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Radpilgern durch die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

vor dem Hotel in Niesky
vor dem Hotel in Niesky
Grünberg | Auf dem Froschradweg 300 km geradelt

Auch in diesem Jahr folgten 15 Interessierte der Einladung von Dekan Norbert Heide, sich auf die Spuren des Frosches zu machen und mit dem Drahtesel durch die Lausitz zu fahren.
Nach einem Reisesegen starteten die Radler in Grünberg mit Zug und Kleinbus mit Fahrradtransport in die Konrad-Zuse-Stadt Hoyerswerda, dem Startpunkt des Rundweges der Froschradtour. Ein Rundgang durch die „Lange Straße“ mit den Handwerkerhäusern, Zoo, Schloss und los geradelt vorbei an den denkmalgeschützten Plattenbauten.
Im Sorbischen Kulturzentrum Schleife erhalten Besucher einen Einblick in die Besonderheiten und Einzigartigkeit der sorbischen Kultur.
Auf gut befahrenen Radwegen, vorbei an reizvollen Flusslandschaften und Seen wurde Bad Muskau erreicht. Besonders eindrucksvoll ist hier der Fürst-Pückler-Park mit dem imposanten Schloss. Hier erblickte Hermann Fürst von Pückler 1785 das Licht der Welt. Er widmete sich leidenschaftlich der Landschaftsgärtnerei und gestaltete den Muskauer Park, eine sehr schöne Anlage. In einem Café im Park konnte man leckeres Fürst-Pückler-Eis genießen.
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In der kleinen Fachwerkkirche in Pechern, die im 16. Jahrhundert entstand, erhielten die Radler Informationen von einem Ortsansässigen über die Kirche. Der Radweg führte unmittelbar an der Neiße entlang. Mitten in dem Fluss verläuft die Grenze zu Polen.

Die Stadt Rothenburg liegt idyllisch an der Lausitzer Neiße. Die gut erhaltenen Gebäude rund um den Marktplatz lassen noch die mittelalterliche Stadtanlage erkennen. Die schönen Ausblicke auf die Landschaft und die ruhigen Waldwege bieten die Entschädigung für die diversen Anstiege.

Die Stadt Niesky wurde von den Herrnhutern Glaubensbrüdern gegründet, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden und ihre Heimat Böhmen verlassen mussten. Der Ortsname kommt aus dem Böhmischen und bedeutet „schlicht, niedrig, klein vor Gott“.

Täglich erzählte Dekan Heide unterhaltsame Frosch-Anekdoten: Zwei Frösche waren auf der Suche nach Wasser. Alle Tümpel waren ausgetrocknet – da fanden sie auf einem Bauernhof einen Krug mit frischer fetter Milch. Sie tranken und schmatzten bis sie nicht mehr durstig waren. Als sie wieder heraus wollten, rutschten sie am Rand immer wieder ab. Sie waren so erschöpft, dass ein Frosch aufgab und ertrank. Der zweite Frosch gab die Hoffnung nicht auf und strampelte die ganze Nacht weiter bis er am nächsten Morgen auf einem Butterklumpen saß, sprang heraus und war gerettet. Fazit: Wer nicht aufgibt, auch wenn alles hoffnungslos zu sein scheint, der wird dafür belohnt.

Die Niederschlesische Fahrradkirche in Diehsa ist täglich für Besucher geöffnet. Hier suchen Radfahrer, die auf dem „Froschradweg“ unterwegs sind, Stille und Erholung.

Dann führte der Weg an der Talsperre Bautzen vorbei, einem sehr beliebten Naherholungsgebiet.
Der sorbisch-katholische Friedhof in Ralbitz fällt besonders durch die einheitlich verwendeten weißen Grabkreuze auf. Die aneinander gereihten Kreuze sind mit sorbischen und christlichen Symbolen geschmückt und enthalten Schriftzüge mit Angaben zu den verstorbenen Personen und Segenssprüche. Über 150 Jahre hinweg wurde stets die gleiche Grabkreuzgestaltung verwendet, so dass heute ein Meer aus weißen Grabkreuzen den Friedhof schmückt und einen beeindruckenden Anblick bietet.

In Kamenz erblickte Gotthold Ephraim Lessing 1729 das Licht der Welt, deshalb auch „Lessingstadt“ genannt. Nahe der Kirche St. Marien erinnert eine Gedenkstätte an den Dichter.

Es gab immer wieder Interessantes zu entdecken: Die wohl bekannteste und beliebteste Gestalt im Sagenschatz der Sorben ist Krabat, der gute alte Zaubermeister. Mit ihm verknüpfen sich Erzählungen über viele hilfreiche Taten, die er mittels seiner Zauberkünste vor allem zugunsten der weniger Begüterten vollbrachte. In Wittichenau steht die Krabat-Säule, die an die bekannteste Sagengestalt erinnert. Nach der Sage hat Krabat das Zauberhandwerk in der Schwarzen Mühle bei Schwarzkollm in der Nähe von Hoyerswerda erlernt.

Nach 300 km war Hoyerswerda – Start und Ziel des
Froschradwegs erreicht. Eine sehr schöne Tour - immer von dem „winkenden Frosch“ (Emblem des Froschradweges) geleitet - inmitten von Teichen, Seen, bunten Blumenwiesen, langen Alleen, idyllischen Waldwegen. Die Unterkünfte waren wieder perfekt ausgewählt und die Radler wurden nach den Touren mit leckerem Essen verwöhnt.

vor dem Hotel in Niesky
vor dem Hotel in Niesky 
 
 
Sorbisch-Katholischer Friedhof in Ralbitz
Sorbisch-Katholischer... 
Schloss in Bad Muskau
Schloss in Bad Muskau 
Fachwerkkirche in Pechern
Fachwerkkirche in Pechern 
Villa Weisse in Kamenz
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von:  Irmgard Dechert

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Irmgard Dechert
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