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Die ersten "Vollzeitbetreuten" des Grünberger Basketball-Internats sind im "Haus Schäfer" eingezogen

Die drei U16-Nationalspielerinnen  Elisabeth Dzirma (Mühlheim, links), Carla Bellscheidt (Essen, mitte) und Aline Stiller (Büttelborn, rechts) sind die ersten "Vollzeitbetreuten" im Basketball-Teilzeit Internat Grünberg
Die drei U16-Nationalspielerinnen Elisabeth Dzirma (Mühlheim, links), Carla Bellscheidt (Essen, mitte) und Aline Stiller (Büttelborn, rechts) sind die ersten "Vollzeitbetreuten" im Basketball-Teilzeit Internat Grünberg
Grünberg | Mit Carla Bellscheidt, Aline Stiller und Elisabeth Dzirma sind die ersten drei "Vollzeitbetreuten" ins "Haus Schäfer" eingezogen.

Die drei jungen Mädchen wohnen seit rund zwei Wochen in einer Wohngemeinschaft. So weit nichts Besonderes. Aber sie verbindet mehr als die gemeinsame WG. Die drei 16-Jährigen sind die Ersten, die im Grünberger Basketball Teilzeit Internat (BTI) das Angebot der Vollzeitbetreuung wahrnehmen. Sie wohnen, kochen, lernen und trainieren zusammen.

Seit dem 1. August hat das BTI sein Angebot erweitert. „Die Schaffung von Vollzeitinternatsplätzen war in Hessen überfällig und liegt im bundesweiten Trend“, erklärt der sportliche Leiter Ebi Spissinger und verweist gleichzeitig auf den Kooperationspartner dem "Mädchen-Basketball-Leistungszentrum Marburg" wo man mit dem Lanschulheim Steinmühle eng zusammenarbeitet und ebenfalls für talentierte Spielerinnen Internatsplätze anbieten kann. "Wir müssen unseren hessischen Spielerinnen ein Angebot unterbreiten, bevor Sie unser Bundesland verlassen und Spitzenspielerinnen außerhalb unserer Landesgrenzen die Möglichkeit anbieten, unser Basketball-Programm ebenfalls in Anspruch zu nehmen", so Spissinger, der in Hessen seit vielen Jahren als Landestrainer für den weiblich Bereich zuständig ist.

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In der Gallusstadt hat man sich auf die Förderung von Mädchen- und Frauenbasketball spezialisiert. Mit großem Erfolg: Der TSV Grünberg sicherte sich in den letzten Jahren gleich drei Mal den Titel des Deutschen Meisters in der weiblichen Jugend.
„Unser Standort ist sicherlich ein entscheidender Vorteil“, so Spissinger, „wir können in Mittelhessen die gesamte Liga-Pallette anbieten.“ Mit der U17 ist Grünberg mit dem Team Mittelhessen in der Bundesliga vertreten, die erste Grünberger Damenmannschaft spielt in der 2. Bundesliga, die "zweite" in der Regionalliga und mit dem Erstligisten BC Marburg besteht ein Kooperationsvertrag, attraktive Perspektiven für die Internatsschülerinnen sind also gegeben.
Auch die für den weiblichen Nachwuchs zuständige Bundestrainerin, Alexandra Maerz (Berlin), lobt: „Grünberg ist ein wichtiger Standort. Wir vom DBB wollen die spielerischen Konzeptionen in die Vereine tragen und das ist hier gegeben. Nach der Schaffung des Vollzeitangebotes sehe ich berechtigte Chancen das Grünberger Projekt als DBB-Leistungszentrum zu etablieren."

Die Wohnung der drei Nachwuchstalente liegt ein wenig versteckt in einer Seitenstraße mitten in Grünberg. Im zweiten Stock des Hauses haben die Mädchen eine Vierzimmerwohnung bezogen. Ihre Zimmer haben sie sich schon eingerichtet, auch der Putzdienst ist schon eingeteilt. „Es macht echt einen riesigen Spaß in einer Basketball-WG zu wohnen“, sagt Aline Stiller. Sie ist aus Weiterstadt nach Mittelhessen gezogen, um sich komplett dem Basketball zu verschreiben. Genau wie ihre Mitbewohnerinnen Carla Bellscheidt, die aus Essen kommt, und Elisabeth Dzirma, die aus Mühlheim am Main stammt.

„Wir verfolgen das Model ‚betreutes Wohnen’“, erläutert Birte Schaake, die Geschäftsführerin, Lehrerin und Trainerin in Personalunion ist. Betreutes Wohnen, weil im Untergeschoss des Hauses Familie Schäfer lebt, deren Tochter Sina ebenfalls sehr erfolgreich Basketball spielt. Armin und Ilka Schäfer sind sozusagen die Herbergseltern. „Beide schauen mit, das alles rund läuft“, sagt Schaake. „Sie kaufen auch schon mal für uns ein und sind eigentlich rund um die Uhr für uns da“ , fügt Carla hinzu.

Zeit bleibt für die Sportlerinnen nur sehr wenig und die Tage müssen schon gut durchorganisiert sein. Der Fahrdienst holt die Nachwuchstalente, die alle drei bereits in der U16-Nationalmannschaft spielen, morgens ab und bringt sie in die Theo-Koch-Schule (TKS). Dort steht der normale Unterricht mit Altersgenossinnen auf dem Programm. In den Freistunden steht dann aber wieder der Basketball im Mittelpunkt. „Die Stundenpläne sind so organisiert, das zum Teil auch schon vormittags Individual- oder Athletiktraining stattfindet“, beschreibt die Geschäftsführerin den Tagesablauf.

Hier kommt dann ein weiterer Eckpfeiler des gesamten Konzepts zum Tragen. Denn die TKS und Schulleiter Herbert Stündl stehen hinter dem Projekt. „Unser wichtigster Partner“, sagt Spissinger, „die Schule nimmt Rücksicht auf die Ausfallzeiten die durch die Lehrgänge der Nationalmannschaft entstehen, hat ein offenes Ohr für Leistungssport.“ Auch die Schule profitiert von den sportlichen Schülern. Die gute Zusammenarbeit Schule, Verein, Verband und BTI trägt Früchte. Die TKS ist „im Bereich Basketball eine der erfolgreichsten Sportschulen in Deutschland und nimmt im kommenden Jahr bereits zum dritten Mal in Folge an der Schul-Weltmeisterschaft teil“, fügt Birte Schaake hinzu.
Die sportliche und pädagogische Verzahnung ist den Verantwortlichen des BTI besonders wichtig. Es besteht eine Hausaufgabenbetreuung und die Schule verfügt über eine volle Lehrertrainerstelle."Sobald die schulischen Leistungen nicht in Ordnung sind, wird das Basketball-Programm umgehend entsprechend angepasst", so Schaake, die auch in der kommenden Saison als Cheftrainerin für die U17-Bundesligamannschaft verantwortlich sein wird.

Nachdem die schulischen Aufgaben erledigt sind, steht für die Nachwuchsspielerinnen das Mannschaftstraining auf dem allabendlichen Programm. Alle drei sind sowohl im Team Mittelhessen in der U17-Bundesliga aktiv, als auch in den Damenteams vom TSV Grünberg.

„Wir trainieren jeden Tag“, sagt Elisabeth, die sich mit ihren zwei Mitbewohnerinnen gut versteht. Nach dem Training schauen die drei manchmal noch zusammen Fernsehen. „Dann gehen wir immer zu Carla ins Zimmer“, sagt Aline. Probleme gab es bisher in der Wohngemeinschaft noch nicht, selbst die Zimmereinteilung vor dem Einzug verlief reibungslos. Zusammenleben auf engem Raum sind die Sportlerinnen von den vielen Wettkämpfen und Lehrgängen gewohnt. „Aline und ich haben uns auch im Sommer bei der Europameisterschaft in Mazedonien ein Zimmer geteilt“, sagt Carla.
Ein durchaus mutiges und zukunftorientiertes Projekt, welches die Verantwortlichen des BTI Günberg e.V. gestartet haben.

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von:  Ebi Spissinger

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Ebi Spissinger
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