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Zum Koppeturm in Erdhausen gepilgert

Koppeturm
Koppeturm
Grünberg | 28 Pilger starteten gemeinsam mit Dekan Norbert Heide zur dritten Etappe auf den Spuren der Brüder Grimm. In der modernen evangelischen Kirche Erdhausen, die 1964 oberhalb des Friedhofes neu errichtet wurde, hielt Dekan Heide eine Andacht zum Märchen Hans im Glück, der als Lohn für seine Arbeit einen großen Klumpen Gold erhielt. Als ihm das Gold zu schwer wurde, tauschte er dieses gegen ein Pferd, um schneller voran zu kommen. Weiter führte der Tausch über eine Kuh, ein Schwein und eine Gans zum Wetzstein, der ihm schließlich in einen Brunnen fiel – und somit hatte er nichts mehr, aber er fühlte sich glücklich und frei. So ist jeder seines Glückes Schmied – unterwegs - wie damals Abraham und Jesus, um am Ende als neue Menschen das Glück zu finden. Man muss beweglich sein, um sich neu einzustellen. „Wer sich auf den Weg macht, muss sich auch lösen und etwas zurück lassen“ – nach diesen Worten begaben sich die Pilger auf den Weg.

Auf Wald- und Wiesenwegen gelangte man zum wunderschön im Laubwald gelegenen Koppeturm, einem 15 Meter hohen Aussichtsturm, der 1971 eingeweiht wurde und damals lediglich aus einem Holzgerüst bestand. Bereits 1983 fiel dieser zerstörerischen Flammen zum Opfer und wurde 4 Jahre später neu aufgebaut mit einem herrlichen Ausblick auf die Gladenbacher Umgebung.

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Etwas getrübt wurde die Stimmung durch das Abhandenkommen einer Mitpilgerin. Aus diesem Grund brach die Gruppe das Pilgern am Koppeturm ab, um bei der Suche zu helfen. Am Ausgangspunkt zurück, tauchte die Vermisste wieder auf. Nun wurde noch der wuchtige Wehrturm der alten Kirche, der im Dorfkern von Erdhausen noch erhalten ist, besucht. Das alte Kirchenschiff musste 1967 als Verkehrshindernis dem Ausbau der Bundesstraße weichen, die damals noch durch die Ortsmitte führte.

Erdhausen wurde 1324 erstmals als Erdhusen erwähnt. Es liegt im so genannten Marburger Hinterland. Ein Verwaltungsbezirk war das Amt Blankenstein. Hier wurde die Blankensteiner Tracht getragen, deren Merkmal die Schniepekappe war. Die Blankensteiner Tracht kommt mehrfach in Otto Ubbelohdes Märchenzeichnungen vor. Er illustrierte die Märchen der Brüder Grimm und nutzte hierzu Motive aus Marburg und Umgebung. In dem Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ hat die Großmutter des Teufels eine Schniepekappe auf und im Märchen „Die Gänsehirtin am Brunnen“ das alte Mütterchen. Im Märchen „Jorinde und Joringel“ trägt die Erzzauberin eine Schniepekappe. Als Joringel seine Jorinde von der Erzzauberin befreit hatte, schauten sie auf ihr Heimatdorf. Vielleicht Erdhausen mit der Kirche, denn Jorinde trägt die Tracht des Amtes Blankenstein.

Am 11. Mai geht es weiter auf den Spuren der Brüder Grimm auf der Lahngeist-Nöck-Route & Frauenberg-Route (ca. 18 km). Treffpunkt ist wie immer der Schloßparkplatz in Grünberg um 8 Uhr.

Nähere Informationen im Dekanat Grünberg, Tel. 06401-227315.

Koppeturm
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Die Pilgergruppe vor dem Turm der alten Kirche in Erdhausen
Die Pilgergruppe vor dem... 
Turm der alten Kirche
Turm der alten Kirche 

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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
10.455
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 29.03.2013 um 00:51 Uhr
Welches die Spuren der Brüder Grimm in Erdhausen/Gladenbach nun waren, ist mir jetzt nicht klar geworden, das Märchen kann es ja nicht gewesen sein, das kann schließlich überall erzählt werden.
Irmgard Dechert
955
Irmgard Dechert aus Grünberg schrieb am 01.04.2013 um 23:43 Uhr
Erdhausen wurde 1324 erstmals als Erdhusen erwähnt. Es liegt im so genannten Marburger Hinterland. Ein Verwaltungsbezirk war das Amt Blankenstein. Hier wurde die Blankensteiner Tracht getragen, deren Merkmal die Schniepekappe war. Die Blankensteiner Tracht kommt mehrfach in Otto Ubbelohdes Märchenzeichnungen vor. Er illustrierte die Märchen der Brüder Grimm und nutzte hierzu Motive aus Marburg und Umgebung. In dem Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ hat die Großmutter des Teufels eine Schniepekappe auf und im Märchen „Die Gänsehirtin am Brunnen“ das alte Mütterchen. Im Märchen „Jorinde und Joringel“ trägt die Erzzauberin eine Schniepekappe. Als Joringel seine Jorinde von der Erzzauberin befreit hatte, schauten sie auf ihr Heimatdorf. Vielleicht Erdhausen mit der Kirche, denn Jorinde trägt die Tracht des Amtes Blankenstein.
Bernd Zeun
10.455
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 08.04.2013 um 17:00 Uhr
Danke, für die nachgelieferte Erklärung.
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Irmgard Dechert
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