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Zurück zur Ä(E)hre oder – Qualität ist doch kein Zufall

"Obere Mühle" in Angenrod
"Obere Mühle" in Angenrod
Grünberg | Unter diesem oder einem ähnlichen Motto stand die Info-Fahrt der Grünberger Bäckerei Lukasch am letzten Samstag.
Den vielen Kundenfragen zur Preisgestaltung, nach Qualität u. vor allem Herkunft ihrer verwendeten Rohprodukte, begegnete das Familienunternehmen um Bäckermeister Werner Lukasch und seiner Frau Petra mit einer Busfahrt zur Verbraucheraufklärung, zur Erläuterung ihrer Firmenphilosophie ins oberhessische Antriffttal zur „Oberen Mühle“, die die Bäckerei Lukasch als Hauptlieferant mit dem notwendigen Rohstoff „Mehl“ beliefert.
Dass Mehl nicht gleich Mehl ist, bemerkten die 38 Teilnehmer dieses Tagesausfluges über Romrod, Zell, Billertshausen nach Angenrod ,
gleich zur Begrüßung durch Betreiber u. Besitzer Müllermeister Arthur Schlitt, in der seit dem 15. Jh. bestehenden Mühle.
Die seit 1826 im Besitz der Familie Schlitt befindliche Anlage, wurde ständig erweitert, umgebaut und immer wieder - zum erfolgreichen Fortbestehen, den technischen Erfordernissen angepasst.
So wird auch heute noch die Wasserkraft der Antrifft für den Antrieb der verschiedenen Mühlenmaschinen benutzt, wenn auch mit und über zeitgemäße Turbinenunterstützung.
Mehr über...
Transparenz der Herkunft von Nahrungsmitteln (1)regionale Erzeugnisse (2)Kundenaufklärung (1)gesunde Ernährung (6)
Sehr wichtig, vor allem auch für die Bäckerei Lukasch, ist, dass die Mühle über ein eigenes Mühlenlabor für übliche und spezielle Getreide- und Mehluntersuchungen verfügt.
Mehlsilos mit diversen Silozellen zur sortenreinen Lagerung ( Anbau von über 120 Roggen- und über 30 Weizensorten allein in Oberhessen) und präziser Mischeinrichtung zum Herstellen diverser Mahlmischungen gehören ebenso zur Ausstattung wie andere moderne Maschinen- und Anlagetechniken zur Getreidereinigung. Alles im Hinblick auf Qualitätssicherung und vor allem zur
Energieersparnis, Reduzierung von Emissionen und anderer Umweltverbesserungen.
Seit Generationen waren die strebsamen Müller der Oberen Mühle bemüht, Mehle in guter und gleichmäßiger Qualität herzustellen, indem sie mehrere Sorten Mahlgetreide mischten. An diesen Grundsätzen hat sich bis heute nichts geändert.

Heute werden direkt bei der Getreideannahme in der Ernte die sortenspezifischen Qualitätsmerkmale im Mühlenlabor festgestellt und bewertet. Im Anschluss werden die ermittelten Getreidequalitäten in zahlreichen Silos separat gelagert.
Erst in einer technisch sehr umfangreichen Reinigungsanlage wird das Silogetreide durch verschiedene Prozesse in speziellen
Infos in der Silohalle
Infos in der Silohalle
Maschinen zum hygienischen Lebensmittel und je nach gewünschter Mehlqualität vor der Vermahlung zu Mahlmischungen zusammengestellt. In der anschließenden sehr schonenden, mehrstufigen Vermahlung wird Qualitätserhalt statt hohe Durchgangsleistung angestrebt. „Qualität geht hier vor Menge“.
Das Produkt „Mehl nach Maß“ wird im Mehllabor auf seine Inhaltsstoffe und Eigenschaften untersucht und erst nach Feststellen der gewünschten, individuellen Backqualität in den jeweiligen Mehlsilos eingelagert. Die Auslieferung der kundenspezifischen Mehle erfolgt in Säcken oder mittels Silotank-LKW.
Bei Kaffe und leckerem Lukasch- Kuchen in der Silo- Halle und einem in Kleingruppen vom Müllermeister persönlich geführten Mühlenrundgang erfuhren die Teilnehmer so aus erster Hand diese Informationen und konnten sich , auch durch ergänzende Informationen durch Bäckermeister Lukasch, nun ein Bild machen, warum diese so hergestellten Roggen- und Weizenmehle aller Typen in bester Qualität nach gewünschten Maßgaben und Wünschen der Bäckereien wie Lukasch hergestellt, so wichtig sind für die gleich bleibende und erforderliche Qualität herzustellender Backwaren. Zudem die anliefernden Landwirte ( aus dem Vogelsberg) als Getreideproduzenten alle Wert auf natur belassene Nahrungs- und Futtermittel legen. Somit ist eine Transparenz gegeben woher die Rohstoffe stammen.

Der Müllermeister erklärt die verschiedenen Mahlwerke
Der Müllermeister erklärt die verschiedenen Mahlwerke
Müllermeister Schlitt und Bäckermeister Lukasch gaben zu bedenken, dass diese „fruchtbare“ Zusammenarbeit, auch und vor allem im Sinne qualitätsbewußter Kunden und Verbraucher, stark gefährdet ist. Backautomaten in Einkaufsmärkten, mit Backlingen fast ausschließlich aus dem asiatischen Bereich, lange nicht so qualitativ hochwertig ( etwa genmanipulierte Mikrooranismen als Backtriebmittel), können kostengünstiger produziert und verarbeitet werden. Hier geht Quantität und Umsatz klar vor Qualität.
Eine ernste Gefahr für den Fortbestand hiesiger an Qualität orientierter Handwerksbetriebe.
Bei Gesprächen und Erörterungen während einer anschließenden oberhessischen Vesper im nahe gelegenen Biergarten, waren sich die Teilnehmer dieser gelungenen Infofahrt allerdings einig:
Eine solche Fahrt sollte für andere Interessierte wiederholt werden und mit diesem neu erworbenen Wissensstand werden nicht nur die Anwesenden in Zukunft erst recht auf Qualität achten, handwerklich gefertigte Backwaren , z. B. der Bäckerei Lukasch, noch mehr zu schätzen wissen, favorisieren und genießen und sich nicht nur satt essen an Industrienahrung, die eigentlich immer untransparent, oft zu süß, zu fetthaltig, zu aromatisiert, einfach zu ungesund ist.

"Obere Mühle" in Angenrod
"Obere Mühle" in Angenrod 
Infos in der Silohalle
Infos in der Silohalle 
Der Müllermeister erklärt die verschiedenen Mahlwerke
Der Müllermeister... 
Mehlarten
Mehlarten 
Mahlstufen
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Mahlmischungen
Mahlmischungen 
Teilnehmer der Infofahrt
Teilnehmer der Infofahrt 

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von:  Edwin Köhler

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Interessensgebiet: Grünberg
Edwin Köhler
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