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Pilgern auf den Räuberlandwegen im Spessart

Grünberg | Ca. 53 km zurückgelegt

Dekan Norbert Heide hatte zu einer 4-tägigen Pilgertour auf den Spuren der Räuber im Spessart eingeladen: Möglich, dass wir zum Wirtshaus im Spessart gelangen; wenn uns die Bösewichte nicht vorher gefangen nehmen oder uns gar die Kehle durchschneiden. Es wird ein gefährliches Unterfangen.

Trotz dieser bedrohlichen Aussage machten sich 18 Mutige auf den Weg nach Mespelbrunn. Die erste Tour bot einen herrlichen Aufstieg über einen alten Weg, den die Schüler vor vielen Jahren täglich gehen mussten, um von der höchstgelegenen Siedlung ins Tal zur Schule zu gelangen. Viele Steinobelisken und Steinplatten säumten den Weg und luden zur Rast ein. Ein Mühlstein fragt sich, warum er hier liegt und nicht ins Tal gebracht wurde, um in einer der vielen Mühlen Mehl zu mahlen. Auch der große Ruhestein ist froh, dass er von Bewuchs befreit wurde. Er war in den 50er und 60er Jahren Treffpunkt für Schüler, Freunde, Wanderer und Liebespaare. Was könnte er alles erzählen - aber ein wahrer Stein schweigt. Durch den Wald hinauf gelangte man nach Oberwintersbach zur Geißhöhe, dem am höchsten bewirtschafteten
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Gipfel (520m). Hier erwartete die Pilger reine Höhenluft, "himmlische Ruhe", grüne Tannen und Mischwälder, sagenhafte Aussichtsmöglichkeiten, besonders vom Ludwig-Keller-Turm mit einem Rundumblick über Spessart und Odenwald. Über die Schnorrenhöhe und die Taubendelle wurde der Rundweg beendet.

Der Spessarträuberlandweg 3 ist die anspruchsvollste Tour der Spessartwege. Er beginnt in Mespelbrunn und führt zum Wahrzeichen des Spessarts, dem gleichnamigen Wasserschloss. 1427 wurde die erste Wasserburg gebaut, die später zum Renaissanceschloss umgebaut wurde. Es ist heute im Besitz der Grafen von Ingelheim und hat einen wunderschön angelegten Park mit einem See. Weiter ging es durch den langen Grund durch das Heimbuchental zur Martinskirche. Hier gab es Impulse von Dekan Heide zum Brief des Paulus an Philemon. Es mussten immer wieder Steigungen bewältigt werden bis die Kapelle "Herrin der Berge" erreicht war, die ein Heimbuchthaler als Dank für das glückliche Überleben eines Sturmes bei der Überfahrt nach Amerika 1853 errichten ließ. Auf Waldwegen mussten immer wieder Anstiege bei schwülem Wetter bewältigt werden bis schließlich das Hohewarthaus mit einer Hausbrauerei mitten im Wald erreicht war. Abstieg durch den dichten Spessartwald.

großer Ruhestein
großer Ruhestein
Der Räuberland Rundweg 1 führt durch Wälder, Täler mit Wiesen und aussichtsreichen Höhen. Vom Oberschnorrhof durch den Gößbachgrund in Richtung Waldhotel Heppe. Von hier konnte man Fernblicke ins Dammbachtal genießen. Bei sonnigem Wetter waren wieder einige Höhenmeter zu überwinden bis man die Geißhöhe und den Ludwig-Keller-Turm erreichte. Auf Hohlwegen liefen die Pilger abwärts im Gänsemarsch. Am Weiler Oberschnorrhof wurde der Kapelle der Familie Karl Bauer ein Besuch abgestattet. Eine mittelalterliche Marienfigur ziert die private Kapelle.

Als Abschluss des 4-tägigen Aufenthaltes im Spessart gingen die Pilger "durch die Hölle zur Heimat" entlang des idyllischen Elsavatales bis zum Höllhammer, einem ehemaligen Eisenhammer. Hier mussten Hindernisse durch umgefallene Bäume überwunden werden. Im wunderschön gelegenen Weiler Heimathen wurde noch die Kapelle besucht.

Der Räuber Hotzenplotz von Otfried Preußler begleitete uns auf unseren Spessartwegen. Dekan Norbert Heide las an den unterschiedlichsten Orten die spannenden Geschichten von Räuber Hotzenplotz, Seppel und Kasper vor. Bei leckerem Essen und harmonischer Gemeinschaft konnte man die Tage im Spessart genießen. Die Pilger dankten Dekan Heide und den Fahrern der Kleinbusse für die gute Organisation und den Transfer.

großer Ruhestein
Ludwig-Keller-Turm
schöner Ausblick
Die Pilger vor dem Hohewart Haus
Bauersche Kapelle in Oberschnorrhof
Schloss Mespelbrunn

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