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Inselhüpfen auf den Kykladen

Grünberg | Studienreise zu den „Inseln des Lichts“

Nach der Studienreise ins Heilige Land im Dezember 2010 organisierte Dekan Norbert Heide jetzt eine Tour zu den „Inseln des Lichts“. Die Kykladen liegen zwischen Griechenland und der Türkei verstreut. Sie gelten als die griechischen Inseln schlechthin – weiße Häuser auf steil abfallenden Felsen über tiefblauem Wasser, weiter Himmel und ein ganz besonderes Licht …

Nach einem Reisesegen im Andachtsraum des Frankfurter Flughafens unter dem Aspekt „Was werde ich in Griechenland sehen und erleben – Ich lasse alles zurück“ starteten 23 interessierte Menschen aus verschiedenen Dekanaten mit dem Flugzeug nach Athen, wo sie von Reiseleiter Jannis empfangen wurden, der sie zehn Tage zu den Inseln im ägäischen Meer begleitete und kompetent über die Inseln informierte. Im Hotel Plaza in Athen wurde die Gruppe spätabends mit leckeren griechischen Köstlichkeiten empfangen.

Mit der Fähre fuhr die Gruppe von Piräus nach Syros, der mit 20.000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Insel in den Kykladen. Beim Rundgang durch Emoupolis, der Hauptstadt und größten Stadt der Inselgruppe, konnte man das nach Plänen des Architekten Ernst Zille errichtete Rathaus, das Apollontheater, das die Bewohner der Stadt nach dem Vorbild der Mailänder Scala erbauen ließen, das römisch-katholische Ano Siros, das Dorf über der Stadt, und vieles mehr betrachten.

Nach ½ Stunde Fahrt mit dem Schnellschiff war Tinos am dritten Tag erreicht. Eines der dominantesten Sehenswürdigkeiten ist die Basilika Panagia Evangelistria. Sie wurde im Jahre 1823 auf einem Hügel erbaut. Die Gläubigen reisen aus allen Ecken Griechenlands an, um der wundertätigen Marienikone, die 1823 dank einer Vision der Nonne Pelagia aus dem nahen Kloster Kechrovouniou unter den Überresten einer bereits im 10. Jh. abgebrannten frühbyzantinischen Kapelle entdeckt wurde, in der prächtigen Wallfahrtskirche ihre Aufwartung zu machen. Tinos ist das Lourdes der Ägäis. Außerdem findet man auf Tinos zahlreiche Taubenhäuser. Der untere Teil dieser Taubentürme diente als Speicher und Schuppen. Die Verzierungen in Form von Dreiecken, Vierecken, Rauten und Kreisen, bildeten eine Vielzahl von Schlupflöchern für die Tauben, die wegen ihres Dunges gehalten wurden, denn mit dem Taubenguano düngte man die Felder. Neben Paros ist Tinos die zweite bedeutende Marmorinsel der Kykladen. Ganze Dörfer sind zum großen Teil aus Marmor erbaut – hier wurde das „Marmordorf“ Pirgos besucht, wo sogar die Bushaltestelle aus Marmor ist.

Sonnenuntergang auf Santorin
Sonnenuntergang auf Santorin
Überfahrt zur Insel Paros am vierten Tag. Hier besuchte die Gruppe in Parikia die frühbyzantinische Kirche Panagia Ekatontapilliani, eine der bedeutendsten Kirchenbauten Griechenlands. Sie wurde auf dem Grundriss eines alten Tempels erbaut und befindet sich im Park von Parikia, der Taufraum gehört zum ursprünglichen Gebäude. Der etwas andere Glockenturm – eine Zypresse, an der die Glocken hängen – steht im Innenhof der Panagia Ekatontapilliani. Von Lefkes führt ein alter byzanthinischer Weg hinab zur Küste nach Prodromos. Unterwegs gibt es tolle Ausblicke auf Lefkes und die Küste. Die Pflasterung des alten Weges ist noch immer gut erhalten. Es lohnt sich, auf die Fauna und Flora zu schauen. Einfach staunen kann man nur darüber, wie dieser Weg angelegt ist, ebenso wie auch über die Natursteinmauern, die sich kilometerweit entlang der Strecke ziehen.

Am nächsten Tag wurden die Marmorsteinbrüche besucht, wo in der Antike der weltberühmte parische Marmor abgebaut wurde. Anschließend Fahrt zur malerischen Hafenstadt Naoussa, für viele der schönste Hafen der Kykladen. Auf einem Weg
über Felsen und glatte Steine, auch Ziegenweg genannt, erreichte man den Gipfel mit einem eindrucksvollen Blick auf Naoussa und das Meer. Ein weiteres Ziel war das Museum für traditionelle kykladische Kunst – die reizvolle Sammlung enthält Nachbildungen von Schiffen, Wind- und Wassermühlen sowie imposanten griechischen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, die der parische Künstlers und Seemann Benetos Skiadas in mühevoller Arbeit herstellt. Mit dem Schiff fuhren die Reisenden nach Antiparos, der kleinen Schwester von Paros, einer einfachen, ruhigen Insel - ein beliebtes Ziel für Menschen, die Erholung suchen.

Schon bei der Einfahrt in den Hafen von Naxos sieht man auf der linken Seite das Wahrzeichen, das 6 m hohe Marmortor Portara. Es gehörte zu einem riesigen antiken Tempel, der einst für Apollon errichtet werden sollte - ein beliebtes Fotomotiv – wie ein großer Bilderrahmen -. Durch enge Gassen führte der Weg zur venezianischen Burg und zur Kirche Panagia Drossiani mit Resten von Wandmalereien aus frühbyzantinischer Zeit. Eine antike, aus Stein gehauene, unvollendete monolithische Statue liegt in einem dörflichen Garten. Der liegende Kouros von Flerio bei Melanes erreicht eine Größe von 5,5 m und ein zweiter befindet sich in einem Steinbruch in der Nähe des Ortes. Es wir vermutet, dass die Statue für einen Transport zu schwer war oder einfach zerbrochen ist.

Die Windmühlen von Mykonos
Die Windmühlen von Mykonos
In der katholischen Kirche in Pareikia auf Paros hielt Dekan Heide morgens eine Andacht über die „Güldene Sonne“ und feierte gemeinsam mit der Reisegruppe Abendmahl. Das unbewohnte Felseneiland Delos liegt im Zentrum der Kykladen. "Kykladen" bedeutet übersetzt die Kreisförmigen (Inseln). Delos ist für die Götter der leuchtende Stern der schwarzen Erde. Nirgendwo gibt es auf der Erde so viel Licht wie auf Delos, hier ist Apollon, der Gott des Lichtes geboren. Als größtes Ausgrabungsgelände Griechenlands stellt Delos ein Freilichtmuseum im Meer dar. Nach dem Rundgang durch das Ruinengelände mit den Resten der Apollontempel, der Löwenterrasse als bekanntestem Teil des antiken Delos – hier wirken die Löwen nach 2500 Dienstjahren schon etwas müde – erfolgt der Aufstieg auf den Berg Kynthos mit herrlichem Ausblick auf die umliegenden Inseln.
In Mykonos angekommen, blickt man auf die leuchtend weißen Häuser mit blauen Fensterläden und Türrahmen. Auf dem Windmühlenberg kann man eine Reihe originaler, aber flügelloser Windmühlen besichtigen - das Wahrzeichen von Mykonos. Die Kirche Panagia Paraportiani besteht aus mehreren verschachtelten Kapellen, die sich strahlend weiß wie eine kleine Festung über dem Meer erhebt. Mit einer Audienz bei Pelikan Petros, der im Hafenviertel von Mykonos-Stadt zuhause ist, endete der Aufenthalt auf Mykonos.

Blick auf Naoussa und das Meer
Blick auf Naoussa und das Meer
Bei der Wanderung entlang des Kraterrandes nach Oia im Norden von Santorin gab es atemberaubende Tiefblicke. Die Kirchen und Kapellen in Oia bestechen durch ihre blauen Kuppeln und weißen Glockentürme. Zum Ausklang des Tages beeindruckte der einmalige Sonnenuntergang. Santorin, die Vulkaninsel, ist das gewaltigste Naturerlebnis der Kykladen. Im Südwesten liegt die bedeutendste Ausgrabungsstätte Santorins: Das Pompeji der Griechen. Erstmalige Beachtung fand Akrotiri im Jahre 1867, als der französische Geologe Ferdinand Fouqué prähistorische Mauerreste unterhalb des Dorfes entdeckte. Das Fehlen menschlicher Überreste, Schmuck und Wertgegenstände lässt vermuten, dass die Bewohner sich rechtzeitig vor dem Ausbruch des Vulkans in Sicherheit bringen konnten.

Die täglichen Andachten von Dekan Heide an den verschiedensten Orten, die Ikonen in den Kirchen, die Wandmalereien, die kleinen Tavernen mit den leckeren Vorspeisen, die uns Reiseleiter Jannis zeigte, und vor allem die weißen Häuser an den Steilküsten und das tiefblaue Meer hinterlassen bleibende Eindrücke von unvergesslichen Tagen auf den Inseln des Lichts. Von der Sonne verwöhnt trat die Reisegruppe den Heimflug nach Deutschland an und ist schon auf das nächste Ziel der Studienreise gespannt.

 
Sonnenuntergang auf Santorin
Sonnenuntergang auf... 
 
Die Windmühlen von Mykonos
Die Windmühlen von... 
Blick auf Naoussa und das Meer
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Das Marmortor auf Naxos
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Löwenstraße von Delos
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