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Burgruine Frauenberg bot eindrucksvolle Ausblicke und schönes Ambiente für Andacht

Pilgergruppe beim Lahngeist "Nöck"
Pilgergruppe beim Lahngeist "Nöck"
Grünberg | Auf der Lahngeist-Nöck-Route und Frauenberg-Route im Marburger Land 18 km zurück gelegt.

Vom Südbahnhof in Marburg starteten 30 Pilger gemeinsam mit Dekan Norbert Heide zur vierten Etappe auf den Spuren der Brüder Grimm. Der Weg führte durch das Lahntal vorbei an der Hundesportanlage Cappel bis zum Landschulheim Steinmühle, welches im Jahr 1949 von Dr. Joseph Müller und Gerhard Buurman in einer alten Mühle und den angrenzenden Wirtschafts- und Wohngebäuden gegründet wurde. Auf einem Rondell sitzt der Lahngeist „Nöck“, der 1985 von Matthias Kessler im Rahmen des Leistungskurses Kunst erschaffen wurde. Das Modell wurde unter Mithilfe des norddeutschen Künstlers Peter Lehmann in Lebensgröße hergestellt. Der Nöck, auch Nix, oder Flussmann bezeichnet, bewacht die Furten an Flüssen und lebt in Seen, Teichen, Tümpeln, Quellen, Brunnen oder Wassertropfen. Ihm wird nachgesagt, dass er junge Mädchen mit Harfenklängen verführt und in sein Unterwasserreich lockt. Ältere Sagen schildern den Nöck nicht als grausam oder böse, sondern lediglich als launisch und wechselhaft, wie das Element Wasser.

Der Blick auf die Steinmühle vom Westufer der Lahn lieferte vermutlich die Vorlage für die Zeichnung der Mühle im Märchen „Die Nixe am Teich“. Über den Mühlgraben, vorbei an einer alten Schleuse auf einem asphaltierten Weg mit Blick auf blühende Obstbäume gelangten die Pilger nach Cappel und weiter zur mittelalterlichen Burgruine Frauenberg. Diese, auch bekannt als „Frau Sophies Burg“, liegt etwa 6 km südlich von Marburg auf einem 379 m hohen Basaltkegel. Etwa im Jahre 1252 ließ Sophie von Brabant, Tochter der Hl. Elisabeth von Thüringen, eine Burg auf dem Frauenberg erbauen. Von dieser Burg aus sollte die bedeutende Verbindungsstraße „Langen Hessen“ im Blick gehalten werden. Zwischen 1470 und 1489 wurde „Frau Sophies Burg“ aus bisher ungeklärten Gründen teilweise zerstört, soll jedoch bis etwa 1528 noch bewohnt gewesen sein. Heute sind von den Burgmauern nur noch Reste übrig, aber dafür bietet die Burgruine einen eindrucksvollen Ausblick über den Ebsdorfer Grund und das Amöneburgerbecken. Das alte Gemäuer bot ein schönes Ambiente für eine Andacht, bei der Dekan Norbert Heide das Märchen „Dornröschen“ zum Thema machte und Inhalte daraus ins Heute nahe brachte und den Bezug zum Auferstehungsgedanken herstellte.

Obwohl die Pilger von heftigen Regenschauern überrascht wurden, freuen sie sich schon auf die nächste Etappe, die am Samstag, 15. Juni 2013 auf der Burg Mellnau-Route von Sarnau über Unterrophe, Oberrosphe nach Wetter führt (ca. 15 km). Die Pilger treffen sich um 8 Uhr auf dem Schloßparkplatz in Grünberg. Nähere Informationen im Ev. Dekanat Grünberg, Tel. 06401-227315.

Pilgergruppe beim Lahngeist "Nöck"
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Lahngeist Nöck
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Burgruine Frauenberg
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