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Trotz Regen die Thüringer Städtekette per Fahrrad erkundet

Rathaus in Gotha
Rathaus in Gotha
Grünberg | In fünf Tagen 225 km zurückgelegt

12 Interessierte um Dekan Norbert Heide starteten teils mit einem Kleinbus incl. Fahrrad- und Gepäcktransport, teils mit dem und Zug nach Eisenach, um von dort aus den Radfernweg „Thüringer Städtekette“ zu erkunden. Wie Perlen auf einer Kette sind die sieben bedeutendsten Städte Thüringens auf einer Linie aufgereiht: Eisenach – Gotha – Erfurt – Weimar – Jena – Gera – Altenburg.

Ausgangspunkt der Tour war die Wartburgstadt Eisenach, wo Johann Sebastian Bach geboren wurde und Martin Luther während seiner Eisenacher Schulzeit von 1498 bis 1501 lebte. Über das Leben und Wirken von Martin Luther erzählte Dekan Norbert Heide täglich in seinen Impulsen.

Ziel der ersten Etappe war die Residenzstadt Gotha mit dem Augustinerkloster und der dazugehörenden Herberge. Das Klostercafé im ehemaligen Kapitelsaal war der zentrale Versammlungsort der Mönche. Die Augustinerkirche mit dem gotischen Kreuzgang erinnert noch an den Bettelorden. In einer kleinen Stadtführung waren die Sehenswürdigkeiten Gothas zu bewundern: das historische rote Rathaus, das früher ein Kaufhaus war; die Wasserkunst
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Thüringer Städtekette (1)Gotha (3)Dekan Norbert Heide (159)
am Schlossberg, wo das Leinawasser kunstvoll fließt, wurde zum 500-jährigen Jubiläum des Leinakanals 1895 als Denkmal erbaut; das Schloss Friedenstein mit Park; das Schloss Friedrichsthal mit der prachtvollen Gartenanlage und die Kasematten, die man besichtigen kann.

Am zweiten Tag führte der Weg bei Regen an den Burgruinen „Drei Gleichen“ vorbei. Den Namen erhielten die drei Burgen, die weder die gleichen Besitzer hatten, noch sonst eine Ähnlichkeit in Ihrer Bauform aufweisen, aufgrund eines Ereignisses vom 31. Mai 1230. Da soll ein Kugelblitz in alle drei Burgen eingeschlagen und deren Türme entzündet haben. Die Flammen waren weit und breit zu sehen. Nach ca. 35 km war die Landeshauptstadt Thüringens – Erfurt - erreicht. Beeindruckend ist hier die Krämerbrücke - die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas und der Dom St. Marien. Eine Thüringer Bratwurst war hier ein Muss. Durch das Weimarer Land erreichte die Gruppe in strömendem Regen die Goethe- und Schillerstadt Weimar. Kurz vor Erreichen des Ziels musste noch ein geplatzter Fahrradschlauch ersetzt werden.

Die 3. Etappe beinhaltete die Fahrt von Weimar nach Bad Klosterlausnitz. In der Universitäts- und Optikstadt Jena steht Schillers
vor dem Start in Eisenach
vor dem Start in Eisenach
Gartenhaus mit einem schönen Garten. Entlang der Saale führt die Strecke durch die idyllischen Mühltäler des Holzlandes – Zeitzgrund und Eisenberger Mühltal. Der Kurort Bad Klosterlausnitz war das Tagesziel. Die Kirche gehört zu einem ehemaligen Augustinerinnenkloster, das im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Die Geschichte als Kloster endete mit dem Tod der letzten beiden Nonnen 1546.

Am 4. Tag starteten die Radler bei leichtem Regen. Auf dem idyllischen Weg entlang des Flusses Rauda werden viele Mühlen passiert bis man in Bad Köstritz an den turmhoch gestapelten Bierkästen der Köstritzer Brauerei vorbei kommt. An Gera vorbei erreicht man Ronneburg mit der in 2015 fertiggestellten Gedächtniskapelle, die in Erinnerung an die durch den Uranbergbau verschwundenen Ortschaften erbaut wurde. Die Erlebnisbrücke „Drachenschwanz“ auf dem Gelände der Bundesgartenschau 2007 ist mit 225 Metern eine der längsten und neuesten Holzbrücken Deutschlands. Als Teil des Radweges ist sie mit ihren Wellen den natürlichen Wegen angepasst. An den Aussichtspunkten bietet sie einen Blick über das Tal der einstigen Bergbauhalden. Die Knopfstadt Schmölln war Ziel der vierten Etappe. Mit der Sankt Nicolai Kirche und dem Rathaus bietet der Marktplatz ein schönes Stadtbild. Eine kulinarische Kostbarkeit ist der Schmöllner „Mutzbraten“, ein mit vielen heimischen Kräutern gewürzter Schweinespießbraten, der über offenem Birkenholzfeuer gegrillt wird.

Augustinerkirche in Gotha
Augustinerkirche in Gotha
Die letzte Etappe führte von Schmölln an der Sprotte entlang zum Ziel der Radtour – in die Spielkartenstadt Altenburg. Die gemütlichen Unterkünfte, das deftige Essen und die täglichen Geschichten aus dem Leben Martin Luthers trugen dazu bei, dass die Radler trotz teilweise heftigem Regen interessante und erlebnisreiche Tage in Thüringen verbrachten. Vom Bahnhof trat man die Heimreise an, hier hatte der ICE aufgrund von Sturmschäden allerdings 140 Minuten Verspätung.

Ein herzliches Dankeschön an Helmut und Reinlinde Wingefeld, die für den Transport der Fahrräder und des Gepäckes sorgten, und an Dekan Norbert Heide für die Planung der Radtour.

Rathaus in Gotha
Rathaus in Gotha 
vor dem Start in Eisenach
vor dem Start in Eisenach 
Augustinerkirche in Gotha
Augustinerkirche in Gotha 
Wasserkunst am Schlossberg in Gotha
Wasserkunst am... 
Krämerbrücke in Erfurt
Krämerbrücke in Erfurt 
 
Markplatz in Schmölln
Markplatz in Schmölln 
Die Radlergruppe
Die Radlergruppe 
auch das kann passieren
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