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Bouffier und Oettinger stürzen sich in den Wahlkampf für Hessen-CDU

von Simone Linneam 14.01.20091131 mal gelesen4 Kommentare
Grünberg | Es ist kalt in Grünberg. Aber das hält etwa 200 Interessierte nicht davon ab, am 8. Januar der Einladung des CDU-Kreisverbandes Gießen und Vogelsberg, sowie des Grünberger Stadtverbandes in die Gallushalle zu folgen.
Nach der Begrüßung durch Grünbergs CDU-Bürgermeisterkandidatin Birgit Otto, lassen die Veranstalter ihre Gäste filmisch durch 60 Jahre CDU-Politik wandern.
Das Publikum ist gedanklich noch ganz gefangen in den emotionalen Bildern zur Deutschen Wiedervereinigung, da begrüßt Hessens Innenminister Volker Bouffier schon die Zuhörer. Er greift gedanklich die Wendezeit auf und erinnert daran, dass damals der Kreisverband der CDU Gießen mit dem Gothaer Kreisverband eine Partnerschaft eingegangen war. Dann wechselt er in die Gegenwart. Er stellt die für ihn eine, wichtige Frage an die SPD: "Wie haltet ihr es mit den Linken?". Er räumt ein, dass Fehler passieren könnten, aber es gebe eine Grenze. Erst habe die SPD beteuert, niemals mit den Linken zusammen zu arbeiten, doch "Wortbruch hat einen Namen: SPD!". Der SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer Gümbel sei für die Führungsposition in Hessen nicht geeignet.

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Politik müsse in seinen Augen handlungsfähig, berechenbar und voller Ideen sein. Und dann geht er auf die Situation in Hessen ein: Es sei, gemeinsam mit Baden-Württemberg, das einzige Bundesland, welches von Beginn an in den Länderfinanzausgleich einzahle. "Hessen steht gut da!", doch die Konkurrenz habe die falschen Konzepte für das Land. Nach den aktuellsten Umfrageergebnissen komme die SPD auf 24, die CDU auf 42 Prozent. Aber Umfrageergebnisse ständen eben Stimmungen und nicht automatisch für Stimmen, warnt der Minister. "Wir sind selbstbewusst, aber nicht überheblich!" Das Ergebnis der Hessenwahl habe Bedeutung für das ganze Land und er schließt mit dem Aufruf: "Unterstützen Sie die CDU!" Lang anhaltender Applaus belohnt seine kämpferische, aber auch immer wieder humorvolle Rede.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger hebt zur Begrüßung die 30-jährige Freundschaft zu Volker Bouffier hervor und geht dann über zu Roland Koch: "Er ist viel symphatischer, als mancher denkt. Und so gut - wie man weiß!"
Auch er betont, wie gut Hessen aufgestellt sei. In den Bereichen tertiäre Bildung und Forschung seien die Regionen Gießen und Marburg "bärenstark". Hessen zahle 3 Milliarden Euro in den bereits erwähnten Länderfinanzausgleich und könne sich unklare politische Verhältnisse nicht leisten.
Auch die Innere Sicherheit thematisierte der Ministerpräsident. Die Verbrechensaufklärungsquote sei enorm angestiegen und selbst im Fußball stehe man gut da, rechne man die Erfolge Hoffenheims den Hessen zu, da Hoffenheim so nah an Hessen liege. Über diese Bemerkung mussten selbst Sportmuffel lachen.
Doch dann wird er wieder ernst und kommt auf die Wirtschaftskrise zu sprechen: Die beiden nächsten Jahre werden schwere. Doch niemand habe höhere Kompetenz bei Wirtschaftsfragen als Roland Koch.
Und schließlich kommt er noch auf das Thema "Bildung" zu sprechen. Es sei zum einen schon viel zu lange über G8 diskutiert worden. Bei der SPD stehe nicht Bildung, sondern Fragen der Ideologie im Mittelpunkt. Doch Bildung sei noch nie so wichtig gewesen, wie derzeit. Denn seit der politischen Öffnung im Osten ständen nicht mehr 1000 Millionen, sondern 4000 Millionen Menschen in einem Wettbewerb untereinander.
Und darauf müsse man reagieren. Für ihn stehe die Bildung der 3-10-Jährigen im Mittelpunkt; hier müsse man ansetzen. Und schließlich stellte er fest: "Die Gesamtschule ist grandios gescheitert!". Gesamtschulen sollten nur nach Bedarf angeboten werden, Elternrechte sollten nicht immer diskutiert werden, sondern auch Elternpflichten.
Am Ende schließt sich der Kreis, Oettinger kommt nochmals auf Bouffier zu sprechen: er sei "aufgestiegen, aber nicht abgehoben!" Dann stehen alle auf, applaudieren lang und frenetisch.

 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Mathias von Kutzleben
5.327
Mathias von Kutzleben aus Gießen schrieb am 15.01.2009 um 04:45 Uhr
"Bouffier und Oettinger stürzen sich in den Wahlkampf für Hessen-CDU"
Wenn das mal nicht ein bisschen spät ist. Ich habe schon gewählt ;)
Simone Linne
5.041
Simone Linne aus Gießen schrieb am 15.01.2009 um 08:20 Uhr
Herr Engelhart, wie das? Meinen Sie, dass Sie sich schon entschieden haben? Das ist sicher bei vielen der Fall, aber jüngste Umfrageergebnisse haben gezeigt, dass bei dieser Wahl noch viele unentschlossen sind. Nun, abgesehen davon, dass diese Wahlkampfperiode wirklich sehr kurz ist ;-)
Mathias von Kutzleben
5.327
Mathias von Kutzleben aus Gießen schrieb am 15.01.2009 um 11:00 Uhr
Ja, ich habe mich schon per Briefwahl entschieden. Da ich am Sonntag Wahlhelfer der Forschungsgruppe Wahlen bin, musste ich das machen. Vielleicht ist das garnicht so schlecht mit dem kurzen Wahlkampf, dann wird unter Umständen mal Tacheles geredet.
Simone Linne
5.041
Simone Linne aus Gießen schrieb am 15.01.2009 um 11:39 Uhr
ja, vielleicht hilft das. Auf jeden Fall erspart es uns allen einen langen, zermürbenden Wahlkampf. Allerdings ist das ja auch innerhalb eines Jahres schon der 2. ...
Wie kommen Sie dazu, für die Forschungsgruppe unterwegs zu sein? Vielleicht haben Sie Zeit und Lust, dazu etwas einzustellen? Ich glaube, dass das noch mehr Leute interessiert!!!!
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