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Handglockenchor in Lehnheim zu Gast

Grünberg | Frauenfrühstück in Lehnheim mit dem bekannten Handglockenchor

Grünberg-Lehnheim sf


Zum ganz exklusiven Frauenfrühstück konnten die Landfrauen Lehnheim/Stangenrod im Dorfgemeinschaftshaus in Lehnheim ein sogenanntes „volles Haus“ verbuchen. Es waren auch wieder einige interessierte Herren anwesend. Die Vorsitzende Karin Kühn begrüßte die Bezirksvorsitzende der Landfrauen Christel Gontrum und Bürgermeister Frank Ide sowie Ortsvorsteher Karl-Heinz Wilhelm. Besonders herzlich konnte sie die ehemalige Bezirkslandfrauenvorsitzende Mechthild Glasbrenner begrüßen, denn sie war bei der Gründung der Landfrauen Lehnheim/Stangenrod sogenannte Taufpatin. Die Tische waren in schönen Frühlingsfarben eingedeckt und mit blühenden Tulpensträußen versehen. Überall auf den Tisch lagen Tischkärtchen mit ganz besonderen Sprüchen, wie zum Beispiel: „Tränen die man lacht, braucht man nicht zu weinen“ oder „Die Liebe lebt von liebenswürdigen Kleinigkeiten“. Diese und ähnliche aufmunternde Sprüche waren da zu lesen. Nach dem genüsslichen Frühstück mit den vielen Leckereien, konnten sich die Gäste ganz dem Konzert mit
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den Handglocken hingeben. Der Handglockenchor aus Hüttenberg mit Dirigentin Cornelia Neitzel präsentierte ganz besondere Musik. Wer jetzt laute und schallende Musik erwartet hatte, der war enttäuscht. Die Handglocken besitzen einen reinen, hellen, fast sphärisch-schwebenden Klang.
Jeder Spieler bedient im Durchschnitt 3 bis 8 Glocken aus Bronze. Um den Klang der Glocken nicht zu verändern, werden diese nur mit Handschuhen gespielt. In der Länge des Notenwertes wird die Glocke zum Schwingen gebracht und anschließend am Körper wieder abgedämpft. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Spielvarianten, darüber klärten die Gäste einige der Schüler auf. Der Klang ist ganz einfühlsam und geht ganz unter die Haut. Man hätte das Fallen einer Stecknadel gehört, so leise und fasziniert waren die Frühstücksgäste im Lehnheimer Dorfgemeinschaftshaus. Es war so, als hielten alle den Atem an, um ja keinen Ton der Glocken zu verpassen, der den schönen Klang zu unterbrechen. Über kleine klingende Töne bis hin zu ganz dumpfen Tönen war alles zu hören. Zu Gehör gaben die Schüler der Schwingbachschule beispielsweise den „Grand March“, „Show to the lord“ oder auch „My heart will go on“. Diesen Titel, der über 5 Minuten dauert, wünschten sich die Gäste auch als Zugabe. Zum Lobe Gottes erklingen die Hüttenberger Handglocken, denn so war es der Wunsch der Missionarin aus Amerika. Die ältesten existierenden Handglocken stammen aus China, so erklärte ein Mitspieler und werden auf ungefähr 1600 v.Chr. datiert. Alte chinesische Schriften deuten jedoch noch auf eine viel frühere Entstehung hin. Glocken waren im alten China weit verbreitet, da ihrem Klang magische Kräfte zugeschrieben wurden. Diese wurden als Bindeglied zwischen Himmel und Erde angesehen. Deshalb ließen sich die damaligen Kaiser morgens auch immer vom "göttlichen Klang" einer Glocke wecken. In der Neuzeit waren Handglocken vor allem in England verbreitet. Im 17.Jh. übten dort die Kirchenglöckner neue Melodienfolgen mit Handglocken, bevor sie sich an die großen Turmglocken wagten. Aber stetig waren die Bronzeglocken den Veränderungen unterlegen. Um den Klang und den Anschlag zu verbessern, wurden damals Zapfen aus Holz, später auch aus Leder am Klöppel angebracht. Federn verhinderten ein mehrmaliges Anschlagen des Tons. Diese Neuerung ebnete den Weg für die Entwicklung der modernen Handglockenmusik. Um die Mitte des 19.Jh. hatte fast jedes Dorf in England seinen eigenen Handglockenchor. Diese Chöre zogen durch die Straßen und spielten - je nach Jahreszeit - kirchliche und weihnachtliche Choräle oder einfach Unterhaltungsmusik. Im Jahre 1993 kam dann eine Missionarin nach Deutschland und nach Hüttenberg und sponserte die Handglocken. Seit dieser Zeit gibt es dort einen Handglockenchor in zwei Gruppen. Es ist eine AG an der Schule. Im zweijährigen Rhythmus unternehmen die Jugendlichen Auslandstourneen. Die nächste Konzertreise wird nach Singapur führen. Dass in der heutigen Zeit Kinder und Jugendliche an solch handgemachter Musik Interesse haben, fand die Vorsitzende Karin Kühn sehr löblich. Aber diese Musik mit ihren feinen und ausgefeilten Klängen geht auch richtig unter die Haus. Es ist eine warme Musik, die den ganzen Körper in Besitz nimmt. Nach der Zugabe und dem Applaus verabschiedete sich der Chor wieder.

Dazu Foto des Handglockenchores

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von:  Jutta Schütt-Frank

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