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Pilgern rund um das ehemalige Zisterzienserkloster Arnsburg

Die Grüninger Warte
Die Grüninger Warte
Grünberg | Bei idealem Wanderwetter 16 km zurückgelegt

30 Pilgerinnen und Pilger starteten gemeinsam mit Dekan Norbert Heide vom Parkplatz Landhaus Klosterwald zur siebten Etappe „Pilgern im Giessener Land“. Erste Station war die Evangelische Kirche in Dorf-Güll, eine evangelisch reformierte Gemeinde, die zum Dekanat Hungen gehört. Kirchenvorsteher Werner Schöps gab hier Informationen zum Gotteshaus, das im Jahre 1737 erbaut wurde, da der Vorgängerbau 1731 eingestürzt war. Damit das nicht wieder passiert, wird die Kirche zurzeit renoviert.

Die Grüninger Stadtkirche mit römischem Eingang wurde 1520 um die Empore erweitert. Auch hier steht die Sanierung des Kirchendaches an. Um zu sehen, welche Arbeiten erforderlich sind, wurde das Kirchendach mit einem Spezialkran inspiziert. Vor dem Eingang steht ein Stein der Heiligkreuzkapelle von Kloster Arnsburg. Die Andacht von Dekan Heide zum Wochenspruch „Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit“ erzählte von Lebensstilen, die zu uns passen oder nicht passen. Die Gebote zählen bis in die heutige Zeit. Maßlosigkeit stört das Gleichgewicht – nicht nur in der Natur. Lebt in der Liebe, bleib ein guter Mensch. –

Der Weg nach Holzheim führte an der Grüninger Warte vorbei, die 1713 als Windmühle von Graf Wilhelm Moritz von Solms–Greifenstein nach holländischem Muster erbaut wurde und bis 1794 in Betrieb war. 1963 wurde die Ruine restauriert und als Aussichtsturm ausgebaut – mit herrlichem Ausblick auf das Giessener Land. Bei idealem Wanderwetter gelangte man zum Sühnekreuz am Birnkheimer Brunnen. Unter der Linde an der Kreisstraße steht ein gotisches Steinkreuz. Es ist ohne Inschrift und aus heimischem Basalt gehauen. Die Steinkreuzforschung datiert die meisten Steinkreuze in die Zeit zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Das Kreuz dürfte zur Erinnerung an den Ort beim Weggang der Einwohner errichtet worden sein. Die Bewohner von Bergheim und Birnkheim suchten wohl Schutz in der Stadt Grüningen. Nach einem Jahr und einem Tag in der Stadt waren sie freie Bürger („Stadtluft macht frei“). Zwei Erzählungen sind zu erwähnen: Zum einen soll das Kreuz am Standort des untergegangenen Dorfes Birnkheim gestanden haben, zum anderen sei es eines der berüchtigten Gräber für einen Offizier aus dem Dreißigjährigen Krieg.

In Holzheim informierte Kirchenvorsteher
Die Pilgergruppe vor der Ev. Kirche Eberstadt
Die Pilgergruppe vor der Ev. Kirche Eberstadt
Herbert Jung mit einer Präsentation über Kirche und Gemeinde. Die Kirche wurde im Jahr 1631 erbaut und steht gut sichtbar mitten im Ort. Bis zu 500 Besucher können in ihr Platz finden. In der reformierten Gemeinde gibt es keinen Altar, sondern einen Tisch, hinter dem der Pfarrer steht. Der 37 m hohe Turm ragt hoch über den Ort.

In der Ev. Kirche Eberstadt las Dekan Heide über „Rattenbekämpfung und eine neurotische Tür“ aus dem Buch „Pfarrers Kinder, Müllers Vieh“. Die Rattenplage musste mit allen Mitteln aus dem Keller vertrieben werden. Kaum war das geschehen, musste sich das Pfarrerehepaar mit einer störrischen Tür plagen, die immer wieder für neue Überraschungen sorgte und die Zuhörer zum Lachen brachte.

Zum Abschluss der Pilgeretappe besuchte man die Paradieskapelle im Kloster Arnsburg, die oft für Trauungen und Taufen genutzt wird. „Christus am Lebensbaum“ ist ein Werk des Bildhauers Josef Sekovski aus Krakau/Polen. Der international bekannte Künstler hat die Skulptur 1996 für die Paradies-Kapelle zu Kloster Arnsburg geschaffen.

Die nächste Pilgeretappe führt am 10. September von Großen-Buseck über Rödgen, Annerod, Oppenrod und Burkhardsfelden zurück nach Großen-Buseck (ca. 16 km). Treffpunkt: Schloßparkplatz Grünberg um 8 Uhr oder 8.30 Uhr auf dem Parkplatz des Kulturzentrums (Stadthalle) in Großen-Buseck.

Die Grüninger Warte
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Die Pilgergruppe vor der Ev. Kirche Eberstadt
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Kommentare zum Beitrag

Michael Beltz
6.900
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 30.08.2011 um 10:19 Uhr
Ergänzung, falls Ihnen unbekannt: Von Felix Klipsteien gibt es einen Kupferstich "Kloster Arnsburg". Diese Kupferplatte ist wohl im Krieg zerstört worden und so exitieren nur noch wenige Drucke.
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von:  Irmgard Dechert

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Irmgard Dechert
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