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75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Lardenbach

Bei der Gerätehauseinweihung im Jahre 1963 trat die Lardenbacher Wehr an
Bei der Gerätehauseinweihung im Jahre 1963 trat die Lardenbacher Wehr an
Grünberg | Lardenbacher Feuerwehr erlebte 75 bewegte Jahre
Lardenbach(gld). Bedingt durch die politischen Vorgaben und den damit verbundenen Unmut laufend die Übungen der Pflichtfeuerwehr zu besuchen veranlasste im Jahre 1934 einige heimische Männer freiwillig in ihrem Heimatort Lardenbach den Brandschutz zu übernehmen. So gründeten 21 Wehrmänner die Freiwillige Feuerwehr und erklärten sich zudem bereit, durch regelmäßige Monatsbeiträge auch für die alte muskelbetriebene Spritze und die eher porösen Schläuche und Wassereimer zu gegebener Zeit die notwendige Ersatzbeschaffung vorzunehmen. Die Leitung der Wehr hatte zu jener Zeit zunächst der spätere Bürgermeister Otto Keil. Diesem folgten Ernst Lein und Otto Rühl. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde kurzzeitig aus der Freiwilligen Feuerwehr erneut eine Pflichtwehr, da die jungen Männer zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Zu den örtlichen Mannschaften an Spritze, Hydrant und Schlauchwagen wurden in jener Zeit dann auch Frauen zum Handanlegen mit der Feuerpatsche, dem Wassereimer und an der Handspritze herangezogen. Nach einem Brand in Stockhausen versagte die
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Feuerwehr (536)
alte Handspritze, so dass im Jahr 1942 durch die Gemeinde die erste Motorspritze angeschafft wurde. Hierbei traten bei der Anschaffung der dafür notwendigen Saugschläuche größere Lieferschwierigkeiten auf. Dieses bedeutete, dass anstatt vier lediglich nur drei Schläuche mitgeliefert wurden.
Schwer fiel es nach Beendigung des Krieges dann die Männer für den freiwilligen Feuerwehrdienst zu gewinnen. Waren doch das Tragen von Uniform und die hässlichen Begleiterscheinungen des Krieges maßgebliche Gründe dafür. Doch im Jahre 1952, als Helmut Felsing von seinen kommissarischen Vorgängern Ernst Seipel, Reinhard Mölcher, Willi Albrecht und Albert Roth das Amt des Ortsbrandmeisters übernahm ging es mit der Freiwilligen Feuerwehr enorm aufwärts. So wurden neben den regelmäßigen Übungs- und Lehrgangsbesuchen im Jahre 1956 auch erstmals mit gleich zwei Gruppen an den Leistungswettkämpfen des Unterkreises 8 teilgenommen. Das dort mit den Plätzen zwei und drei erreichte überraschend gute Abschneiden dürfte dann auch der Ausgangspunkt für die bis zum Jahr 2007 überaus erfolgreichen Teilnahmen an hessischen, deutschen und internationalen Wettbewerben gewesen sein. Den ersten großen Erfolg gab es im Jahr 1970 in Bad Hersfeld mit dem Landessieg
Bei einem Kreisentscheid in Grünberg bereitete sich die Lardenbacher Wettkampfgruppe auf die Sportübung vor
Bei einem Kreisentscheid in Grünberg bereitete sich die Lardenbacher Wettkampfgruppe auf die Sportübung vor
bei den Hessischen Leistungswettkämpfen. Weitere Erfolge zeichneten sich bei mehreren internationalen Bewerben ab. So konnten bei den etwa 300 Teilnahmen im In- und Ausland zahlreiche vordere Plätze belegt werden. Höhepunkte der Wettbewerbe waren für die Lardenbacher jedoch die Teilnahmen an den fünf Feuerwehr-Olympiaden. Mit insgesamt drei Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille kehrten die jeweiligen erfolgreichen Wettkämpfer in den Jahren 1973, 1981, 1985, 1993 und 1997 von den CTIF-Wettbewerben aus Brünn (Tschechien), Böblingen, Vöcklabruck (Österreich), Warschau (Polen) und Herning (Dänemark) in ihre Heimat zurück. Neben den großartigen Ergebnissen stand bei den Lardenbachern auch die Kameradschaft zu vielen befreundeten In- und ausländischen Wehren im Vordergrund. So ist es nicht verwunderlich, dass an der Gründung der ersten offiziellen deutsch/österreichischen Feuerwehrpartnerschaft die Lardenbacher beteiligt waren. Seit nunmehr 46 Jahren besteht eine Partnerschaft mit der niederösterreichischen Wehr Lehenrotte. Weitere enge Freundschaften pflegen die oberhessischen Wehrleute schon viele Jahrzehnte zu Kameraden aus Eichhorn (Niederösterreich), Pühret (Oberösterreich) und Lomni
ka (Tschechien).
Dass sich die Lardenbacher
Im Jahre 1963 hieß es für die Lardenbacher Wehrmänner noch die Spritze und die Löschgeräte per Hand zu bewegen
Im Jahre 1963 hieß es für die Lardenbacher Wehrmänner noch die Spritze und die Löschgeräte per Hand zu bewegen
nicht nur mit den Wettbewerben und der Freundschaftspflege begnügen, beweist der rege Ausbildungs- und Einsatzdienst. So absolvierten in den vergangenen Jahren mit wenigen Ausnahmen alle Aktiven den Grundlehrgang. Zudem wurden noch zahlreiche weiterführende Lehrgangsplätze auf Kreisebene und in der Landesfeuerwehrschule besucht. Nach der im Jahre 1987 beginnenden 20-jährigen Dienstzeit von Wehrführer Karl-Ernst Lind stehen heute unter dem Motto nahezu 40 Männer und Frauen dem seit 2007 amtierenden Wehrführer Christian Ruppel in der Einsatzabteilung zum Helfen bereit.
Ihre Freiwillige Hilfe gewährten Feuerwehrangehörige und Bevölkerung in der Vergangenheit ebenfalls beim Bau und der Sanierung des Feuerwehrgerätehauses. Das im Mai 1963 eingeweihte Gebäude mit Fahrzeughalle, Schlauchturm und obenliegenden Räumlichkeiten für die Gemeindeverwaltung wurde überwiegend durch Eigenleistung erstellt. Als eine Sensation entpuppte sich dabei das Aufsetzen des Turmdaches mit einem amerikanischen Militärhubschrauber. Auch die im Laufe der Zeit anstehenden Sanierungen konnten durch die Mithilfe von Feuerwehrangehörigen kostengünstig durchgeführt werden. Derzeit ist in dem Gebäude das im Jahre 1984 an den damaligen bis zum Jahre
Der langjährige Kreisbrandinspektor Otto Schaaf verkündete bei einem Kreisentscheid in Lardenbach das Wettkampfergebnis
Der langjährige Kreisbrandinspektor Otto Schaaf verkündete bei einem Kreisentscheid in Lardenbach das Wettkampfergebnis
1987 fungierenden Wehrführer Artur Kratz übergebene ersatzbeschaffte Löschfahrzeug LF8/8 untergebracht. Seit dem letzten Jahr steht in der zweiten Box das überwiegend für die Jugendarbeit angeschaffte Mannschaftstransportfahrzeug. Die oberen Räumlichkeiten stehen für die Feuerwehrwehrausbildung und als Tagungs- und Versammlungsraum dem Ortsbeirat und weiteren örtlichen Vereinigungen zur Verfügung.
Eine enorme Verbesserung des Brandschutzes erfolgte bereits im Jahre 1964 mit der Übergabe des 1. Löschfahrzeuges. Durch die Bemühungen des bis 1984 insgesamt 32 Jahre amtierenden Ortsbrandmeisters und späteren Wehrführers Helmut Felsing und der Unterstützung durch den Gemeinderat mit Bürgermeister Reinhard Mölcher an der Spitze konnte das zwanzig Jahre Fahrzeug angeschafft werden. Nunmehr steht mit einem HLF 10/6 in den kommenden Monaten die Ersatzbeschaffung des dritten Lardenbacher Löschfahrzeuges an. Als weiterer wichtiger Grundstein in der Feuerwehrarbeit erfolgte im Jahre 2005 die Gründung der Jugendfeuerwehr. In Zusammenarbeit mit den Seenbachtalfeuerwehren Klein-Eichen, Stockhausen und Weickartshain wird somit durch die zuständigen Jugendbetreuer für den zukünftigen Nachwuchs in den einzelnen Feuerwehren gesorgt.
Unter der Schirmherrschaft des Grünberger Bürgermeisters Frank Ide und mit weiteren Ehrengästen wollen die >Lardenbacher Brandschützer< zusammen mit zahlreichen befreundeten Wehren ihr Jubiläum begehen. Geplant ist dabei am Freitag, 28. August 2009 ein Kameradschaftsabend. Selbstverständlich ist dazu auch die gesamte Bevölkerung aus der Region willkommen. Gäste werden zudem über dreißig Wehrleute aus Österreich sein. Nach dem von der Band am Samstagabend stattfindenden Livekonzert erfolgt am Sonntag nach dem Gottesdienst im Dorfgemeinschaftshaus im Festzelt dann der offizielle Festakt mit Ehrungen. Zur musikalischen Unterhaltung und zum Tanz spielt an diesem Tag dann die bekannte Grünberger Band auf.

Bei der Gerätehauseinweihung im Jahre 1963 trat die Lardenbacher Wehr an
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von:  Karl-Ernst Lind

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