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Mit Dekan Norbert Heide weitere Kirchen im Gießener Land erkundet

Die Pilgergruppe vor der Ev. Kirche Bettenhausen
Die Pilgergruppe vor der Ev. Kirche Bettenhausen
Grünberg | Von Birklar über Muschenheim, Bettenhausen und Langsdorf 14 km zurückgelegt


34 Pilgerinnen und Pilger trafen sich am Dorfgemeinschaftshaus in Birklar, um die 6. Pilgeretappe im Gießener Land gemeinsam mit Dekan Norbert Heide zu beginnen, um weitere Kirchen im Dekanat Hungen kennen zu lernen.
Erste Anlaufstelle war die Evangelische Kirche in Birklar. 1313 wird erstmals ein Kirchgebäude in Birklar beurkundet, ab 1323 bestand eine selbstständige Pfarrei. Die Reformation wurde Ende des 16. Jahrhunderts eingeführt. Das im Verfall begriffene Kirchlein wird 1818 abgerissen, an seine Stelle wird der ehemalige Bibliotheksbau des säkularisierten Klosters Arnsburg dort abgetragen und nach Birklar versetzt. Lediglich der Kirchturm wurde neu errichtet. Von den 1819 angeschafften drei Bronzeglocken mussten zwei im Ersten Weltkrieg als Metallspende abgegeben werden; das heutige Geläut besteht aus Stahlglocken von 1920.
Hier handelte die Andacht von Dekan Heide von Pfingsten, dem Geburtstag der Kirche sowie dem Sprachengewirr beim Turmbau zu Babel. „Gott ist für uns da in guten und in schlechten Zeiten – mitten unter uns ist Gott – gemeinsam mit ihm werden wir diesem Tag erleben.“
Muschenheim wird 774 erstmals im Lorscher Codex erwähnt, frühere Besiedlungen lassen sich aus dem 4000-5000 Jahre alten Megalithgrab "Heiliger Stein" ableiten, das sich südöstlich des Dorfs auf der Gemarkung der Gemeinde befindet. Die zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaute Kirche erhebt sich hoch über das Dorf und ist von weither zu sehen. Die Kirche besitzt drei Glocken, die älteste stammt aus der Zeit um1300, die beiden anderen aus den Jahren 1780 und 1784. 1943 wurden die Glocken nach Hamburg gebracht. Sie sollten eingeschmolzen werden, um als Kriegsmaterial Verwendung zu finden. Glücklicherweise entgingen sie diesem Schicksal und wurden 1947 hierher zurück gebracht.
Die Reformation in Muschenheim wird von Graf Konrad zu Solms 1582 mit der Einführung des reformierten Bekenntnisses "vollendet". In der Kirche wird der Altar durch einen Tisch für die Abendmahlsfeier ersetzt. Trotz der Einführung des reformierten statt des vorherigen lutherischen Bekenntnisses können fast alle Pfarrer in der Grafschaft in ihren Gemeinden bleiben.

Die Geschichte „100 Flaschen Birnenmost und Kleinkrieg mit Hühnern“ aus dem Buch „Pfarrers Kinder, Müllers Vieh“ erzeugte Heiterkeit bei der Pilgergruppe. Die Verwertung unzähliger Birnen bereitete der Pfarrerfamilie erhebliche Probleme und auch bei der Einladung von diversen Gästen im Pfarrgarten gab es immer wieder Überraschungen.

Ev. Kirche in Muschenheim
Ev. Kirche in Muschenheim
Auf dem Weg nach Bettenhausen hatte man einen schönen Ausblick auf die umliegenden Orte, insbesondere die seit 1162 namentlich bekannte Burg Münzenberg, regional auch Münzenburg oder Wetterauer Tintenfass genannt, ragte heraus.

In Bettenhausen gab der Historiker und Lehrer Hermann Volk Informationen über die alte Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert. Im Jahre 1635 wurde im Krieg fast das ganze Dorf zerstört – nur die Kirche und zwei an die Kirchhofsmauer angebaute Häuser widerstanden dem Feuer. Um das Jahr 1670 war Bettenhausen wieder einigermaßen aufgebaut. Etwa um diese Zeit wurde der Ort eigenständige Pfarrei. Im Jahre 1747, inzwischen war auch im Ort der reformierte Ritus eingeführt worden, wurde die alte Kirche aus dem 13. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der am 29. Oktober 1748 eingeweiht wurde. Die Ausstattung mit geschwungener Empore, Stuckdecke, Kanzel und Marmoraltar ist ursprünglich (1747/48). Volkskundliche Besonderheit ist eine Totenkrone des 18. Jahrhunderts, die Verstorbenen, die unverheiratet waren, auf den Sarg gelegt wurde.
Blick auf die Burg Münzenberg
Blick auf die Burg Münzenberg
In der sehenswerten evangelischen Kirche in Langsdorf, die von 1780 bis 1782 mit Spendengeldern erbaut wurde, begrüßte Pfarrer Hans Peter Gieß die Pilgerinnen und Pilger. Der Kirchturm stammt aus dem 12. Jahrhundert. Eine eigenständige Pfarrei besteht in Langsdorf seit 1553. Mit dem Übertritt zum reformierten Bekenntnis des seinerzeitigen Landesherrn Konrad von Braunfels im Zuge der Reformation wurde auch Langsdorf 1582 zur evangelisch-reformierten Pfarrei. Bei der reformierten Kirche steht nicht der Altar, sondern ein Tisch im Mittelpunkt. Mit Gitarre und seinem selbst komponierten Lied „Zachäus“ brachte Pfarrer Gieß die Pilgergruppe in Bewegung.

Der Pilgertermin im Juli entfällt!

Die nächste Pilgeretappe führt am 13. August 2011 „Rund um Kloster Arnsburg“. Treffpunkt: Schloßparkplatz Grünberg, 8 Uhr oder Parkplatz Landhaus Klosterwald, 8.30 Uhr.

Die Pilgergruppe vor der Ev. Kirche Bettenhausen
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Ev. Kirche in Muschenheim
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Blick auf die Burg Münzenberg
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