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Wir zieh‘n hinauf nach Jerusalem – „Kinder-Äktschen-Tage“ in Mainz

Grünberg | Text: Simon Koch


Die Kinder-Äktschen-Tage des Evangelischen Dekanats Grünberg waren diesmal etwas Besonderes:

Pilgern mit Kindern. Dabei wurden Teile der Bonifatius-Route von Mainz aus begangen. Am Montag, dem 02.04.12, ging es um 9:00 Uhr von Grünberg mit mehreren Kleinbussen und 24 Personen, darunter vorrangig Kinder, des Weiteren Dekan Heide, Dekanatskirchenmusikerin Martiné, Pfarrerin Düver und noch weitere Aufsichtspersonen, auf nach Mainz. In der Jugendherberge angekommen, legte sich jeder ein Heft an, in dem die Erlebnisse, Stempel der einzelnen Wegstationen, Lieder, die während der Freizeit gesungen wurden und generell alles bezüglich des Pilgerns festgehalten werden konnte. Zusätzlich bekamen die Kinder, welche sich deswegen in Gruppen sortierten, Aufgaben gestellt, die sie innerhalb des jeweiligen Tages lösen sollten. Beispielsweise wurde von ihnen verlangt, einer älteren Person ein Ständchen zu singen, ein Rezept für Kartoffelklöße zu ergattern oder 25 1-Cent-Stücke zu sammeln. Jeder, der mitpilgerte, bekam einen Stock zur Stütze, den einige auch individuell gestalteten, und eine Bonifatius-Plakette, damit jeder gleich erkennen konnte, dass es sich bei dieser Gruppe um Pilger handelte.

Schon am ersten Tag wurden ca. 14 Kilometer zurückgelegt: Von der Jugendherberge zum imposanten Mainzer Dom, von dem die Bonifatius-Route, die Strecke des Leichenzugs von Bonifatius nach Fulda, beginnt, und von dort dann ins malerische Hochheim. Auf dem Weg orientierte die Gruppe sich immer an den Plaketten, welche die Bonifatius-Route wiesen, auch wenn sie nicht immer leicht zu finden waren und teilweise durch Wohngebiete oder gar Unterführungen mitten im Ort führten. Bereits auf dem Weg zur ersten Etappe hatte man mit Schwierigkeiten zu kämpfen, denn ein Teil der Route war aufgrund von Bauarbeiten gesperrt, sodass eine Umleitung in Kauf genommen werden musste. Nachdem Herr Heide eine Andacht in der Hochheimer Kirche gehalten hatte, bei der schon das auf dem Weg einstudierte Lied „Wechselnde Pfade“ mehrstimmig erschallte, ging es mit dem Bus zurück in die Jugendherberge in Mainz. Abends traf sich die Gruppe noch einmal, um Abendandacht zu halten und das Erfüllen der Aufgaben, welche den Kindern offenbar viel Spaß bereitet hatte, abzugleichen.

Am zweiten Tag, dem 03.04.12, startete die Gruppe von Hochheim und wanderte bei
herrlichem Sonnenschein durch die Flörsheimer Schweiz hin zur Flörsheimer Warte. Da trennte sich die Gruppe, da einige weiterpilgern wollten, andere aber bereits zurück in die Jugendherberge wollten. Ein Teil der Gruppe folgte also der Bonifatius-Route nach Weilbach, während der andere Teil den Nachmittag im Mainzer Volkspark verbringen konnte. Auch an diesem Tag hatten die Kinder wieder Aufgaben gestellt bekommen, deren Lösungen ebenso wie am ersten Tag präsentiert werden mussten. Des Weiteren wurden einige Lieder, von Frau Martiné am Klavier begleitet, einstudiert und Abendandacht gehalten.

Am dritten und letzten Tag führte der Weg von Weilbach nach Kriftel, wo die Tour nach einer letzten Andacht und einem anschließendem Eis Essen endete.

Insgesamt herrschte während der drei Tage eine sehr angenehme und lockere Stimmung und die Route stellte sehr unterschiedliche Abschnitte zur Schau: Sowohl kühle, waldige Abschnitte, schön anzusehende Weinberge, aber auch Autobahnbrücken, Wohngebiete und Kiesgruben bei Weilbach.
Das ganze Projekt stand unter dem Motto „Wir zieh‘n hinauf nach Jerusalem“, der Karwoche entsprechend. In diesem Sinne hat die gesamte Gruppe auch den Gottesdienst zu Karfreitag in der Grünberger Stadtkirche gestaltet. Bereits während des dreitägigen Aufenthalts in Mainz wurde Material für den Gottesdienst gebastelt, Aufgaben und zu lesende Texte verteilt und Lieder mit der Gruppe einstudiert.

Alles in allem war es ein sehr nettes und angenehmes, aber auch interessantes Projekt, bei dem ca. 25 Kilometer zurückgelegt wurde und nicht nur Gruppendynamik und Freude am Laufen, sondern auch Wissenswertes über Bonifatius, Bibelgeschichten und vieles mehr vermittelt wurde.

 
 

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