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Mit Maibowle und Sonnenschein unterwegs im Gießener Land

Die Pilgergruppe vor der Ev. Kirche in Steinheim
Die Pilgergruppe vor der Ev. Kirche in Steinheim
Grünberg | Von Langd über Rodheim nach Steinheim und zurück 15 km gepilgert

Bei herrlichem Wetter fanden sich 25 Personen in Langd ein, um gemeinsam mit Dekan Norbert Heide zur 5. Etappe „Pilgern im Giessener Land“ aufzubrechen und weitere Kirchen im Dekanat Hungen zu erkunden.
Erste Station war die Evangelische Kirche in Langd, das Kirchenschiff stammt aus dem Jahre 1864. Ein Jahr später erhielt die Kirche die heute denkmalgeschützte Orgel. Dekan Heide begrüßte alle Teilnehmer mit einer Andacht zum Wochenspruch zum Sonntag Kantate „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“. Singen erlaubt der Seele, Luft hereinzulassen – Musik kann viele Gefühle ausdrücken: Freude und Schmerz, Jubel und Traurigkeit. Die Pilger „jubilierten gen Himmel“ im aus dem 11. Jahrhundert stammenden Chorturm mit dem Lied „Singt dem Herrn und lobt ihn“ – eine wunderbare Akustik in dem alten Gemäuer. Im Turm sind mittelalterliche Malereien aus dem 13. Jahrhundert zu sehen. Im Jahre 1911 wurde dort das Wappen der Ritter von Langd freigelegt: die Lilie. Zusammen mit einer Grubenlampe bildet es heute das Wappen von Langd. In beiden Weltkriegen wurden, wie vielerorts, die Kirchenglocken zu Rüstungszwecken eingeschmolzen.

Mit kurzem Halt am Evangelischen Freizeitzentrum Hungen-Rodheim führte der Weg vorbei an Rabertshausen, dem kleinsten Stadtteil von Hungen.

In Rodheim wurde die Pilgergruppe von Kirchenvorsteherin Rosemarie Gerber-Lamp vor der Evangelischen Kirche empfangen. In dem auf einer Erhebung stehenden relativ großen Gotteshaus – bei nur 414 Einwohnern -steht ein Taufstein aus dem 11. Jahrhundert. Dekan Heide gab hier einige Informationen über die Kirchengemeinde, die er im Jahre 2006 visitiert hat, unterstützt von der anwesenden Kirchenvorsteherin, die die Pilgergruppe mit ihrem originellen Outfit und schlagfertigen Worten erfreute. Zur Erfrischung hatte sie für die Gäste Maibowle mitgebracht.

An von blühenden Heckenrosen gesäumten Wegen gelangten die Pilger schließlich nach Steinheim zur Evangelischen Kirche. Hier las Dekan Heide wieder eine Geschichte aus dem Buch „Pfarrers Kinder, Müllers Vieh“ – Memoiren einer unvollkommenen Pfarrfrau – In ihrer Kindheit sollte die Pfarrfrau Kartoffel kochen, dachte aber, die Haushälterin hätte vergessen, das Wasser abzuschütten, und kochte nun die Kartoffeln ohne Wasser. Nach kurzer Zeit entstand ein brenzliger Geruch und die Kartoffeln waren nun braun. Kurz entschlossen wurden die Kartoffeln dann als Bratkartoffeln serviert. Die Kochkünste der Pfarrfrau hatten sich nicht gebessert. Bei einer Diät hatten die Eheleute so viel gesunde Körnerkost gekauft, dass sie diese nach zwei Wochen nicht mehr essen konnten. Der Humor sprüht förmlich aus dem Buch und gibt den Alltag einer unüblichen Pfarrersfamilie wieder. Der selbstkritische und selbstironische Schreibstil ist überaus sympathisch und verlangt nach mehr!!

Die nächste Etappe führt am Pfingstsamstag, 11. Juni von Birklar über Langsdorf, Bettenhausen, Muschenheim und zurück nach Birklar. Die Streckenlänge beträgt ca. 14 km. Treffpunkt: Schlossparkplatz Grünberg, 8 Uhr oder Ev. Kirche Birklar 8.30 Uhr.

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