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Pilgern auf dem Vulkanring

Die Pilgergruppe vor der Ev. Kirche in Rainrod
Die Pilgergruppe vor der Ev. Kirche in Rainrod
Grünberg | Von Laubach nach Eichelsdorf 18 km zurückgelegt

Das Pilgerprojekt 2012 von Dekan Norbert Heide (Dekanat Grünberg) führt auf dem Vogelsberger Vulkanring rund um den Vulkan. 44 Pilgerinnen und Pilger starteten zur 1. Etappe in Laubach und folgten der grün-roten Markierung „VV“.
Auf dem ersten Teilstück mussten die Pilger schon mit Glatteis überzogene Wege überwinden. Vorbei an der Friedrichshütte führte der Weg in den Wald und ins idyllische Horlofftal hinein durch eine Wochenendsiedlung in ein schönes Seitental. Eine leichte Tour, überwiegend auf festen Wegen – nur auf einem kurzen Stück war der Boden aufgeweicht. Der recht steile Anstieg zum Dörfchen Stornfels - der kleine Ort thront wie ein Adlerhorst über den Äckern und Wiesen – erforderte einige Anstrengung. Im Mittelalter stand hier oben die Ritterburg „Sturmfels“, deren Außenmauern heute den Grundstock der Kirche bilden. Letzte Zeugen aus dieser Zeit sind weiterhin die zur Kirche umgebaute Zehntscheuer. Die Kirche zeigt in Bauteilen spätromanische Teile.
Dekan Heide hielt hier eine Andacht zur Jahreslosung „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“
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– es kostete Kraft auf den Berg zu steigen. Auch bei den Ameisen kann man erkennen, wie viel Energie sie entwickeln, wenn sie ihre Nester bauen und dabei das 200-fache des eigenen Körpergewichtes transportieren. Margarethe Steiff war trotz ihrer Krankheit stark genug, ein Unternehmen aufzubauen, das später zur bekannten Firma Steiff heranwuchs.
„Gott macht nicht gleich das Licht an, wenn es dunkel ist. Er begleitet uns, schenkt Mut und Geborgenheit für den nächsten Schritt. Im Dunkeln sind wir nicht allein gelassen, auch wenn das Licht nicht an ist.“

Weiter führte der Weg abwärts in Richtung Rainrod zur Evangelischen Kirche. Hier begrüßte Pfarrer Dr. Peter Möser die Pilgergruppe in der steinernen Kirche, die von 1832 – 1836 anstelle der baufälligen Fachwerkkirche neu erbaut wurde, und gab Informationen über seine Kirchengemeinde und das Kirchengebäude. Insbesondere die im Juni 2010 eingebauten Fenster bringen Licht und Farbe in den Kirchenraum. Die vorgesetzte Glas-Installation ermöglicht vielfältige Assoziationen zu biblischen Themen und zu Fragen der Gegenwart. Über allen drei Fenstern sind Fragmente eines Regenbogens erkennbar. Pfarrer Möser begleitete das Monatslied für Januar „Christus das Licht der Welt“ auf der Orgel, die er in seinen 14 Dienstjahren zum ersten Mal spielte.
Blick auf Stornfels
Blick auf Stornfels
Die Pilgergruppe machte sich auf den Weg nach Eichelsdorf. Kurz vor dem Ortseingang hatten sich etwa 100 Teilnehmer und Schaulustige bei strahlendem Sonnenschein zu einem Boßelturnier des Golfclubs Eichelsdorf eingefunden. Auch das „Rollkommando“ - die Verpflegungsstation auf Rädern, ausgestattet mit festen und flüssigen Stärkungen – fehlte nicht. In Eichelsdorf hatte Küster Manfred Bechtold für eine warme Kirche gesorgt. Zum Abschluss der ersten Pilgeretappe las Dekan Heide aus dem Buch "Pastories" – zum einen sind das köstliche Kurzgeschichten, die man sich langsam auf der Seele zergehen lassen kann, und Geschichten, die sich tatsächlich so im Leben eines Pfarrers zugetragen haben - heiter die einen, hintersinnig und nachdenklich die anderen. Insbesondere die Erlebnisse eines jungen Pfarrers, der bei einer Feier nach den „Kleinen Propheten“ – das ist die Sammelbezeichnung für die zwölf prophetischen Bücher des Alten Testaments - befragt wurde und diese nicht nennen konnte. Er nahm diese Blamage zum Anlass, die Namen zu lernen. Eines Tages besuchte er eine ältere Dame, die den neuen Pfarrer nicht kannte, ihn für einen Betrüger hielt und schon eine Waffe auf ihn gerichtet hatte. Gerade als sie die Polizei rufen wollte, bat er sie, ihm eine Frage zu stellen, die seine Identität beweisen kann. Die ehemalige Lehrerin fragte ihn nach den „Kleinen Propheten“, die er - wie aus der Pistole geschossen – zügig aufzählte und so ihr Vertrauen erlangte.
Die zweite Pilgeretappe führt am 25. Februar von Eichelsdorf nach Steinberg (ca. 15 km). Treffpunkt ist um 8 Uhr auf dem Schloßparkplatz in Grünberg oder um 8.30 Uhr an der Ev. Kirche in Eichelsdorf.

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