ machte den Ort bekannt. Sehenswert waren das Schloss mit dem deutschen Birnengarten, die Kirche und das alte Waschhaus. Die alte Dorfkirche bildet das Zentrum des Ortes. Sie wurde im 14. Jahrhundert als einschiffige Saalkirche errichtet. Im südlichen Anbau existiert eine Familiengruft der Familie von Ribbeck. Dekan Heide erzählte die Geschichte vom Birnensegen, dem gutmütigen Herrn von Ribbeck, der den Kindern Birnen schenkte, auf dessen Wort sie sich verlassen konnten, zu dem sie Vertrauen hatten. Mitradlerin Rotraud Nau las das bekannte Gedicht von Theodor Fontane vor. Auf dem historischen Kirchhof befindet sich eine Nachpflanzung des berühmten Birnbaums.

Rathenow, die Stadt der Optik, war das Ziel der von Dekan Norbert Heide sehr gut organisierten Radtour an der Havel und im Havelland: Tägliche kurze Andachten, gemütliche Übernachtungsmöglichkeiten, ausgiebiges Frühstück, Etappen zwischen 50 und 80 km, jeden Abend leckeres Essen und Ribbecker Fruchtgummi-Birnen zur Erinnerung. Ein herzliches Dankeschön geht auch an Roland Heide, der das Gepäck und die Fahrräder mit Sorgfalt und Ruhe transportierte. Alle Teilnehmer freuen sich schon auf die nächste Tour.

an der Havelquelle
an der Havelquelle 
 
die Havel
die Havel 
vor Schloss Ribbeck
vor Schloss Ribbeck 
Schloss Ribbeck
Schloss Ribbeck 

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