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Qualität der Kinderbetreuung in Grünberg gefährdet

Grünberg | Mit Sorge betrachtet der Gesamtelternbeirat der Grünberger
Kindergärten die aktuellen Entscheidungen der städtischen Gremien
zur Kinderbetreuung in Grünberg. Denn anstatt Gelder aus dem
Konjunkturpaket für dringend notwendige Maßnahmen im
Kindergartenbereich zu beantragen, erhielten DGH-Sanierungen und
die Anschaffung eines Feuerwehrautos die Stimmen der
Stadtverordneten. Der Ausbau der Betreuungsplätze in der
Großgemeinde hat jedoch eine besondere Dringlichkeit, befinden die
Eltern die Lage der städtischen Kinderbetreuung:
Kapazität für Kinder über drei ist erschöpft
Die Kapazität der beiden Kernstadtkindergärten ist erschöpft – im
Kindergarten Rondell bietet seit zwei Jahren ein Provisorium
(Container) Platz für 20 Kinder. Trotzdem reichen die vorhandenen
Regelplätze nicht aus, denn es ist noch nicht klar, ob nach den
Sommerferien alle Kinder über 3 Jahren in den städtischen
Kindergärten einen Platz erhalten. Zu beachten bleibt, dass Kinder ab
3 Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben.
Auch die Zahl der Ganztagesplätze reicht nicht aus. Davon zeugen
lange Wartelisten mit über 20 Anmeldungen für das kommende
Mehr über...
Kinder (735)
Kindergartenjahr. Für berufstätige Eltern ist eine zuverlässige
Ganztagesbetreuung eine grundlegende Voraussetzung für ihre
Berufstätigkeit. Eine gute Entscheidung war es daher, ab dem Sommer
auch im Kindergarten Queckborn Ganztagesplätze anzubieten, findet
Stephanie Kunisch vom Gesamtelternbeirat.
Städtische Verpflichtung, bis 2013 Projekt U3 erfüllen
Zu diesem Mangel komme in knapp vier Jahren die Umsetzung der
Kinderbetreuungsrichtlinie für unter Dreijährige (sog. U3-Plätze), so
der Elternbeirat vorausblickend. Mit der im letzten Jahr von der
Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossenen
Betreuungsrichtlinie für U3-Plätze hatte sich die Stadt verpflichtet, ab
2013 für 35% der Kinder unter 3 (und ab 1 Jahr) einen Platz
bereitzustellen. „In konkreten Zahlen sind dies dann voraussichtlich 70
bis 80 Kinder, die zusätzlich einen Platz benötigen. Diese Plätze gibt
es nicht, auch sind sie mit mehr personellem und räumlichem Aufwand
2/2
verbunden, als die Plätze der über Dreijährigen“, führt Stephanie
Kunisch an.
Problemorientiertes Handeln ist gefragt
In Grünberg gibt es zu wenige Plätze für über Dreijährige, zu wenige
Ganztagesplätze und in Hinblick auf die Verwirklichung der 35%-
Verpflichtung absehbar zu wenige U3-Plätze, fasst der Beirat
zusammen. Ein eklatanter Mangel, der aus seiner Sicht durch
Anbauten an bestehende Kindergärten nicht ausreichend behoben
werden kann. „Der geplante Anbau im Kindergarten Rondell ist der
Ersatz des Provisoriums Container und keine Verbesserung der
heutigen Betreuungssituation“, erinnert Kunisch und verweist auf die
nur vorläufig geplante Unterbringung einer fünften Gruppe im
Kindergarten Rondell.
„Auch ein Waldkindergarten kann mit Blick auf die benötigten Plätze
nur eine Teillösung darstellen und sinnvoller weise nur Kinder über drei
Jahren aufnehmen“, bewertet sie die Überlegungen der
Ausschusssitzungen. Und erinnert daran, dass auch ein
Waldkindergarten, zumindest im Winter, ein Ausweichquartier
benötige, also nur oberflächlich betrachtet eine preiswerte Alternative
sei.
Auch machen die Elternvertreter darauf aufmerksam, dass die
Grünberger Kindergärten hinsichtlich Raumgröße, Raumanzahl und
Außenanlage häufig alten Standards entsprechend. So sei
beispielsweise das Außengelände des Kindergartens Schulstraße zu
klein und die sanitären Anlagen vieler Kindergärten
sanierungsbedürftig. Zudem fehlen in den städtischen Kindergärten
Mitarbeiterräume und Intensivräume. Bestehende Kindergartenräume
werden zusätzlich von externen Kursanbietern mitgenutzt.
Die Zukunft der Grünberger Kindergärten
„Bei der Kinderbetreuung muss Qualität vor Quantität stehen“, ist sich
der Gesamtelternbeirat einig. Daher könne ein fünfgruppiger
Kindergarten (wie zurzeit im Rondell) nur eine vorübergehende
Ausnahme sein, keine Dauerlösung.
Eine befriedigende Notlösung ist aus Sicht der Elternvertretung nur
eine separate Einrichtung für die unter Dreijährigen. Denn sie kann
räumlich und pädagogisch auf die Bedürfnisse der Kleinkinder
abgestimmt werden.
Für die Kinder und ihre Eltern hofft der Gesamtelternbeirat auf eine
Kommunalpolitik, die problemorientiert und sachlich handelt. „Eine
familienfreundliche Stadt darf sich den Problemen der Familien nicht
verschließen, denn die Kinder sind unsere Zukunft.“, betont Stephanie
Kunisch.

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