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Zu Fuß im Gießener Land

in der Villinger Kirche
in der Villinger Kirche
Grünberg | Von Nonnenroth über Villingen nach Hungen und zurück 18 km zurückgelegt

Das Pilgerprojekt 2011 „Zu Fuß im Giessener Land“ möchte Dekan Norbert Heide dazu nutzen, die Kirchen in den Dekanaten Hungen und Kirchberg zu erkunden, die zur Dekanats-Arbeitsgemeinschaft gehören.
Die erste Etappe startete in Nonnenroth. Hier trafen sich 49 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zwischen 1 ¼ und 78 Jahren, um sich auf den 18 km langen Rundweg zu begeben. Auf der ehemaligen Bahntrasse Hungen-Laubach gelangte man nach Villingen zur Evangelischen Kirche, die um das Jahr 1300 mit ihrem gotischen Chorturm gebaut wurde. Eine Krippe mit sehr schönen Holzfiguren war hier zu bewundern. Der Gottesdienstraum wirkte durch die dekorativ drapierten Stoffbahnen sehr einladend. Dekan Heide las Geschichten aus dem Buch „Pfarrerskinder, Müllersvieh“ die Memoiren einer unvollkommenen Pfarrersfrau, die zur allgemeinen Heiterkeit beitrugen.

Nach ca. 6 km, die von den Pilgern für Gespräche und zum Kennenlernen genutzt wurden, erreichte man Hungen. Die Evangelische Stadtkirche vereint in ihrer jetzigen Baugestalt Stilformen der Romanik (Glockenturm), der Gotik (Chorraum), der Renaissance (Kirchenschiff) und des Barock ("welsche Haube" des Treppenturms). Das älteste Bauteil bildet das Untergeschoss des romanischen Glockenturms (Turmhalle) aus dem Ende des 12. Jahrhunderts. Es ist zugleich das älteste erhaltene Baudenkmal der Stadt Hungen. Pfarrer Marcus Kleinert begrüßte die Gruppe und machte besonders auf die Chorkapelle aufmerksam, die als Raum der Stille einlädt, zur Ruhe zu kommen, mit sich und mit Gott allein zu sein. Der Innenraum des Kirchenschiffs wurde zwischen 1981 und 1983 umfassend renoviert. Die Gedanken zum Wochenspruch „Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes“ (Lukas 13,29), bezog Dekan Norbert Heide u. a. auch auf die Pilgergruppe, die aus vielen Orten und verschiedenen Dekanaten zusammenkommt, um gemeinsame Pilgertouren zu unternehmen.

Weiter führte der Weg an den „Drei Teichen“ vorbei, einem idyllischen Naherholungsgebiet, das zwischen Hungen und Nonnenroth im Stadtwald liegt. Schutzhütten und Ruhebänke findet man genauso wie gut ausgebaute Rad- und Wanderwege, die rund um die schon unter den Solmser Grafen angelegten, mehr als 15 Hektar großen Teiche führen.

Auf einer Basaltkuppe
in der Stadtkirche Hungen
in der Stadtkirche Hungen
hoch über Nonnenroth steht die Wehrkirche, das heutige Wahrzeichen des Ortes. Sie bot ihren Einwohnern damals Schutz und Zuflucht. Der massive Teil des Turms stammt noch von der alten Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert, deren Schiff nur so breit war wie der Turm. 1755 wurde die "neue Kirche" wieder feierlich eingeweiht, nachdem 1749 der Turm und der Dachstuhl durch einen Blitzschlag vollkommen abgebrannt waren. Auch die beiden Glocken waren zerstört worden. Die Gebrüder Bach aus Hungen gossen 1786 eine neue Glocke, die heute noch im Turm hängt. Der Guss kostete die Gemeinde 19 Gulden und 3 Kreuzer. Ein Teil des Kirchhofs wurde bis 1859 als Schulgarten genutzt. Bis zur Renovierung durch die Gemeinde (1923 im Inneren, 1924 außen) war an der westlichen Giebelseite noch der alte, kleinere Giebel zu erkennen. Bei der Renovierung 1923 wurden die Füllungen an den Emporen mit Blumen- und Früchtemotiven ausgemalt, an die Decke kam das Kreuz tragende Lamm. Die Bilder der vier Apostel kamen wieder in die Füllungen unter der Orgel. Seit 2009 wird die Kirche restauriert. Bei den Arbeiten wurden alte Schriften gefunden. Die älteste stammt aus dem Jahre 1834 und berichtet von den Zerstörungen durch Blitzschlag und die Aufzeichnungen von 1933 bekunden große Hoffnungen auf bessere wirtschaftliche Verhältnisse. Nach Auskunft von Einheimischen soll von der Kirche bis in den Ort ein Wehrgang vorhanden sein, der in einem Gewölbekeller endet.

Nach einer letzten Geschichte aus den Memoiren der unvollkommenen Pfarrersfrau über „jungfräuliche Nöte und Hochzeitsvorbereitungen“ sind alle schon auf die „Flitterwochen“ des Brautpaares gespannt.
Die nächste Etappe führt am 19. Februar von Ober-Bessingen über Lich nach Nieder-Bessingen und zurück (ca. 19 km). Treffpunkt ist um 8 Uhr auf dem Schloßparkplatz in Grünberg oder um 8.15 Uhr an der Kirche in Ober-Bessingen.

in der Villinger Kirche
in der Villinger Kirche 
in der Stadtkirche Hungen
in der Stadtkirche Hungen 
Andacht in der Ev. Kirche Nonnenroth
Andacht in der Ev.... 

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