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Unterwegs auf den Lechschleifen

Holzgauer Hängebrücke
Holzgauer Hängebrücke
Grünberg | Insgesamt wurden ca. 120 km gepilgert -
mit den Wanderbussen zu den jeweiligen Ausgangspunkten gefahren

Nachdem im Jahr 2015 der Lechweg von der Quelle bis zum Lechfall in Füssen erpilgert wurde, sollten dieses Mal die sogenannten Lechschleifen im Mittelpunkt der Pilgertouren stehen. Jede Schleife stellt hohe Ansprüche an die Kondition des Wanderers. Darum konnten alternativ auch andere Genuss-Aktivitäten ganz individuell unternommen werden.

14 Interessierte machten sich gemeinsam mit Dekan Norbert Heide auf den Weg nach Stanzach in Tirol zur Pension Waldhof, dem Domizil für die Pilgertouren, zur Familie Selb, die auch schon vor 5 Jahren die Pilger beherbergte.

Mit dem Wanderbus fuhr man nach Warth und dann mit dem Sessellift zur 1884 m hohen Bergstation Steffisalpe, wo man einen herrlichen Ausblick genießen konnte. Von hier aus führte die Lechschleife 2 auf schmalen ansteigenden Pfaden mit wunderschönen Blumen am Wegesrand zur Walsersiedlung nach Bürstegg. Im 19. Jahrhundert zählte der Weiler bis zu 13 Häuser und eine kleine Kirche. Am Anfang des 20. Jahrhunderts verließen die letzten Bewohner aufgrund
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der schwierigen Lage im alpinen Gelände das Bürstegg. Heute stehen hier nur noch eine Kapelle und ein Walserhaus, welches im Winter nicht bewohnt ist. Auf steinigen Wegen erreichte man schließlich den idyllisch gelegenen Körbersee und nach 15 km den Ausgangspunkt Warth.

Von Elmen über die Klimmbrücke folgten die Pilger auf dem Drachenweg der Lechschleife 4 zum Doser-Wasserfall (1.020 m). Der Wasserfall ist nicht für seine Größe bekannt, nach Überlieferungen entspringt er jedes Jahr am 23. April und versiegt wieder am 11. November. Oberhalb des Doser-Wasserfalls liegt die sehenswerte Doser-Kapelle. Von hier aus konnte man eine ausgezeichnete Aussicht auf das untere Lechtal genießen. Abschließend wurde die Pfarrkirche St. Martin in Häselgehr und das Schwimmbad besucht.

Die Lechschleife 3 führt von Steeg durch Wald und Wiesen zur Holzgauer Hängebrücke. Sie ist 200 m lang und spannt sich in 110 m Höhe über die Höhenbachtalschlucht. Schwindelfrei sollte man hierfür auf jeden Fall sein! Einige Wanderer sind direkt wieder umgekehrt, für andere bietet die Brücke eine ungewohnte Aussicht ins Tal und eine tolle Kulisse für grandiose Fotos.

Der Stanzacher Rundweg führte auf Wald- und Forstwegen, auch teilweise an dem türkis
Lechfall in Füssen nach Regen
Lechfall in Füssen nach Regen
schimmernden Lech mit seinem klaren Bergwasser entlang. Eine schöne Stelle zum Steinesammeln und Steinmännchen betrachten. Weiter ging es auf dem Besinnungsweg auf schmalen Waldwegen. Am Wegesrand waren Sprüche auf Brettern an den Bäumen oder auf Steinen unter den Bäumen geschrieben bis schließlich die Heach-Kappelle im Wald erreicht war.

Das Almendorf Fallerschein gilt mit über 40 urigen sogar als eines der größten der Alpen. Es liegt im Naturpark zwischen Stanzach und Namlos. Im Sennstüberl Fallerschein erwartete die Wanderer eine gute Almküche mit Lechtaler Hausmannskost.

Eine Wanderpause wegen Regen wurde zu einem Besuch des Lechfalls und der Städte Füssen und Reutte genutzt.

Die Fahrt mit der Seilbahn zur 1.763 m hohen Bergstation der Jöchelspitze bot einen tollen Panoramablick auf die umliegenden Berge. Von hier oben starteten die Gleitschirmflieger mit ihren bunten Segeln.

In Elbigenalp, dem Geburtsort der Geier-Wally, die im Alter von 17 Jahren einen Adlerhorst aushob und es wagte an der Münchner Kunstakademie zu studieren und somit in die Lechtaler Geschichte einging, wurde die Kirche St. Martin besucht. Schaurig war es im Beinhaus, umgeben von unzähligen Knochen und Totenköpfen, aufgestapelt und aneinandergereiht. In einem Sakralraum waren Totentanz-Darstellungen zu sehen.

Blick auf den Lechzopf
Blick auf den Lechzopf
Der Baichlstein ist der eigentliche Hausberg von Vorderhornbach. Nach steilen Anstiegen auf schmalen Wegen steht man plötzlich vor einer Tür. Mit dem Eintreten öffnet sich eine prächtige Aussicht auf den charakteristischen Lechzopf, so bezeichnet man den markanten Flussverlauf des Leches in Form eines Zopfes zwischen Stanzach und Forchach.

Von der 1.412 m hoch gelegenen Stablalm auch Balkon des Lechtals genannt hatte man eine super Aussicht und wurde mit allerlei Köstlichkeiten bewirtet.
Die letzte Tour führte zur Burgenwelt Ehrenberg. Die im Jahre 1296 erbaute Burg bietet alles, was man von einem mittelalterlichen Schloss erwartet, wehrhafte Mauern, hohe Türme und viel Geschichte. Die gotische Burganlage beherbergte Kaiser und Könige, Fürsten und Zaren. Der Aussichtsberg Schlosskopf bot einmalige Ausblicke auf den Reuttener Talkessel und darüber hinaus. Die Hängebrücke highline179 verbindet die historische Festungsanlage auf beiden Seiten des Tals.
Hier ging eine erlebnisreiche Pilgertour zu Ende: eine einmalige Landschaft Natur pur; der Lech ein breiter, teilweise wilder Fluss; leckeres Essen, ein gemütlicher Grillabend und sehr gute Unterkunft; nette Gemeinschaft und interessante, immer passende Andachten in Form von biblischen Gleichnissen von Dekan Norbert Heide. Alle Teilnehmer haben die anspruchsvollen Touren gut gemeistert oder alternative Genuss-Touren unternommen und erhielten eine dafür extra angefertigte Medaille mit dem Aufdruck Lechschleifen 2020.

Holzgauer Hängebrücke
Holzgauer Hängebrücke 
Lechfall in Füssen nach Regen
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Blick auf den Lechzopf
Blick auf den Lechzopf 
 
Die Pilgergruppe vor der Pension Waldhof
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Sprüche auf dem Weg
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Kirche in Elbigenalp
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Steinmännchen am Lech
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von:  Irmgard Dechert

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