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Zum 85. Geburtstag „Emma“ zum Leben verholfen

Grünberg | Sie ist sehr couragiert, führt schon seit langen Jahren die Kasse der Weißrusslandhilfe der Evangelischen Kirchengemeinde Villingen und leitet noch immer die Gymnastikgruppe der Landfrauen. Man nimmt es Else Stein ab, wenn sie sagt: „Es ist mir ein Herzensanliegen, die soziale Arbeit mit jungen Menschen zu unterstützen“. Deshalb verzichtete die ehemalige Chefbuchhalterin eines großen Lebensmittelkonzerns auf Blumen und ähnliche Geschenke zu ihrem 85. Geburtstag und bat ihre Gäste um ein Geldgeschenk. Aufgestockt aus eigener Kasse kam ein Betrag von 1000 Euro zusammen. Else Stein hatte eine klare Vorstellung davon, was mit dem Geld geschehen sollte. Ihr gingen die Nachrichten von misshandelten Kindern und getöteten Babys nicht aus dem Kopf. Sie hatte vom Projekt „Elternpraktikum – Babybedenkzeit“ des Diakonischen Werks Grünberg gehört. Dort haben Jugendliche die Möglichkeit, sich mit Hilfe von lebensechten Baby-Simulatoren so realistisch wie möglich mit den vielseitigen Aspekten und Anforderungen des Eltern-Seins auseinanderzusetzen. Diese Arbeit wollte Else Stein unterstützen.
Während des mehrtägigen Projekts
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versorgen die „Mütter“ und „Väter“ (auch bei den Jungen ist das Projekt nämlich begehrt!) ihr „Kind“ Tag und Nacht und möglichst in allen Alltagssituationen. Die unterschiedlich schwer programmierbaren Tagesabläufe sind denen echter Babys nachempfunden. Schreit das „Baby“, müssen sie herausfinden, was es braucht: Füttern, in den Armen wiegen, Aufstoßen oder Windelwechsel. Eben wie im richtigen Leben. Das „Baby“ kann auch zufrieden glucksen, husten und manchmal ist es einfach nörgelig. Wird es grob behandelt, sein Köpfchen nicht gestützt oder liegt es in einer Lage, die es nicht mag, schreit es. Ein eingebauter Chip ermöglicht die Auswertung der Versorgung am Ende des Projektes. Die jungen Eltern werden in dieser Woche von Astrid Mekelburg betreut.
Ziel des Elternpraktikums ist es, ungewollte Teenagerschwangerschaften, Kindesvernachlässigungen und -misshandlungen aufgrund von Überforderungen der Eltern zu verhindern. Jugendliche sollen zur aktiven Lebensplanung angeregt werden. Dabei wird die Fähigkeit gefördert, (verantwortungs-)bewusste Entscheidungen zu treffen.
Wichtig auch: die Jugendlichen erfahren, woher sie im Fall der Fälle Hilfe bekommen können.
Die eingesetzten „Babys“ müssen sich die Beratungsstellen der Diakonie
in Mittel- und Südhessen teilen. Das Projekt ist sehr gefragt. „Leider können wir unter diesen Bedingungen nicht so viele Praxiswochen mit den Jugendlichen durchführen wie sinnvoll wäre“, so Astrid Mekelburg, Projektleiterin und Mitarbeiterin der Frauen- und Schwangerenberatung des Diakonischen Werks Grünberg. „Es wäre gut, wenn wir eigene Babys hätten.“ Da hilft nun Else Stein mit ihrer Spende. Mit „Emma“, genannt nach der Mutter der Spenderin, ist der Anfang gemacht. „Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Leute von der wichtigen und sinnvollen Arbeit überzeugen lassen und meinem Beispiel folgen“, hofft Else Stein. Und nur aus diesem Grund ist sie einverstanden, dass Ihre Spende mit Bild in die Zeitung kommt. „Ein Bruder oder Geschwister für Emma wären ein Segen!“ ergänzt Astrid Mekelburg und freut sich über Else Steins couragiertes Engagement.
Jede Spende hilft, so versichert Astrid Mekelburg. Etwas Besonderes bietet die Diakonie an: Spender ab einer Spendenhöhe von 1000 Euro können Geschlecht, Hautfarbe und Namen des „Babys“ bestimmen.
Gerne gibt Astrid Mekelburg Auskunft: Beratungsstelle der Diakonie Grünberg, Bahnhofstraße 37, Telefon 06401-22311412.
Jeder kann mithelfen, dass Jugendliche gestärkt und weniger Kinder Schreckliches erleiden müssen: Spendenkonten: Sparkasse Grünberg, Konto 16501, BLZ 513 515 26, Sparkasse Gießen, Konto 200 513 508, BLZ 513 500 25 oder Volksbank Mittelhessen, Konto 45 425 606, BLZ 513 900 00. Verwendungszweck: „Geschwister für Emma“. Für die Spendenbescheinigung bitte vollständige Anschrift angeben.

 
 
 

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