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Auf dem Gurken-Radweg im Spreewald unterwegs, Paul-Gerhardt-Stadt Lübben erkundet

Die Radfahrer vor dem Hotel Spreeufer in Lübben
Die Radfahrer vor dem Hotel Spreeufer in Lübben
Grünberg | 11 Radler aus den Dekanaten Grünberg, Nidda, Wetterau und Vogelsberg trafen sich in Grünberg, um gemeinsam mit Dekan Norbert Heide in die Paul-Gerhardt-Stadt Lübben zu starten und dort auf dem 250 km langen Gurken-Radweg den Spreewald zu erkunden.
In der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben, die nach dem Kirchenliederdichter und Lübbener Pfarrer (1669 – 1676) benannt ist, berichtete Dekan Heide aus dem Leben von Paul Gerhardt, der mehr als 130 Lieder gedichtet hat - besonders bekannt sind „Geh aus mein Herz“ und „Befiehl du deine Wege“. Seine Lieder entstanden aus der Erfahrung persönlichen Leides und zu einem großen Teil in der Zeit, als der Dreißigjährige Krieg tobte. So wurde er durch seine Lieder zum Seelsorger und Tröster ungezählter Christen. Beim anschließenden Stadtrundgang präsentierte Bürgermeister Lothar Bretterbauer, im mittelalterlichen Gewand, die Sehenswürdigkeiten „seiner“ Stadt und gab Informationen über Lübben nach der Wende.

Die erste Etappe auf dem Gurkenradweg begann in Cottbus mit dort ausgeliehenen Fahrrädern und führte nach zwei Plattfüßen, die Dank der Einsatzbereitschaft der männlichen
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Radler schnell geflickt waren, im östlichen Spreewald durch die wunderschöne Peitzer Teichlandschaft nach Burg. Vom 29 m hohen Bismarckturm, der auf dem sagenumwobenen Schlossberg steht, hat man einen herrlichen Blick auf den Spreewald. Auf einem alten Bahndamm – ehemalige Bahnstrecke Cottbus – Burg -, der zu einem perfekten Radweg ausgebaut ist, führte der Weg zurück nach Cottbus. Nach 60 km hatten sich die Radler im Lübbener Saloon Dodge City ein herzhaftes Essen verdient.

Nach der morgendlichen Andacht von Dekan Heide, die von der Freude handelte, die man manchmal erst suchen muss, startete die Gruppe zur zweiten Tour. Von Lübben über Niewietz, Kasel-Golzig, Golßen, Schönwalde folgten die Radler der radfahrenden Gurke, dem Wegweiser des Gurken-Radweges, durch die abwechslungsreiche Landschaft des unteren Spreewaldes nach Lübben (60 km). Was jedem Spreewaldbesucher bald nach seiner Ankunft auffällt, sind die zahlreichen Weißstorchbegegnungen; egal ob am Himmel Kreise ziehend, egal ob hinter einem Pflug nach Nahrung suchend oder hoch oben im Horst – diesen großen Vogel kann man nicht über-sehen und er zieht die Blicke auf sich.

Die dritte Etappe war etwas anspruchsvoller: Start in Lübben, dann mussten die Krausnicker Berge überwunden werden – der Wehlaberg liegt 145 m hoch. An den zahlreichen Seen, die von unzählbaren Schwänen und Enten bevölkert waren, konnte man die Natur genießen. Die Spree fließt hier bis zum Neuendorfer See in unzähligen kleinen Kanälen und Fließen – so nennen die Einheimischen die natürlichen Wasserarme – verzweigt durch urwüchsige Wälder, saftige Wiesen und an vielen Gemüsefeldern vorbei. Schlepzig zählt mit seinen Hofstrukturen, den liebevoll erhaltenen und wiederhergestellten Fachwerkhäusern, dem Bauernmuseum und der rustikalen Gasthofbrauerei zu den schönsten Orten des Unterspreewaldes. Nach einer Tagesetappe von ca. 85 km war Lübben erreicht.

Die vierte und letzte Tour auf dem Gurken-Radweg führte auf schönen Radwegen über viele kleine Fließe nach Lübbenau. Die schmucke Altstadt war schon am Morgen mit Leben erfüllt und viele Kähne waren mit unzähligen Touristen unterwegs. Durch einen besonders reizvollen Teil des Spreewaldes gelangte man durch Leipe und Raddusch – hier steht die Slawenburg - eine äußerlich weitgehend originalgetreue Nachbildung einer slawischen Fliehburg – nach Vetschau. Die Wendisch-Deutsche Doppelkirche ist ein in Deutschland einmaliges Bauen-semble – eine Gottesdienststätte zweier Nationalitäten und Sprachen derselben Konfession. Vögelgezwitscher, Entengeschnatter und Froschgequake begleiteten die Radler auf ihren Wegen. Die evangelische Kirche in Burg gehört zu den offenen Kirchen im Land Brandenburg. Der „radelnden Gurke“ folgten die Radfahrer nach Strau-pitz zur Schinkelkirche, der bedeutendsten Dorfkirche des Spreewaldes (1828 – 1832 erbaut nach Plänen von Schinkel, ein Meisterwerk des Klassizismus), deren quadratische Zwillingstürme weithin sichtbar sind. Über Neu Zauche und Alt Zauche kehrte man nach Lübben zurück (75 km).

Nach dem Genuss der Spreewälder Spezialitäten - Grützwurst mit Sauerkraut und Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl - hatte Dekan Heide noch eine Kahnfahrt rund um die Schloßinsel von Lübben organisiert, die Nacht-wächter Frank und sein Musikus mit Anekdoten und frech-frivolen Versen untermalten. Trotz stechender Mücken war die Kahnfahrt ein stimmungsvoller Abschluss des Aufenthaltes in Lübben.

Am nächsten Morgen traten die Radler die Heimreise an. Nach einem Reisesegen – etwas von der gemeinsamen Zeit der Radtour mit nach Hause zu nehmen und etwas in Lübben zurückzulassen – überreichte Dekan Norbert Heide allen Teilnehmern eine Spreewaldgurke in Form eines Schlüsselanhängers. In Chemnitz wurde noch eine Pause eingelegt. Die Jugendkirche war die erste Wirkungsstätte von Norbert Heide, der als Jugendpfarrer (1995 – 1999) die Arbeit mit Jugendlichen hier aufbaute. Nach dem Besuch der Jakobikirche, die 1945 durch Bomben völlig zerstört und in 2009 nach jahrzehntelangen mühevollen Anstrengungen wieder eröffnet wurde, fuhren alle nach Grünberg zurück.

Wohin wird die nächste Radtour mit Dekan Norbert Heide führen?

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von:  Irmgard Dechert

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Interessensgebiet: Grünberg
Irmgard Dechert
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