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Wie kann Colin die Krankheit und das Sterben vergessen?

Wie ermutigt Mary Colin in seiner traurigen Situation?
Wie ermutigt Mary Colin in seiner traurigen Situation?
Grünberg | Schülertexte einer siebenten Klasse führen durch den Roman „Der geheime Garten“

„Liebe kann man lernen.
Und niemand lernt besser als Kinder.
Wenn Kinder ohne Liebe aufwachsen,
darf man sich nicht wundern,
wenn sie selber lieblos werden.“

Dieses Zitat von Astrid Lindgren verdeutlicht eindringlich die Kernaussage der Textausstellung zum Kinder- und Jugendroman „Der geheime Garten“: Mary Lennox und Colin Craven lernen die Menschen in ihrem Umfeld lieben und verändern dadurch ihr Leben. Mary, deren Eltern an einer Cholera-Erkrankung gestorben sind, findet ein neues Zuhause. Colin, der von Geburt an als sterbenskrank gilt und sein Zimmer nur selten im Rollstuhl verlässt, lernt wieder laufen. Beide Kinder erfahren erstmals Geborgenheit, Zuwendung und Zärtlichkeit – aus diesem emotionalen Anschub entwickeln sich aus der egozentrischen Mary und dem tyrannischen Colin zwei einfühlsame Kinder, die wieder ins Leben zurück finden.

Bereits vor der gerade aktuellen Textausstellung im Rathaus Grünberg konnte die Öffentlichkeit erfahren, was die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7c der Theo-Koch-Schule Grünberg
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Textausstellung (1)Schule (731)
erarbeitet hatten: Die Kinder inszenierten gemeinsam mit ihrer Deutschlehrerin Kerstin Halbich den Roman „Der geheime Garten“ von Frances H. Burnett am 29.06. sowie am 30.06.2009 als Bühnenaufführung vor etwa 300 Besuchern. Dabei trugen sie eine Fülle selbst verfasster Texte, die Gegenstand der Textausstellung sind, in szenischen Ausdrucksformen vor. So verwandelten sie den Kinder- und Jugendroman in ein Theaterspiel voll Lebensfreude.

Die von den Kindern entwickelten Texte, wie Nacherzählungen, Beschreibungen und Gedichte, wurden mehrmals mit zeitlicher Distanz überarbeitet und erreichten dadurch ein hohes Niveau. Hierdurch wurden die Kinder über ein Jahr immer wieder motiviert, im Unterricht und Zuhause bereits gelernte Lese- und Schreibstrategien anzuwenden.
Das Besondere der Ausstellung ist, dass die Schülertexte sich der Erwachsenenliteratur annähern. So werden neben einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Buchgeschichte immer wieder literarische Ausdrucksweisen wie Vergleiche, Metaphern und Lautmalereien erkennbar, die uns in der Literatur für Erwachsene ständig begegnen.
Ein Höhepunkt der Ausstellung ist es, Schülertexte mit Kunstwerken zu verknüpfen. Die Schülerinnen und Schüler verstärken so zwei Ebenen der
Ein Erzähler verbindet Textsequenzen miteinander.
Ein Erzähler verbindet Textsequenzen miteinander.
Buchgeschichte und verbinden diese miteinander – die gruselige mit der wunderbaren. Es entsteht ein Schauermärchen, in dem die Textfiguren Mary und Colin unter dem Einfluss des verwunschenen Gartens ihr Verhalten ändern und die Düsternis vertreiben. Die Verknüpfung von Text und Bild intensiviert nicht nur das Text- und Bildverständnis der Schülerinnen und Schüler, sondern auch das des Betrachters der Textausstellung.


Zu Auszügen einzelner Schülertexte:

Textform – Nacherzählung

„Totenstille!
Keine Stimmen, die klagen.
Keine Treppen, die knarren.
Keine Vögel, die zwitschern.
Nichts regte sich. (…) Ja! Irgendein Geheimnis lag an diesem Morgen in der Luft. Alles war anders! Komisch! Nichts war, wie es sein sollte! Es war, als wäre irgendetwas passiert! (…) Wieso kümmerte sich keiner um mich? Was war nur los?“

Mary verlor ihre Eltern auf eine schreckliche Weise. Mit entsetzten Gesichtern liefen auch noch die ihr vertrauten Menschen davon. Mary wurde im Bungalow vergessen. Sie war allein.
Was Mary in dieser trostlosen Situation dachte und fühlte, erzählt Aimée Menz so lebendig, dass der Leser glaubt, es selbst erlebt zu haben. Stilistisch verwendet die Schülerin ästhetische Ausdrucksformen, wie sie schon die alten Griechen verwendet haben und wie sie uns in der Literatur seither begegnen.

Textform – Zeitungsbericht

Am Ende der Textausstellung fasst Lisa Langohr für die Familienchronik der Cravens zusammen, was im mysteriösen Herrenhaus und im geheimen Garten vorgefallen ist.
„(…) Im Herrenhaus Misselthwaite passierten merkwürdige Dinge: Nachts hallte ein unheimliches Weinen und Klagen durch die langen Flure des Herrenhauses. Eines Abends ging Mary dem Weinen und Klagen nach, es kam aus einem Zimmer im anderen Flügel. Dort fand sie einen Jungen bleich und schwach in seinem Bett, ihren Cousin Colin. Er galt von Geburt an als sterbenskrank und hatte seitdem sein Bett nicht mehr verlassen. Mary und Colin freundeten sich an. (…) Colin kämpfte sich für wenige Sekunden aus dem Rollstuhl. (…) Vater und Sohn fielen sich in die Arme und Mary fand ein neues Zuhause.“


So führen Schülerinnen und Schüler der Theo-Koch-Schule Grünberg gemeinsam mit ihrer Deutschlehrerin den Leser durch die Geschichte des Kinder- und Jugendromans – interessant, lebendig und wohldurchdacht.


Einladung
Die gerade eröffnete Textausstellung zum Kinder- und Jugendroman „Der geheime Garten“ ist noch bis zum 29. November im Foyer des Rathauses in Grünberg zu den Öffnungszeiten zu sehen.

Wie ermutigt Mary Colin in seiner traurigen Situation?
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Herzlichst, Ihr(e) Kerstin Halbich

von:  Kerstin Halbich

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Interessensgebiet: Grünberg
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