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Birgit Otto - die "grüne" CDU-Kandidatin in Grünberg

Birgit Otto. (Foto: privat)
Birgit Otto. (Foto: privat)
Grünberg | Sie mag es gerne intelligent. Die Rede ist von der CDU-Kandidatin für das Bürgermeisteramt in Grünberg Birgit Otto. Sie schätzt, wenn Sie Zeit dafür hat, anspruchsvolle Literatur, klug gemachte Comics und Gedanken von Menschen, die einen wachen Verstand haben. Für die Diplom-Sozialarbeiterin gehören da Angela Merkel und Roland Koch dazu. Beiden bescheinigt sie einen glasklaren Verstand, Menschen, bei denen es sich lohne, zuzuhören. Sie sei fasziniert von Merkels Biographie. Ihr sei eine solche Karriere schließlich nicht in die Wiege gelegt worden. In der DDR aufgewachsen, habe sie sich für demokratische Werte engagiert. Zudem habe sie die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu erklären. Aber auch über Dr. Helge Braun und den hessischen Innenminister Volker Bouffier äußert sie sich voller Hochachtung. Das seien Politiker, die engagiert der Sache wegen ihrer Arbeit nachgingen.

Die Mittelhessin ist aber nicht nur politisch interessiert und engagiert. Trotz zahlreicher Termine und Verpflichtungen findet die Musikliebhaberin dennoch manchmal die Zeit für ein Jazz-Konzert in Grünberg, klassische Konzerte in der Kirche, es darf aber auch schon mal ein Rockkonzert sein.

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Außerdem malt sie in ihrer Freizeit – viele ihrer schwarz-weiß-Zeichnungen hängen in ihrem Haus, geht zum Schwimmen oder Wandern. Es gibt aber bei dieser sportlichen Frau einen „wunden Punkt“: Sie ist, so gibt sie zu, völlig unbegabt, was Ballsportarten angeht. „Mit Bällen kann ich wirklich gar nichts anfangen!“.

Dafür hat sie einen grünen Daumen: Sie kümmert sich um ihre zahlreichen Pflanzen oder werkelt in ihrem Garten. Denn in Otto steckt auch ein bisschen grün. „Schwarz und grün passen gut zusammen“, behauptet sie lachend und begeistert sich für ihr Gemüse aus dem eigenen Garten. Und mit dem Fahrrad ist sie auch nicht nur für einen Fototermin unterwegs, sondern sie nutzt es tatsächlich. Das alles harmoniert auch mit ihrer Lebenseinstellung. „Wenn alle ein wenig aufeinander achten und verantwortungsvoll mit ihren Mitmenschen und Ressourcen umgehen würden, ginge es uns allen besser.“

Den Grundstein für diese Haltung haben ihre Eltern gelegt: "Sie haben mir ein liebevolles Miteinander vorgelebt!" So etwas prägt. Und hat sie in dem Wunsch bestärkt, auch selbst eine Familie zu gründen. Die ist dann – für heutige Zeiten – XXL ausgefallen: Sie und ihr Mann dürfen stolz sein auf fünf Kinder im Alter zwischen 18 und 27 Jahren. Das bringe zwar einiges an Trubel mit sich, aber dieses Gefühl „Jetzt ist es mir zu viel“ würde wohl jede Mutter kennen, das sei unabhängig von der Anzahl der Kinder. „Der Unterschied liegt zwischen einem und keinem Kind. Denn ein Kind verändert das ganze Leben. Ob es dann 1 oder 5 sind ist eigentlich nicht mehr so erheblich.“ Es sei nur wichtig, sich gegenseitig Freiräume zu lassen. Außerdem sieht sie in funktionierenden Familien einen Rückhalt in Krisensituationen. Gemeinsam könne man eher einen Weg aus den Problemen finden. Aber auch der Glaube gibt ihr Halt, als Spruch oder Weisheit, die sie begleite, nennt sie die Jahreslosungen.

Das Leben ist jedoch auch mit der 52-Jährigen nicht immer zimperlich umgegangen. Als junge Frau verlor sie innerhalb eines Jahres Vater und Bruder. Eine Situation, mit der „viele Menschen fertig werden müssen!“, so die Politikerin, aus der man aber unterschiedliche Schlüsse ziehen könne, etwa eine negative Grundhaltung. Bei ihr ist das Gegenteil der Fall: Sie genießt das Leben, ist ein Genussmensch und schafft sich immer wieder Freiräume, die sie entspannen, so dass sie für anstehende Aufgaben, sowohl im persönlichen als auch im politischen Bereich, gerüstet ist.

Bevor die Kinder zur Welt kamen, hat sie, nach ihrem Anerkennungsjahr in Rüdesheim – „Das war eine schöne Zeit, aber wegen der Liebe bin ich zurück nach Gießen gekommen!“ - in Gießen in der Psychiatrischen Klinik gearbeitet. Das sei mitunter eine belastende Aufgabe, aber es sei ihr gelungen, Privates und Berufliches zu trennen. Und das gelte auch für ihre Kandidatur. Sie könne Amt und Person sehr wohl trennen und sollte sie nicht zur Bürgermeisterin gewählt werden, sei das auch kein Weltuntergang. Dann werde sie – wie auch jetzt schon – ihre Ideen als Stadtverordnete umsetzen. Gewinnt sie die Wahl, nennt sie als ein großes Thema den Erhalt der landwirtschaftlichen Strukturen. Natürlich weiß sie, dass da die EU mehr als nur ein Wörtchen mitzureden hat, aber wenn alle die heimischen Produkte kaufen würden, würde das schon Zeichen setzen. Weiter nennt sie als Ziele den Ausbau der Kinderbetreuung bei den unter 3-Jährigen und des Personen-Nahverkehrs. Zudem wolle sie Bescheide und Formulare überarbeiten lassen. Bei all ihren Vorhaben habe sie jedoch immer die Finanzlage im Blick, denn sie möchte nicht den nachfolgenden Generationen einen Schuldenberg hinterlassen.
Gefragt nach ihrem Arbeitsstil sieht sie sich als Teamplayer, nur in der Gemeinschaft könne man große Projekte umsetzen. „Ich kann aber auch vorne stehen und führen!“, das habe sie im Landesvorstand der Frauen Union ebenso unter Beweis gestellt wie auch als Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Grünberg.
Im ehrenamtlichen Bereich engagiert sich die gebürtige Dutenhofenerin, die heute in Lehnheim lebt, auch immer wieder. War es in der Jugend die Jugendgruppe und die CVJM-Mädchengruppe, arbeitete sie später im Elternbeirat des Kindergartens und der Schule.

Eine Wahlprognose mochte sie nur zögerlich abgeben. Man höre immer wieder, dass es wohl am 11. Oktober zu einer Stichwahl kommen werde. Zwischen Amtsinhaber Frank Ide und einem der beiden Herausforderer, Tobias Lux und Otto. „Und ich hätte nichts dagegen, wenn das ich wäre!“

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