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Pilgern auf dem Rennsteig - Sommertour

Die Pilger vor der "Heidehütte"
Die Pilger vor der "Heidehütte"
Grünberg | Bei der Sommertour wurden 50 km zurückgelegt

15 Pilger starteten mit Dekan Norbert Heide nach Thüringen, um den Rennsteig im Wandel der Jahreszeiten auf dem historischen Kammweg durch den Thüringer Wald von Hörschel nach Blankenstein an der Saale in vier Mehrtagestouren im Laufe des Jahres zu erkunden.

Am ersten Tag der Sommertour starteten die Pilger am Wanderparkplatz Dreiherrenstein, dem Ziel der Frühjahrstour im Juni. Bei sommerlichen Temperaturen führte der Weg auf Waldwegen nach Neustadt am Rennsteig. In der Michaeliskirche bietet sich die Gelegenheit in der ersten offiziellen Her(r)bergskirche des Thüringer Waldes zu übernachten. Die Schlafstätte in Neustadt am Rennsteig ist jedoch nichts für Ruhebedürftige: die Turmuhr schlägt auch in der Nacht die Stunde.
Dann kamen die Pilger an der Teufelsbuche vorbei. An dieser Stelle wurde einst Wegzoll verlangt. Einige Händler versuchten bei Nacht und Nebel ihre Waren am Zoll vorbei über die Grenze zu schmuggeln. Spukgeschichten und seltsame Begebenheiten gaben Anlass zu der Vermutung, dass der Teufel seine Hand im Spiel hatte. Dadurch entstand der Name Teufelsbuche.

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Überall am Wegesrand waren schön gestaltete Grenzsteine und Gedenksteine zu sehen. Auf Hohlwegen, die durch jahrhundertelange Benutzung und Auswaschungen teilweise mehrere Meter tiefer als die Umgebung liegen, über Wurzeln und Steine bergauf, wurde das 1. Etappenziel Masserberg erreicht. Hier war im Hotel Haus Oberland das Domizil der Pilger für die nächsten Tage.

Die zweite Etappe begann mit einem Aufstieg zur Rennsteigwarte auf dem Eselsberg (841 m), in 1974 errichtet und mit 38 m Höhe der einzige Aussichtsturm direkt am Rennsteig. Die Turmplattform bietet den Blick auf ein beeindruckendes Panorama. Überall am Wegesrand findet man Schutzhütten, an der „Heidehütte“ stellten sich die Pilger zum Gruppenfoto auf. An der Eisfelder Ausspanne trafen sich einst sechs Handelswege, so auch der den Rennsteig kreuzende Verbindungsweg zwischen Werratal und Schwarzatal. Hier wurden die Vorspannpferde vor der Abfahrt ins Tal ausgespannt. Auf den mit dem weißen „R“ gut ausgeschilderten idyllischen Waldwegen erreichte man den Dreistromstein. Hier liegt die Wasserscheide des Rheins, der Weser und der Elbe. In unmittelbarer Nähe entspringen Bäche, die den genannten Strömen zufließen. Weiter führte der Weg durch Limbach auf steinigen
Grenzstein am Wegrand
Grenzstein am Wegrand
und tiefer liegenden Wegen durch den moosbewachsenen Wald zum Aussichtspunkt Weidmannsheilblick mit einem herrlichen Panoramablick auf die Berge und die Talsperre Scheibe-Alsbach. Das Ziel der zweiten Etappe war in Neuhaus am Rennweg erreicht. Hier war Gelegenheit die größte Holzkirche Thüringens zu besichtigen. Die Kirche wurde 1892 geweiht und ist außen mit Schiefer verkleidet. Die Glaskunst hat hier eine lange Tradition.

Am 3. Tag starteten die Pilger am Bahnhof in Neuhaus zur letzten Etappe. Durch Fichtenwälder führte der Weg weiter auf dem Kamm des Thüringer Schiefergebirges. Die Kunst des Glasblasens ist seit Jahrhunderten in Lauscha beheimatet. Auf Wald- und Forstwegen stehen Informationstafeln, die ausführlich über die Geschichte des Rennsteigs informieren.
August Trinius beschrieb 1899 während seiner Rennsteigwanderung einen Griffelschieferbruch am Roten Berg. In niedrigen Hütten wurde das Gestein zu Rohgriffeln gespaltet und im Ort Spechtsbrunn weiterverarbeitet. Es gab hier riesige Abraumhalden von schwarzblauem Schiefergestein, denn nur 10 % des gebrochenen Materials eignete sich zur Griffelherstellung. Ziel der Etappe war das Naturpark-Informationszentrum „Kalte Küche“. So waren nach drei Tagen wieder 50 km auf dem Rennsteig zurückgelegt.

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Grenzstein am Wegrand
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Dreistromstein
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von:  Irmgard Dechert

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Irmgard Dechert
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