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Benefizkonzert für Haiti

von Dieter Faustam 04.03.2010822 mal gelesen1 Kommentar
Grünberg | Fabelhafte Botschaft aus dem Königreich der Löwen

Am letzten Februarwochenende führte der Projektchor „Liederkranz Flensungen“ in Grünberg das Musical „Simba - Im Königreich der Löwen“ auf. Für die zunächst nur am Samstag, dem 27. Februar geplante Vorstellung waren alle Karten für die 700 Plätze der Gallushalle bereits frühzeitig vergriffen. Als der Deutsche Chorverband gemeinsam mit UNICEF dazu aufrief, die Kraft der Musik für die akute Situation in Haiti zu nutzen, entstand daraus die Idee, am Sonntag dem 28. Februar nachmittags eine Benefiz-Veranstaltung folgen zu lassen – und damit war die Gelegenheit geschaffen, ein gutes Werk mit der weiterhin bestehenden Nachfrage an dem bereits erfolgreich aufgeführten Musical zu verknüpfen. Spendabel zeigte sich hier auch die Stadt Grünberg, die Miete und Unterhalt der Gallushalle am Sonntag übernahm und den Reinerlös der Veranstaltung aufrundete, sowie Bürgermeister Frank Ide, der die Schirmherrschaft übernahm und eine persönliche Spende hinzufügte.
Im März 2009 wurde der Projektchor vom Liederkranz Flensungen ins Leben gerufen. Die schauspielerische Darstellung
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mit Chorgesang und vielen solistischen Beiträgen war angelehnt an das Erfolgsmusical „The Lion King“. Wer jedoch mit der Geschichte des Löwen-Königs bisher nicht mehr verband, als eine bunte Zeichentrickkomödie für Kinder aus dem Hause Disney, durfte sich überraschen lassen von der Tiefe der Charaktere, der Behandlung von ernsthaften Thematiken wie dem Tod oder dem Finden des eigenen Lebensweges – der Zauber großer Emotionen, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen unterhaltsam.
Bereits der Einzug aller 60 Sängerinnen und Sänger, in exotische Tiergestalten verwandelt oder afrikanische Kostüme gewandet, fliegende Schmetterlinge und Paradiesvögel über den Köpfen der Zuschauer schwingend, trug zum Aufbau einer Spannung bei den Zuschauern bei, die sich bis zum Ende erhielt. Der Projektchor nahm sie alle mit auf die Reise nach Afrika, in eine bunte Fabel-Welt, in welcher der kleine Löwenprinz Simba (Swahili: Löwe) die beschwerliche Suche nach seinem Platz im Kreislauf des Lebens auf sich nimmt – und am Ende mithilfe seiner Freunde und im Kreise seiner Familie besteht. Bestanden haben vor ihrem Publikum auch alle Mitwirkenden: Inszeniert wurde das Spektakel mit viel Ausdauer und Engagement von den Abiturientinnen Nicole Kämmer und Claudia Plock, sie schrieben das Drehbuch und führten Regie. Für die professionelle musikalische Leitung war die Dirigentin Heike Kratz-Gunkel zuständig. Als instrumentale Begleiter begeisterten Irinia Warkentin (Klavier) und die drei vorzüglichen afrikanischen Trommler Narcisse, Christian und Alex.
Vor viele ungeahnte Probleme wurden die Techniker Manoel und Dino Santos und Steffen Seim gestellt, die stets alle Hände voll zu tun hatten, um einen vollen Klang auch bis in die letzte Reihe zu bringen. Licht ins Dunkel brachte Louis aus Afrika am Spot. Außergewöhnlich kreativ und phantasievoll machte sich bei den Kostümen und Masken Elena Lichtner zu Werke, sie setzte die rosa flaumigen Flamingos ebenso traumhaft stimmig um, wie die ewig hungrigen Hyänen. Unzählige Helfer hinter der Bühne legten Hand an bei den passenden Frisuren und beim Schminken, beim Umkleiden und Organisieren, beim Bauen von Felsen und Transportieren von Bäumen, beim Einsatz der Spezialeffekte und dem Druck auf den richtigen Knopf zur richtigen Zeit – nicht zuletzt sei auch die Sicherstellung des leiblichen Wohls erwähnt.
Als weiser Mandrill Rafiki brillierte solistisch erneut Kirsten Santos, die ihre Rolle perfekt belebt und jederzeit organisatorische Löcher und technische Pannen zu überbrücken weiss. Die sonore Stimme des Erzählers Josef Kuhn verknüpfte die Szenen und Lieder spannungsvoll miteinander und gab der Geschichte einen soliden Rahmen. Das Lied „Shadowland“ wurde von Nicole Kämmer als Simbas Jugendfreundin und große Liebe Nala (Swahili: Geschenk) erstmalig dargeboten und erntete ausgesprochen großen Applaus. Nach überstrahlendem Finale mit „Circle Of Live“ und stehenden Ovationen wurden als Zugaben noch einmal der schneidige „Morning Report“ und das fröhlich mitreißende „Hakuna Matata“ (Swahili: Keine Sorgen) geschmettert sowie das atmosphärische Eingangslied „Nants Ingonyama“ (Swahili: Es kommt ein Löwe) angestimmt. Den Abschluss und gleichzeitig das Auszugslied bildete eine „Überraschung aus Kamerun“, das Lied „Amoni“ (Amen) in afrikanischer Sprache mit einer eingängigen, gefühlvollen Melodie, welches viele Zuschauer stetig weitersummend als kleines Souvenir von ihrer Reise mit nach Hause nahmen.
Auch die Sprecherin von UNICEF bemerkte es in ihrer Nachrede anerkennend: Die Botschaft der Geschichte aus Afrika ist angekommen, hier, in der Mitte Hessens. Nicht nur Löwenkönige überwinden sich selbst – alle, die auf der Bühne standen, sind über sich hinaus gewachsen, alle haben ihre Angst vor dem Versagen bezwungen und jede Panne wurde gemeinsam gemeistert, auch mithilfe eines fairen Publikums. Und nicht nur die „großen Tiere“ der Savanne übernehmen Verantwortung – im Projektchor führten Schülerinnen Regie und vom Mini-Elefant bis zur längsten Giraffe hat jeder seine Aufgabe zu erfüllen und seinen Platz in einer Gemeinschaft, in der jede Stimme zählt.
Im diesem Projekt fanden sich nicht etwa Profis, sondern fabelhafte Menschen von 4 bis 76 Jahren zusammen, die gemeinsam etwas schafften: 3000 Euro gehen als Spende über UNICEF nach Haiti – das Publikum behält das Erlebnis afrikanischer Klänge und Bilder in Gänsehaut-Atmosphäre – der minutenlange, stürmische Applaus und die tief berührende Begeisterung der Zuschauer bleibt all denen, die daran mitwirkten. [Sonja Kälberer]

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Kommentare zum Beitrag

Ingrid Wittich
20.078
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 05.03.2010 um 09:35 Uhr
Wie intensiv die Aufführung war, konnte ich selbst miterleben. Der Angriff der Hyänen auf den kleinen Simba erschütterte einen Buben so sehr, dass er aus den ersten Sitzreihen, die man für Kinder reserviert hatte, weinend nach hinten lief in die Arme seiner Mutter. Guter Bericht über eine tolle Sache. Danke! Bitte macht so weiter.
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