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Märchenhaftes Schweden – unterwegs mit Pippi, Lotta, Michel und Madita

Die Teilnehmer vor "Michels Haus" in Katthult
Die Teilnehmer vor "Michels Haus" in Katthult
Grünberg | 45 Interessierte starteten mit Dekan Norbert Heide am Frankfurter Flughafen via Kopenhagen zu einer einwöchigen Studienreise nach Südschweden. In Kopenhagen erwartete uns Busfahrer Henri, um über die Öresundbrücke, welche seit dem 1. Juli 2000 die skandinavischen Länder Dänemark und Schweden miteinander verbindet, nach Schweden zu fahren. Die Öresundbrücke ist mit einer Länge von fast 8 km die längste Schrägseilbrücke der Welt.

Erster Programmpunkt war die romanische Domkirche in Lund, die 1145 geweiht wurde, und der bedeutendste Kirchenbau in Schweden ist. Besondere Beachtung verdient die Astronomische Uhr, die Ende des 14. Jahrhunderts installiert wurde. Ein Mondzeiger zeigt die Phase des Mondes und die Position am Himmel, ein Sonnenzeiger zeigt die Uhrzeit auf einer 24-Stunden-Uhr, und es gibt auch einen Tierkreiszeiger. Wenn die Uhr spielt, erheben hölzerne Hornbläser ihre Hörner. Zu den Tönen des Lobgesangs In dulci jubilo öffnet sich ein Pförtchen, wobei eine Prozession der drei Könige sich verbeugend an Maria mit dem Jesuskind vorbeischreitet. Die drei hölzernen Könige stellen gleichzeitig die Völker aus den drei damals bekannten Erdteilen Europa, Asien und Afrika dar.
Hier hielt Dekan Heide eine Andacht über Pippi Langstrumpf „Faul sein ist wunderbar“. Was tut man, um abzuschalten – Urlaub machen, einfach Nichtstun, oder …

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Die Fahrt führte dann durch die Provinz Smaland mit großen Waldgebieten über Älmhult, dem „Geburtsort“ von IKEA, nach Växjö zum Linné-Park. Carl von Linné war ein schwedischer Naturforscher, der die Grundlagen der modernen botanischen und zoologischen Einordnung schuf.

Die Dorfkirche in Dädesjö, eine der wenigen mittelalterlichen Sakralbauten, enthält heute noch eine Holzdecke mit originaler Bemalung. Vimmerby ist ein charmantes Städtchen mit vielen Holzhäusern aus dem 17. Jahrhundert und einem gemütlichen Marktplatz. Vimmerby ist der Geburtsort der weltberühmten Kinderbuchautorin Astrid Lindgren.
Nur wenige Kilometer von Vimmerby entfernt, befindet sich ein kleines Idyll, Pelarne, ein Dorf mit einer der ältesten Holzkirchen Schwedens. Hier haben 1905 die Eltern von Astrid Lindgren geheiratet. Nach der Andacht, die sich hier um Michel aus Lönneberga drehte, der einen Streich nach dem anderen ausheckte, wurde im Bus ein Film von dem Lausejungen gezeigt, um dann zum Bauernhof nach Katthult zu fahren, wo Astrid Lindgrens Bücher über den kleinen Michel, der in Schweden Emil heißt, verfilmt wurden. Hier konnte man den Stall sehen, in den Michel nach seinen Streichen eingesperrt wurde und seine Holzmännchen schnitzte.

Die Kirche von Habo gehört zu den merkwürdigsten und schönsten Kirchen Schwedens und ist ganz aus Holz. Innen sieht man prachtvolle Gemälde und kunstvolle Schnitzereien. Auch wenn die Kirche aus dem Jahr 1723 stammt, ist fast alles original erhalten. Die Motive an den Seitenwänden und an den Decken stammen aus dem Katechismus von Martin Luther: das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und die Zehn Gebote. Man spricht hier von der “malerischen Holz-Kathedrale“. Die Glocken befinden sich in einem separaten Glockenturm neben der Kirche. Fahrt über Jönköpping entlang am Ostufer des Vätternsees nach Gränna. Hier konnte man bei der Herstellung von der rot-weiß gestreiften Zuckerstangen, der sogenannten „Polkaschweine“ zusehen, die dort seit über 100 Jahren per Hand hergestellt werden. Außerdem ist Gränna für sein Knäckebrot bekannt, hier konnte man auch bei der Zubereitung zusehen. Der Polarforscher Salomon August Andrée, der Ende des 19. Jh. den Nordpol mit einem Ballon überqueren wollte, dabei strandete und starb, kam auch aus Gränna.

Kloster Alvastra
Kloster Alvastra
Im Jahr 1134 gründeten französische Mönche des Zisterzienserordens das Kloster Alvastra als erstes Zisterzienserkloster in Schweden. Von dem einst mächtigen Kloster am Ostufer des Vättern sind lediglich Ruinen erhalten – man kann nur erahnen, welche Ausmaße der Bau hatte, aber eine herrliche Aussicht auf die Umgebung.

Nach einem Stadtspaziergang durch die idyllischen Gassen von Vadstena stand eine Kirchenbesichtigung auf dem Programm sowie eine Führung durch das Birgittenkloster, das im 14. Jahrhundert gegründet wurde und heute als Museum dient. Birgitta Gudmarsson gründete den Orden der Birgittiner und ein Kloster für Mönche und Nonnen. 1391 wurde sie heiliggesprochen.
In Borensberg stiegen wir auf ein altes Kanalboot, um die idyllische Landschaft am historischen Göta-Kanal zu genießen. Viele Schleusen wurden passiert, oft sogar Doppelschleusen, bis Berg erreicht war. Eine interessante Tour.
Die Domkirche in Linköping überragt die Stadt und ist eine der bestbewahrten und am reichsten ausgestatteten mittelalterlichen Kathedralen Schwedens. Sie ist Bischofskirche des Bistums Linköping. Gamla Linköping ist Schwedens größtes innerstädtisch gelegenes Freilichtmuseum. In der alten Holzstadt Gamla Linköping
stehen rund 100 Gebäude, die man in den 1940er und 1950er Jahren aus dem Zentrum von Linköping hierher versetzt hat. In dem kleinen Stadtviertel gibt es schmale Gassen, Hinterhöfe und Marktplätze, fast überall mit Kopfsteinpflaster. Dazu findet man Cafés, kleine Handwerksgeschäfte, ein Schokoladenmuseum und ein Schul- und Bankmuseum. Überdies kann man eine Weberei besuchen, beim Buchbinder vorbeischauen, einen Blick in eine Holzbläserwerkstatt werfen oder in einem Kräutergarten meditieren. Eine wunderbare Zeitreise.
Im Stendörren Schärenpark war die idyllische Schärenküste zu sehen - ein Kleinod zum Entspannen.
In Stockholm angelangt wurde das VASA-Museum besucht. Das Schiff Vasa kenterte und sank 1628 vor Stockholm noch auf seiner Jungfernfahrt. Nach 333 Jahren am Meeresboden wurde das imposante Kriegsschiff geborgen, woraufhin es eine neue Reise antrat und jetzt im VASA-Museum besichtigt werden kann. Ein imposantes Werk. Das Stadthaus ist Stockholms Wahrzeichen, hier finden die wichtigsten Veranstaltungen wie beispielsweise die Nobelpreisverleihung statt.
Im Wahrzeichen Uppsalas , dem mächtigen gotischen Dom wurden von 1140 bis 1719 die schwedischen Könige gekrönt. Die hier ansässige Universität wurde 1477 gegründet
Öresundbrücke - verbindet Dänemark mit Schweden
Öresundbrücke - verbindet Dänemark mit Schweden
und ist die älteste noch existierende Universität Schwedens. Zu ihren Kostbarkeiten gehört die aus dem 4. Jahrhundert stammende berühmte „Silberbibel“. Die Führung war mit lustigen Anekdoten über die Universität und die Studenten gespickt. Im Schloss Gripsholm, das vor mehr als 450 Jahren im Renaissancestil erbaut wurde, ist die umfangreiche staatliche Sammlung von Porträtzeichnungen untergebracht. Sie umfasst mehr als 2000 Gemälde.
Ein besonderes Highlight war die Bootsfahrt in die herrliche Schärenwelt vor der schwedischen Hauptstadt. Der Stockholmer Schärengarten besteht aus ungefähr 30 000 Inseln, Schären und Felsen, die sich 80 km östlich vom Stadtzentrum in die Ostsee erstrecken. Eine Schäre ist eine kleine felsige Insel, die in den Eiszeiten entstand, als das von Skandinavien und Nordamerika ausgehende Inlandeis die darunterliegenden Gesteinsmassen überströmte und abschliff.

Mit einem Reisesegen von Dekan Norbert Heide erfolgte die Fahrt zum Stockholmer Flughafen. „Wenn was ist, ruf an! Ich bleibe dir nah, auch wenn wir räumlich getrennt sind“.

Alle Teilnehmer bedankten sich bei Dekan Heide, Busfahrer Henri und Reiseleiter Christoph Mahler für die perfekt geplante und interessante Studienreise nach Südschweden auf den Spuren von Michel von Lönneberga mit den vielen lustigen Geschichten des Lausejungen und den täglichen Andachten.

Die Teilnehmer vor "Michels Haus" in Katthult
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