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Pilgern auf dem Rennsteig - Bei der Frühlingstour wurden 50 km zurückgelegt

Grünberg | 18 Pilger starteten mit Dekan Norbert Heide nach Oberhof, um den Rennsteig im Wandel der Jahreszeiten auf dem historischen Kammweg durch den Thüringer Wald von Hörschel nach Blankenstein an der Saale in vier Mehrtagestouren im Laufe des Jahres zu erkunden.

Am ersten Tag starteten die Pilger an der Grenzwiese, dem Ziel der Wintertour im Januar. Auf gut ausgeschilderten Wald- und Forstwegen wurde in einer Höhe von 690 m über dem Meeresspiegel der Berggasthof „Heuberghaus“ passiert. Die ADAC Oldtimerfahrt Hessen-Thüringen – Opel Classic 2018 pausierte hier mit ihren Oldtimern. Auf dem Aussichtspunkt „Südlicher Spießberg“ hatte man eine herrliche Aussicht über das Thüringer Land.
Im Halbdunkel steht ein unscheinbares Kreuz aus Kalkstein an der Stelle, wo ein Waldweg den Rennsteig quert. Das Malteserkreuz mit der senkrechten Inschrift POSSENROD scheint als Sühne für eine Bluttat errichtet worden zu sein, so ist die landläufige Meinung. Tatsache ist, dass man eigentlich gar nichts darüber weiß – es gibt allenfalls Theorien.

Als noch alle Güter mit Pferdefuhrwerken transportiert werden mussten, führte eine Hauptverbindung zwischen den großen Handelsplätzen Erfurt und Frankfurt am Main als so genannte „Hohe Straße“ über Friedrichroda hierher und weiter nach Schmalkalden.

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Überall am Wegesrand waren Grenzsteine und Gedenksteine zu sehen. Außerdem säumten viele Blumen den Weg. Dem mit dem weißen „R“ gut ausgeschilderten Weg folgend gelangte man über die Ebertswiese zur „Alten Ausspanne“. Der Name „Ausspanne“ stammt aus der Zeit, als für die Passüberquerung bei schweren Fuhrwerken zusätzlich Pferde vorgespannt werden mussten, damit sie den Aufstieg bewältigen konnten, auf dem Pass wurden sie vor der Abfahrt wieder ausgespannt. Über den Nesselberg erreichten die Pilger die „Neue Ausspanne“, das Ziel des 1. Tages.

Bei leichtem Nieselregen startete die Gruppe am 2. Tag auf idyllischen Wegen – immer wieder ging es bergauf und bergab bis schließlich die Thüringer Hütte am Wintersportzentrum Oberhof erreicht war. Hier las Dekan Norbert Heide die Geschichte vom Maulwurfsehepaar Balduin und Balduine, die im Frühjahr im Garten immer wieder neue Erdhügel zu Tage brachten. Nach vielen Aktivitäten, den Maulwurf ohne Erfolg zu vertreiben, kapitulierten die Hausbesitzer schließlich, und akzeptierten, dass der Garten eigentlich nur noch aus Maulwurfshügeln besteht.

Der Grenzadler am Rennsteig bei Oberhof ist ein markanter Grenzstein an der Gemarkungsgrenze von Oberhof. Er markierte zum Zeitpunkt der Aufstellung die Staatsgrenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. In Oberhof war noch Gelegenheit den Rennsteiggarten, in dem Gebirgspflanzen aus allen Erdteilen zu finden sind, zu besuchen.

Am 3. Tag starteten die Pilger am Rondell in Oberhof. Hier steht ein Denkmal in Form eines Obelisken, welches auf den von Preußen mitfinanzierten Bau der Straße hinweist, die dringend für den zollfreien Verkehr über den Rennsteigkamm erforderlich war.
Der längste Autobahntunnel (7.916 m) unterquert den Rennsteig in zwei Röhren, als Teil der Autobahn A 71 Erfurt–Schweinfurt, zwischen den Anschlussstellen Gräfenroda und Oberhof.

Am höchsten Punkt des Rennsteigs (973 m) stellten sich die Pilger zum Gruppenfoto auf.

Nach einem steilen Aufstieg erreichten die Pilger den „Großen Beerberg“, ein Überbleibsel eines vor über 250 Millionen Jahren aktiven Vulkans und mit 982,9 m die höchste Erhebung des Thüringer Waldes und Thüringens.

Die „Alte Tränke“ ist eine herrliche Waldwiese unterhalb des „Großen Finsterberg“. Über fünf ausgehöhlte Baumstämme, die etagenförmig angeordnet sind, plätschert frisches, klares Gebirgswasser. Schon im Mittelalter wurde die „Alte Tränke“ zum Grasen und Tränken der Thüringer Pferde und Rinder genutzt.

Auf schmalen Waldwegen erreichte man schließlich den Bahnhof Rennsteig. Ein letzter Anstieg und das Ziel der Frühjahrs-Tour „Großer Dreiherrenstein“ war erreicht. Der Sage nach stand hier einst eine blühende Stadt. Durch die Ungläubigkeit ihrer Bewohner wurde diese verflucht und versank im Sumpf. Nur der Dreiherrenstein ragt noch aus dem Morast hervor.
Die Unterkunft im Aparthotel Oberhof war gut ausgewählt. Die Pilger wurden mit leckerem Essen verwöhnt und ließen bei netten Unterhaltungen den Tag ausklingen.

 
 
 
Die Pilgergruppe am Bahnhof Rennsteig
Die Pilgergruppe am... 
 
 
 

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von:  Irmgard Dechert

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