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Tage der Stille auf der Nordseeinsel Baltrum verbracht

Baltrum - wir kommen
Baltrum - wir kommen
Grünberg | Der Einladung von Dekan Norbert Heide, „Tage der Stille“ auf der Nordseeinsel Baltrum zu verbringen, folgten 43 Personen, die „reif für die Insel“ waren.
Die Abfahrt mit dem Bus erfolgte in aller Herrgottsfrühe in Grünberg und führte nach Neßmersiel. Nachdem das Gepäck in Containern verstaut war, erreichte man nach nur 30 Minuten mit der Fähre – vorbei an den Seehundsbänken - Baltrum, mit einer Fläche von 1,5 x 5 km die kleinste der ostfriesischen Inseln. Baltrumer gibt es auf der Insel ganze 500, die mit viel Herzblut ihre Gäste bei guter Laune halten. Auf Baltrum gibt es keine Autos – alles ist zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar. Das Domizil des 8-tägigen Aufenthaltes war das christliche Gästehaus „Sonnenhütte“.

Das älteste Haus Baltrums, die Alte Inselkirche mit der Inselglocke – dem Baltrumer Wahrzeichen – stammt aus dem Jahr 1826, nachdem eine Sturmflut ein Jahr zuvor fast alle Häuser zerstört hatte. Sie läutet zu den Abendandachten und als Hochzeitsglocke, wenn sich in der romantischen Inselkirche ein Brautpaar das Versprechen fürs Leben gibt.

In der Evangelischen Kirche von 1930 wurde ein Gottesdienst
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Tage der Stille (1)Dekan Norbert Heide (149)Baltrum (2)
besucht und die reetgedeckte katholische Kirche mit ihrem großen Innenhof besichtigt. Im angrenzenden Gemeindehaus wurden die Reisenden von dem Pfarrerehepaar in die Zeremonie des ostfriesischen Tees eingeführt. Es gibt eine Schule mit 10 Klassen, 43 Schüler und 7 Lehrer. Auch eine kleine Brauerei ist vorhanden.

Die höchste Erhebung von Baltrum ist eine in der Inselmitte befindliche Aussichtsdüne mit 19,3 m über NN. Der besiedelte Teil im Nordwesten besteht aus dem „Westdorf“ mit Geschäften und Restaurants, dem Rathaus, den Kureinrichtungen und allen drei Kirchen, dem „Ostdorf“ – geschützt zwischen den Dünen - mit seinen Gärten und dem ruhigen „Alten Ostdorf“, wo noch einige der ursprünglichen Insulanerhäuser stehen. Baltrum hat einen Fährhafen und einen kleinen Flugplatz.

Bei einer Kutschfahrt wurde die Insel erklärt. Interessant ist auch die Müllabfuhr – der Müll wird mit Pferdekutschen eingesammelt – auch Umzüge erfolgen zunächst per Pferd und Baumaterial muss mühsam von der Fähre zum Bauobjekt transportiert werden.

Im Heimatmuseum „Altes Zollhaus“ konnte die Entwicklung der Fähr-Schifffahrt betrachtet werden. Der Tourismus mit seinen kleinsten Anfängen – erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts kommen Gäste
Landmarke auf Baltrum
Landmarke auf Baltrum
hierher – ist heute Existenzgrundlage der Baltrumer. Wie haben die Baltrumer in früheren Zeiten gelebt? Das Meer gestaltet die Lebensbedingungen, die Gezeiten und die Verbindung zum Festland bestimmen den Tagesablauf. Ein Fundstück – eine Zigarrenkiste – beinhaltet ein tragisches Schicksal: Ein 21-jähriger Seefahrtsschüler kam am 23. Dezember 1866, als er zum Weihnachtsfest seine Eltern besuchen wollte, auf einer Sandbank vor Baltrum bei steigender Flut ums Leben. Er schrieb ihnen noch einen letzten Gruß. Das Notizbuch legte er in eine Zigarrenkiste, die er mit seinem Taschentuch umwickelte. Sie trieb am 3. Januar 1867 am Wangerooger Strand an. Auf der Insel befindet sich ein Denkmal in Erinnerung an das Unglück.

Bei langen Strandspaziergängen konnte man die Seele baumeln lassen, Wellen und Möwen beobachten, Muscheln sammeln und einfach die Ruhe genießen. Wanderungen durch die abwechslungsreiche Dünenlandschaft und eine Inselumrundung trugen bei der faszinierenden Stille zur Entspannung bei.

Sanddorn wächst überall auf der Insel in Sträuchern von ein bis drei Metern Höhe und hält mit seinem tief reichenden Wurzelwerk die Dünen fest. Die orangenen Früchte haben einen sehr hohen Vitamin C-Gehalt, stärken Immunsystem und Kreislauf. Die Baltrumer machen daraus Saft und Marmelade, aber am liebsten Likör.

Kutschfahrt mit "Herkules"
Kutschfahrt mit "Herkules"
Da in den Wintermonaten die meisten Geschäfte und Restaurants geschlossen sind, war es eine besondere Freude, das Kaufhaus „Stadtlander“ zu erkunden, das nur stundenweise geöffnet hatte und eine große Auswahl an Waren bot.

In den täglichen Abendimpulsen im Raum der Stille, erklärte Dekan Norbert Heide die Farben der Paramente mit passendem Altarschmuck und Geschichten dazu. Dann wurden zu den jeweiligen Farben der Paramente Bilder auf Keilrahmen gestaltet.
In der Sonnenhütte wurden die „Wahl-Insulaner“ mit leckerem, abwechslungsreichem Essen verwöhnt, in den gemütlichen Zimmern konnte man gut relaxen und der Aufenthaltsraum lud zu Spieleabenden ein. Alles in allem eine rundum gelungene Woche auf der Insel, um vom Alltag abzuschalten und die Natur zu genießen.

Baltrum - wir kommen
Landmarke auf Baltrum
Kutschfahrt mit "Herkules"
alle Reiseteilnehmer versammelt
der Schmunzelstein
bei der täglichen Andacht
herrlicher Sonnenuntergang
1
unsere Unterkunft - die "Sonnenhütte"
die Alte Inselkirche mit der Inselglocke
Denkmal des ertrunkenen Seefahrtsschülers
it's tea-time
Strandgut

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
8.780
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 12.01.2018 um 07:16 Uhr
das macht lust auf urlaub
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Irmgard Dechert

von:  Irmgard Dechert

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Irmgard Dechert
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