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Exklusive Begegnung mit der Natur auf dem Urwaldsteig am Edersee

Blick auf den Edersee
Blick auf den Edersee
Grünberg | Von Waldeck nach Bringhausen 20 km zurückgelegt.

Zur zweiten Wanderung auf dem Urwaldsteig rund um den Edersee starteten 23 Pilgerinnen und Pilger gemeinsam mit Dekan Norbert Heide in Grünberg mit drei Kleinbussen nach Waldeck.

Nach einer kleinen Panne – in einem verschlossenen Bus steckte der Schlüssel –, die mit Hilfe eines Pannendienstes nach einigen Anstrengungen behoben wurde, sandte Dekan Heide die Pilger mit dem Wochenspruch „Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe“ auf den Weg.

Nach einem kurzen Anstieg entlang der Ruinen der Stadtmauer boten sich herrliche Ausblicke auf die einmalige Wald- und Seenlandschaft. Rund um den Edersee führen verschlungene Wege über Stock und Stein durch die letzten echten Urwälder. Auf schmalen, felsigen, teils steilen Pfaden mussten umgestürzte Bäume überstiegen werden. Bald hatte man den Hexenkopf erreicht – Nebelschwaden stiegen aus den Wäldern empor. Hier sollen – nach einer Sage - früher die Hexen verbrannt worden sein. An den Hexenkopf grenzt der Teufelsgraben an, dort wurde die Asche der verbrannten Hexen hineingeworfen
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Urwaldsteig (1)
und der Teufel wartete auf ihre Seelen, um mit ihnen zur Hölle zu fahren. Über eine Holzbrücke folgte man dem Wegweiser und erreichte auch bald den Aussichtspunkt Kanzel mit der Friedrich-Meyer-Schutzhütte und schöner Fernsicht über den Edersee mit dem Schloss Waldeck im Hintergrund. Die Kanzel war der richtige Ort für eine Andacht: Das Schwein kam zur Kuh und jammerte: Die Menschen sprechen immer nur über deine Freundlichkeit. Zugegeben: Du gibst Milch! Doch von mir haben sie viel mehr: Schinken und Speck. Die Kuh überlegte nicht lange und sprach: „Vielleicht ist das so, weil ich gebe, während ich noch lebe“. – Nur eine erfundene Geschichte? Wo bleibt die Aufmerksamkeit für den anderen zu Lebzeiten?

Aufmerksamkeit ist die erste Regung der Nächstenliebe. Meist ist jeder so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass er gar nicht merkt, wo den anderen der Schuh drückt. Weil Gott mich liebt, kann ich meine Gaben einsetzen und verschenken, wo sie gebraucht werden. Gib zu Lebzeiten von dem, was dir gegeben ist und schenke aus Liebe!
Weiter führte der attraktive Wanderpfad zu den extremen Wäldern des Uhrenkopfes bis zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die mächtige Staumauer. Hier wurde deutlich, welche Wassermassen in den
Auf der "Kanzel", im Hintergrund Schloß Waldeck
Auf der "Kanzel", im Hintergrund Schloß Waldeck
Talwindungen der Eder aufgestaut sind. Runde 300.000 m³ Bruchsteinmauerwerk halten dem gewaltigen Druck des Wassers stand - und dies schon seit der Fertigstellung im Jahre 1914. Nach dem Überqueren einer Brücke war das e.on-Informationszentrum in Hemfurth erreicht. Von hier aus ging es steil einen kleinen Hang hinauf und dann in weiten Serpentinen bis zum Großen Hegekopf. Auf kurzer Strecke waren ca. 200 Höhenmeter zu überwinden. Der Urwald am Weißen Stein wurde gestreift, die Westflanke des großen Hochspeicherbeckens passiert und auf schmalen Pfaden in die ausgedehnten, alten Buchenbestände des Nationalparks eingetaucht. Nächste Station war der „Sauermilchplatz“. Immer wieder boten sich Blicke auf die sich langsam bunt färbenden Blätter in einer Oase der Stille.

Nach 20 km war Bringhausen erreicht. Ein Erlebnispfad über Stock und Stein - umgestürzte Bäume wurden überstiegen, viele Höhenmeter überwunden, Trittsicherheit war gefragt, festes Schuhwerk und eine gute Kondition erforderlich – alles in allem eine anspruchsvolle, aber faszinierende Tour.

Bei der dritten und letzten Etappe des 70 km langen Urwaldsteiges kann man am 13. November von Bringhausen nach Asel noch einmal die wilde Natur auf Schritt und Tritt erleben.

Blick auf den Edersee
Blick auf den Edersee 
Auf der "Kanzel", im Hintergrund Schloß Waldeck
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Kommentare zum Beitrag

Hugo Gerhardt
6.691
Hugo Gerhardt aus Gießen schrieb am 08.10.2010 um 00:18 Uhr
Ich habe von dem Urwaldsteig schon einiges gehört, schön wie sie ihn beschrieben haben, muss ich auch mal hin.
Danke
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Herzlichst, Ihr(e) Irmgard Dechert

von:  Irmgard Dechert

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Interessensgebiet: Grünberg
Irmgard Dechert
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